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Bundesregierung muss mehr tun, sagt Mehrheit

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Die Folgen des Ukraine-Krieges spüren die Bundesbürger vor allem im Geldbeutel, seit Jahrzehnten war die Inflation nicht so hoch. Fast drei Viertel sagen in einer Umfrage für RTL/ntv, dass die Bundesregierung mehr dagegen unternehmen müsse. Am Effekt des Tankrabatts haben sie Zweifel.

Wenn es ums Geld geht, wird es kritisch. So auch bei den Deutschen, denen wegen der Inflation ihre gewohnte Kaufkraft entgleitet. Entsprechend negativ fällt das Urteil der Bundesbürger bei einer Umfrage über die Bundesregierung von Forsa für RTL/ntv aus. Nur noch 20 Prozent von ihnen und damit 6 Prozent weniger als in der Vorwoche sind der Ansicht, die Gegenmaßnahmen der Ampelkoalition von Bundeskanzler Olaf Scholz seien ausreichend; 73 Prozent sagen, sie müsste mehr tun. Das sind 8 Prozent mehr als im vorherigen Befragungszeitraum.

Um die vom Ukraine-Krieg losgetretene Inflation abzufedern, hat die Bundesregierung die Energiesteuer auf Kraftstoffe gesenkt und das Neun-Euro-Ticket für den öffentlichen Nah- und Regionalverkehr eingeführt. Es gilt von Juni bis September. Zudem soll im Herbst eine Energiepreispauschale in Höhe von 300 Euro ausgezahlt werden. Dazu kommen mehrere Steuererleichterungen sowie ein Kinderbonus von 100 Euro. In der vergangenen Woche kündigte Scholz an, darüber hinaus mit Arbeitgebern und -nehmern über eine “konzertierte Aktion” gegen die Inflation beraten zu wollen.

Das Neun-Euro-Ticket ist eine der bereits eingeführten Entlastungen.

(Foto: IMAGO/Cord)

Bei den Umfrageergebnissen gilt: Je geringer das Haushaltseinkommen, desto negativer ist das Urteil. Bei Nettoeinkommen unter 2500 Euro monatlich meinen nur 16 Prozent, die aktuellen Maßnahmen seien ausreichend, 80 Prozent wollen, dass die Regierung mehr macht. Auch unter Anhängern der Ampelkoalition fällt das Zwischenzeugnis negativ aus. Das positivste Urteil fällen Befragte mit Grünen-Präferenz – 33 Prozent halten die Maßnahmen für ausreichend -, das negativste AfD-Anhänger, von denen dies nur 9 Prozent tun.

Skepsis über Tankrabatt

Wegen des Ukraine-Krieges steigen die Preise bei Energie und Lebensmitteln kräftig, die Geldentwertung geht so schnell wie noch nie im wiedervereinigten Deutschland vonstatten: 7,9 Prozent waren es im Mai im Jahresvergleich. Fast die Hälfte der Bundesbürger gab in einer anderen Umfrage an, sie müssten sich in ihrem Alltag sehr stark oder stark einschränken. Bei Haushalten mit geringen Einkommen sagten dies sogar 77 Prozent.

Insgesamt 86 Prozent glauben laut der Umfrage für RTL/ntv nicht daran, dass die Steuersenkungen des Tankrabatts auch an die Kunden weitergegeben werden. 12 Prozent sind guter Hoffnung, dass Mineralölkonzerne und Tankstellenbetreiber genau dies tun und die Bundesbürger damit eins zu eins entlasten. Bei den Antworten gab es weder einen erkennbaren Zusammenhang mit dem Einkommensniveau noch mit der Parteipräferenz. Am Pfingstwochenende stiegen die Benzinpreise.

Nach dem möglichen mittelfristigen Effekt des Neun-Euro-Tickets befragt, antworteten 29 Prozent, dass nach dessen Auslaufen mehr Bürger öffentliche Verkehrsmittel nutzen werden. Mehr als zwei Drittel, 69 Prozent, waren nicht dieser Meinung. Auch unter den Anhängern der Koalitionsparteien glaubt eine deutliche Mehrheit, dass die viermonatige Maßnahme keine bleibende Wirkung entfalten wird.

Die Meinungen zur Inflationsbekämpfung und zu einzelnen Maßnahmen der Bundesregierung wurden vom Markt- und Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag von RTL Deutschland am 2. und 3. Juni 2022 erhoben. Datenbasis: 1001 Befragte. Statistische Fehlertoleranz: +/- 3 Prozentpunkte.

Weitere Informationen zu Forsa
Forsa -Umfragen im Auftrag von RTL Deutschland

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