Aktuelle Deutschland Nachrichten

+++ 22:39 Serbiens Nachbarn verwehren Lawrow Flug nach Belgrad +++

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Ein für Montag geplanter Besuch des russischen Außenministers Sergej Lawrow in Belgrad ist der russischen Nachrichtenagentur Interfax zufolge am Widerstand mehrerer Nachbarländer Serbiens gescheitert. Bulgarien, Nordmazedonien und Montenegro hätten der russischen Regierungsmaschine einen Flug durch ihre Lufträume verweigert, zitierte die staatliche Nachrichtenagentur einen hochrangigen Mitarbeiter des russischen Außenministeriums. Serbien und Russland pflegen eine enge Partnerschaft. Gleichzeitig strebt Serbien einen EU-Beitritt an.

+++ 21:48 Ukraine hat wieder Hälfte von Sjewjerodonezk unter Kontrolle +++
Die ukrainische Armee bringt nach Angaben der Regionalverwaltung die Hälfte der umkämpften östlichen Stadt Sjewjerodonezk wieder unter ihre Kontrolle. Die Streitkräfte hätten die Hälfte der Industriestadt „von russischen Truppen gesäubert“, teilt der ukrainische Gouverneur der Region Luhansk, Serhij Gajdaj, mit. Allerdings werde für die kommenden Tage ein größerer russischer Gegenangriff erwartet. Nachdem sie durch eine russische Offensive auf die Stadt Sjewjerodonezk zurückgedrängt worden waren, hatten die ukrainischen Truppen dort in den vergangenen Wochen stetig an Boden zurückgewonnen. Die russischen Streitkräfte hätten jedoch den Auftrag, bis Freitag die Kontrolle über Sjewjerodonezk sowie über eine wichtige Verkehrsader zu erlangen, die die Städte Lyssytschansk und Bachmut verbindet, erklärt Gajdaj. Sjewjerodonezk ist die letzte größere Stadt der Region Luhansk, die Russland noch nicht erobert hat.

+++ 21:17 Selenskyj besucht Frontsoldaten in Saporischschja +++
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat nach Angaben seines Büros die Truppen an der Front in der Region Saporischschja besucht. Er habe den Streitkräften für ihren Dienst und den Schutz der Bevölkerung und des Staates gedankt und der gefallenen Soldaten gedacht, heißt es.

+++ 20:38 Weiterer russischer General in der Ostukraine getötet +++
In der Ostukraine ist nach Angaben eines Journalisten des russischen Staatsfernsehens ein russischer General getötet worden. Wann und wo genau der Generalmajor Roman Kutusow ums Leben kam, teilt der russische Fernsehreporter Alexander Sladkow in seiner Mitteilung auf Telegram nicht mit. Vom russischen Verteidigungsministerium liegt keine Stellungnahme vor. Russland hält Todesfälle der Angehörigen seiner Streitkräfte im Allgemeinen geheim. Zuletzt hatte Russland am 25. März erklärt, seit Beginn der so bezeichneten Spezialoperation in der Ukraine am 24. Februar seien 1351 russische Soldaten gefallen. Die Ukraine hat seit Beginn der russischen Invasion immer wieder den Tod hochrangiger russischer Offiziere gemeldet.

+++ 20:05 Ukraine fährt nicht zur WM – aber Liga wird wieder gestartet +++
Die ukrainische Fußball-Nationalmannschaft wird nicht an der Weltmeisterschaft in Katar im November und Dezember teilnehmen. Das Team von Trainer Oleksandr Petrakow verliert das Playoff-Finale gegen Wales in Cardiff mit 0:1. Für die Ukraine ist es das zweite Pflichtspiel seit der russischen Invasion am 24. Februar.

Derweil will der nationale Fußball-Verband die ukrainische Meisterschaft im August trotz des Krieges neu starten. Die Entscheidung für den Wiederbeginn des am 24. Februar ausgesetzten Spielbetriebs der Premier Liga sei gemeinsam mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj getroffen worden, sagt Verbandspräsident Andrej Pawelko der Nachrichtenagentur AP. Dieser habe auch mit den Chefs von FIFA und UEFA gesprochen, um einen sicheren Weg für die Austragung von Heimspielen der Nationalmannschaften des Landes zu finden. „Ich habe mit Präsident Selenskyj darüber gesprochen, wie wichtig der Fußball ist, um abzulenken“, sagt Pawelko.

