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“Das ist die pure Verzweiflung”: Zwei Grünen-Abgeordnete berichten von der polnisch-belarussischen Grenze – Politik

Eigene Büros haben Merle Spellerberg und Julian Pahlke noch nicht, doch momentan brauchen die frisch gewählten Bundestagsabgeordneten von den Grünen diese auch nicht. Als parlamentarische Beobachter sind die 24-Jährige aus Sachsen und der 30-Jährige aus Niedersachsen ins polnisch-weißrussische Grenzgebiet gefahren, wo tausende Geflüchtete feststecken.

Bis ganz an die Grenze haben sie es nicht geschafft, ein Verbot der polnischen Behörden. Stattdessen haben sie in Kooperation mit der Deutschen Botschaft mit Geflüchteten, lokalen Bürgermeistern und Hilfsorganisationen vor Ort gesprochen – und sind erschüttert.

Spellerberg und Pahlke bei Gesprächen in Polen.Foto: promo

„Das ist die pure Verzweiflung. Das ist das Ende. Die Menschen an der Grenze sind seit Tagen ohne medizinische Versorgung, ohne Essen und trotz Frost ohne Dach über dem Kopf“, sagt Pahlke. Bevor er in den Bundestag gewählt wurde, war er mehrfach auf Seenotrettungsschiffen im Mittelmeer. Leid kennt er, trotzdem schockieren ihn die Berichte, die er und Spellerberg zu hören bekommen.

Ärzte hätten von schwangeren Flüchtlingen berichtet, die in der Kälte Fehlgeburten erlitten hätten. Andere Geflüchtete würden sich seit Tagen nur von Blättern und dreckigem Wasser ernähren. Knochenbrüche wegen der Pushbacks der Grenzer würden zum Alltag der Mediziner gehören.

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„Das ist eine humanitäre Krise“, sagt Spellerberg. Sie hat internationale Beziehungen studiert und kritisiert, dass die Geflüchteten an der Grenze in einer Sackgasse stecken würden. In Belarus dürften sie nicht zurück ins Landesinnere, nach Polen könnten sie aber auch nicht. „Menschen sind keine Schachfiguren auf einem geopolitischen Schachbrett“, sagt sie und berichtet von einem geflüchteten Syrer, der mehrfach die Grenze überqueren musste. Einmal sei er bis zum Hals im Wasser eines Flusses gestanden – bei Temperaturen um den Gefrierpunkt.

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