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Baerbock attestiert Pakistanis ein “großes Herz”

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Als direktes Nachbarland nimmt Pakistan Tausende Flüchtlinge aus Afghanistan auf. Dafür dankt Außenministerin Baerbock ihrem pakistanischen Amtskollegen. Auch bei der Ausreise afghanischer Ortskräften der Bundeswehr spielt die Islamischen Republik eine große Rolle.

Außenministerin Annalena Baerbock ist am Vormittag in Islamabad mit mit ihrem pakistanischen Amtskollegen Bilawal Bhutto Zardari zusammengekommen, um über die Lage in Afghanistan nach der Machtübernahme der Taliban im vergangenen Jahr sowie die Versorgung afghanischer Flüchtlinge in Pakistan zu sprechen. Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Zardari lobte Baerbock die Rolle Pakistans bei der Aufnahme von aus Afghanistan geflüchteten Menschen. Die Menschen in Pakistan hätten ein “großes Herz” bewiesen und schulterten “eine enorme Aufgabe”.

Pakistan sei überdies bisher der “engste Partner” Deutschlands, wenn es um die Ausreise von afghanischen Ortskräften der Bundeswehr und anderer deutscher Institutionen gehe, sagte Baerbock. Das Land ist wichtigste Drehscheibe bei den Bemühungen der Bundesregierung, ehemalige Ortskräfte der Bundeswehr und besonders Schutzbedürftige sowie ihre Familienangehörigen aus Afghanistan nach Deutschland zu holen.

Gegen Mittag erfuhr Baerbock dann von einem positiven Corona-Test. Sie sagte daraufhin weitere Termine in Pakistan ab. Am Mittwoch soll sie wieder zurück nach Deutschland fliegen.

Nach Angaben aus der Bundesregierung konnten bislang gut zwei Drittel der Menschen, die eine Aufnahmezusage erhalten haben, auch ausreisen. Etwa 10.000 warten demnach noch. Bei den Ortskräften liege das Verhältnis von bereits erfolgten Einreisen zu Aufnahmezusagen bei gut 70 Prozent, bei gefährdeten Personen bei rund 50 Prozent, hieß es. Das Tempo der Einreisen habe sich im laufenden Jahr deutlich erhöht, hieß es weiter.

So seien allein seit Januar gut 12.000 Personen nach Deutschland eingereist, 2021 seien es rund 7000 gewesen. Insgesamt seien fast 19.000 Visa vergeben worden, davon fast 14.700 durch die deutsche Botschaft in Islamabad. Mehr als 14.000 Personen seien mit mehr als 70 Charterflügen über Islamabad nach Deutschland ausgereist.

Baerbock kritisiert Taliban

In Hochzeiten seien fünf Mal in der Woche Charterflüge mit jeweils 200 bis 250 Schutzbedürftigen nach Deutschland gestartet. Scharfe Kritik übte Baerbock an der Taliban-Regierung in Afghanistan. Die Islamisten führten das Land “in den Niedergang”, sagte sie. Leidtragende seien vor allem Frauen und Mädchen. “Wir werden die Menschen in Afghanistan nicht vergessen und sie nicht im Stich lassen”, versicherte Baerbock.

Scharfe Kritik übte Baerbock an der Taliban-Regierung in Afghanistan. Die Islamisten führten das Land “in den Niedergang”, sagte sie. Leidtragende seien vor allem Frauen und Mädchen. “Wir werden die Menschen in Afghanistan nicht vergessen und sie nicht im Stich lassen”, versicherte Baerbock. Im Rahmen ihres zweitägigen Pakistan-Besuchs hatte Baerbock auch mit Premierminister Shehbaz Sharif zusammenkommen wollen. Nach einem positiven Corona-Schnelltest musste sie ihre geplante viertägige Reise nach Pakistan, Griechenland und die Türkei jedoch abbrechen. Sie am Mittwoch von Pakistan aus nach Berlin zurückkehren.

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