+++ 19:41 Hackerangriff während WM-Quali-Spiel – russische Propagandavideos gezeigt +++
Derzeit spielt die Ukraine gegen Wales (hier im Liveticker) um die Teilnahme an der Fußball-Weltmeisterschaft in Katar. Während der Übertragung des Spiels kommt es jedoch nach Angaben des ukrainischen Journalisten Denis Trubetskoy, der auch regelmäßig für ntv.de schreibt, zu einem Hackerangriff. Ziel sei der ukrainischen Online-Anbieter, der das Spiel im Internet überträgt, heißt es. „Dort wurden zwischenzeitlich Propagandavideos des russischen Fernsehens gezeigt“, schreibt Trubetskoy.

+++ 18:57 Bombenangriffe auf Schulen sind „gezielte Zerstörung“ +++
Millionen ukrainische Schüler können nicht mehr so lernen wie noch vor ein paar Monaten. Sie müssen vor dem russischen Angriffskrieg fliehen oder ihre Schule liegt in Trümmern. Beobachter gehen davon aus, dass dahinter ein grausames Kalkül steckt.

+++ 18:32 Baerbock reist nach Ankara – auch Gespräche zu NATO-Erweiterung +++
Außenministerin Annalena Baerbock bricht am Montagabend zu einer viertägigen Reise auf, unter anderem in die Türkei. Dort will die Grünen-Politikerin etwa mit ihrem Amtskollegen Mevlüt Çavusoglu sowie mit Vertreterinnen und Vertretern der Zivilgesellschaft und auch aus der Wirtschaft zusammentreffen. Bei dem Besuch dürfte es vor dem Hintergrund des russischen Angriffskrieges in der Ukraine auch um das Veto Ankaras gegen einen NATO-Beitritt von Finnland und Schweden gehen. Die Türkei stellt sich als einziges Mitglied der Allianz dagegen. Ankara macht Sicherheitsbedenken wegen angeblicher Unterstützung beider Länder für die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK und die Kurdenmiliz YPG in Syrien geltend.

+++ 18:03 Drei Länder verweigern Lawrows Flugzeug den Überflug +++
Eigentlich will der russische Außenminister Sergej Lawrow am Montag und Dienstag Serbien besuchen. Doch die Anreise wird extrem erschwert, vielleicht sogar verhindert: Denn laut einem Bericht der serbischen Ausgabe von „Novosti“ verweigern Montenegro, Nordmazedonien und Bulgarien dem Flugzeug des Ministers den Überflug.

+++ 16:42 ntv vor Ort: Freiwillige retten Frauen und Kinder aus Kriegsgebieten +++
Im Osten der Ukraine rücken die russischen Truppen weiter vor. Oft sind es Freiwillige, die in die Kampfgebiete fahren und dort Landsleute rausholen, die nicht alleine fliehen können. Bei einem dieser Evakuierungskonvois fährt ntv-Reporter Gordian Fritz mit. Hier sein Bericht.

+++ 15:48 Kiew: Russland hat Waggons für Getreide-Export zerstört +++
Russland behauptet, bei den heutigen Raketenangriffen bei Kiew an die Ukraine gelieferte Panzer und gepanzerte Fahrzeuge zerstört zu haben. Der Chef der ukrainischen Eisenbahn, Olexander Kamyschin, widerspricht auf Telegram: Bei dem Angriff auf ein Werk für die Reparatur von Eisenbahnwaggons wurden stattdessen seinen Angaben zufolge Waggons für den Transport von Getreide zerstört, die für den Export verwendet werden. Auf dem Gelände habe sich gar keine militärische Ausrüstung befunden. Russland wolle vielmehr verhindern, dass die Ukraine Waren in den Westen exportiert.

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+++ 15:24 USA wollen venezolanisches Öl für Europa freigeben +++
Die USA wollen Insidern zufolge Ölexporte aus Venezuela nach Europa wieder freigeben, um Lieferausfälle aus Russland teilweise zu kompensieren. Der italienische Energiekonzern Eni und der spanische Konkurrent Repsol könnten bereits ab nächsten Monat venezolanisches Öl nach Europa verschiffen, sagen fünf mit den Überlegungen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Die Mengen dürften allerdings eher gering ausfallen, sagt eine der Personen. Auch sei nicht mit nennenswerten Auswirkungen auf den Ölpreis zu rechnen. Hauptbedingung sei, dass das Öl nur nach Europa gehen und nicht anderswo verkauft werden dürfe. Das staatliche venezolanische Energieunternehmen PDVSA, das Gemeinschaftsunternehmen mit den beiden europäischen Konzernen betreibt, könne die Öllieferungen mit Schulden oder ausstehenden Dividendenzahlungen verrechnen.

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+++ 15:05 Getöteter Deutscher in Ukraine soll aus Brandenburg stammen +++
In der Ukraine ist offenbar ein deutscher Kämpfer ums Leben gekommen. Nach Angaben der „Bild am Sonntag“ soll es sich dabei um einen 39-Jährigen aus Brandenburg handeln. Ein Kamerad von Björn. C. sagt laut der Zeitung: „Wir waren im Osten von Charkiv stationiert.“ Am 31. Mai hätten sie dort unseren Beobachterposten bezogen. Über den todbringenden Angriff sagt der Mann: „Ich hatte die erste Schicht, machte Pause, dann war Björn dran.“ Bereits den gesamten Tag über seien russische Drohnen über dem Dorf gekreist. Am Nachmittag seien die russischen Artilleriegeschosse noch recht wahllos eingeschlagen, dann hätten sie sich systematisch vorgearbeitet. „Gegen 18:30 Uhr schlug eine Artilleriegranate im Haus ein, wo unser Posten war.“ Björn C. sei von Granatsplittern schwer verletzt worden. Mit weiteren Kameraden wollte er ihn noch in ein Feldkrankenhaus fahren. „Es war zu spät, knapp zwei Stunden später war er bereits tot.“

+++ 14:34 Österreich schlägt für Ukraine Zwischenlösung vor EU-Beitritt vor +++
Österreichs Bundeskanzler Karl Nehammer spricht sich für die Ukraine für einen Zwischenschritt zwischen Zusammenarbeit und EU-Vollbeitritt aus. „Uns eint das gleiche Ziel: Wir alle wollen eine starke, unabhängige und wirtschaftlich erfolgreiche Ukraine“, teilt das Kanzleramt mit. Die Ukraine kämpfe derzeit um ihr politisches und territoriales Überleben, in erster Linie müsse der russische Angriffskrieg beendet werden. „In so einer Phase kann ein schneller Vollbeitritt zur Union ohnehin kein akutes Thema sein.“ Daher plädiere er für einen „europäischen Vorbereitungsraum“ zur Annäherung an die Standards der EU und eine schrittweise Stärkung der Zusammenarbeit mit der EU.

+++ 14:00 Papst Franziskus fordert Waffenstillstand in Ukraine +++
Papst Franziskus fordert zum Pfingstfest ein Ende der Gewalt in der Ukraine. „Während die Wut der Zerstörung und des Sterbens grassiert und die Gegensätze aufflammen und eine immer gefährlichere Eskalation für alle nähren, erneuere ich meinen Appell an die Verantwortlichen der Nationen: Bitte, stürzt die Menschheit nicht ins Unglück“, sagt das 85 Jahre alte Oberhaupt der katholischen Kirche nach dem Mittagsgebet Regina Coeli vor zahlreichen Gläubigen in Rom. Der Papst fordert, konkrete Verhandlungen über einen Waffenstillstand und eine nachhaltige Lösung aufzunehmen. „Man erhöre den verzweifelten Schrei der Menschen, die leiden“, so der Argentinier und er verlangt, die Zerstörung von Städten und Dörfern zu stoppen. Auf die Kriegspartei Russland geht der Heilige Vater nicht ein, nennt sie auch wie schon zuvor nicht beim Namen.

+++ 13:29 Deutsche Neonazis in Russland von Rechtsextremen an Waffen ausgebildet +++
Mitglieder der NPD-Jugendorganisation Junge Nationalisten und der Neonazi-Kleinstpartei Dritter Weg nehmen in der Vergangenheit an Kursen in einem paramilitärischen Ausbildungszentrum der rechtsextremen Organisation Russian Imperial Movement (Russische Reichsbewegung, RIM) in St. Petersburg teil. Das erklärt das Bundesinnenministerium in seiner Antwort auf eine Frage der Linken-Bundestagsabgeordneten Martina Renner, die dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) vorliegt. „Deutsche Sicherheitsbehörden müssen verhindern, dass sich deutsche Neonazis in Russland paramilitärisch ausbilden lassen“, sagt Martina Renner dem RND. „Zudem erwarte ich, dass Strafverfolgungsbehörden gegen Personen vorgehen, die in der Vergangenheit an Trainings in Russland teilgenommen haben“, fügt die innenpolitische Sprecherin der Linksfraktion hinzu. Der bewaffnete Arm des Russian Imperial Movement, die Russian Imperial Legion, ist auch an Kampfhandlungen gegen das ukrainische Militär im Zuge des russischen Angriffskriegs beteiligt. Bereits ab 2014 waren Kämpfer der Organisation im Donbass auf Seiten pro-russischer Separatisten im Einsatz.

+++ 13:07 Japans Ministerpräsident erwägt Teilnahme an NATO-Gipfel +++
Japans Ministerpräsident Fumio Kishida erwägt Insidern zufolge zur besseren Koordinierung mit westlichen Staaten eine Teilnahme an dem NATO-Gipfel Ende Juni. Für Japan wäre das ein ungewöhnlicher Schritt, obwohl Kishida Russland wegen der Invasion der Ukraine mehrfach verurteilt hat. In der Vergangenheit haben japanische Regierungschefs gegenüber Russland wegen des jahrzehntelangen Disputs über die Kurilen-Inseln eher einen vorsichtigen Ton angeschlagen. Der NATO-Gipfel findet vom 29. bis 30. Juni in Madrid statt. Die NATO hat neben Japan auch Australien, Neuseeland und Südkorea eingeladen, teilzunehmen.

+++ 12:42 Trotz Ukraine-Krieg erwartet Frankreich Wirtschaftswachstum +++
Frankreich erwartet für dieses Jahr trotz des Krieges in der Ukraine ein Wirtschaftswachstum. Die bisherige Prognose werde aber Anfang Juli revidiert werden, sagt Finanzminister Bruno Le Maire dem Hörfunksender France 1. Gegenwärtig geht die Regierung von einem Wirtschaftswachstum von vier Prozent im Jahr 2022 aus. „Es ist klar, dass der Krieg in der Ukraine, die Inflation, all das die Vorhersage infrage stellen werden“, sagt Le Maire. „Aber wir werden 2022 ein positives Wachstum haben.“ Frankreich ist nach Deutschland die zweitgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone. Die französische Statistikbehörde Insee hatte Anfang Mai erklärt, für das zweite Quartal werde wieder leichtes Wirtschaftswachstum erwartet.

+++ 12:05 Russland will bei Raketenangriff auf Kiew Panzer zerstört haben +++
Russland zerstört nach eigenen Angaben am Stadtrand von Kiew Panzer und andere gepanzerte Fahrzeuge. Diese seien von europäischen Ländern an die Ukraine geliefert worden, teilt das Verteidigungsministerium mit. Die ukrainische Hauptstadt wird am Morgen von mehreren Explosionen erschüttert.

+++ 11:31 Spanien liefert Ukraine wohl Leopard-Panzer und Flugabwehrwaffen +++
Spanien wird der Ukraine einem Zeitungsbericht zufolge Flugabwehrraketen und Leopard-Kampfpanzer liefern. Das berichtet „El Pais“ unter Berufung auf Regierungskreise. Spanien werde dem ukrainischen Militär auch Schulungen im Umgang mit den Panzern anbieten, die in Lettland stattfinden könnten. Dort hat Spanien im Rahmen eines NATO-Einsatzes 500 Soldaten stationiert. Eine zweite Phase der Ausbildung könne in Spanien stattfinden.

+++ 11:00 Sollten USA an Ukraine liefern: Putin droht mit Angriff auf Langstreckenraketen +++
Der russische Präsident Wladimir Putin droht der Nachrichtenagentur Tass zufolge mit dem Angriff auf neue Ziele, sollten die USA damit beginnen, die Ukraine mit Langstreckenraketen zu versorgen. Würden solche Raketen geliefert, „werden wir die Ziele angreifen, die wir noch nicht getroffen haben“, wird der Präsident aus einem Interview des staatlichen Fernsehsenders Rossija-1 zitiert.

+++ 10:27 Ukraine soll acht russische Soldaten in Sjewjerodonezk festgenommen haben +++
Der Gouverneur der Region Luhansk, Serhij Gajdaj, berichtet auf Telegram, dass bei der Gegenoffensive der ukrainischen Truppen in Sjewjerodonezk acht russische Soldaten festgenommen werden. Die russische Seite meldet noch am Samstag den Abzug einiger ukrainischer Soldaten aus Sjewjerodonezk. „Einige Einheiten der ukrainischen Armee, die bei den Kämpfen um Sjewjerodonezk schwere Verluste (in einigen Einheiten bis zu 90 Prozent) erlitten haben, ziehen sich in Richtung Lyssytschansk zurück“, teilt das Verteidigungsministerium in Moskau am Vortag mit. Doch der Bürgermeister der Stadt, Oleksandr Striuk, erklärt später, dass die „Straßenkämpfe“ weitergehen. Die ukrainischen Streitkräfte versuchten, „die vollständige Kontrolle“ über die Stadt wiederherzustellen.

+++ 10:04 Munz: „Kiew ist nicht in Sicherheit – ganz im Gegenteil“ +++
In der Nacht treffen russische Raketen Kiew und einen Vorort. Es handelt sich um die schwersten Bombardements auf die Hauptstadtregion seit Wochen. Warum auch Kiew wieder zum Angriffsziel wird und was die russischen Truppen im Donbass planen, schätzt ntv-Moskau-Korrespondent Rainer Munz ein.

+++ 09:52 Russischer Marschflugkörper überfliegt Atomkraftwerk in „kritisch niedriger Höhe“ +++
Nach Angaben des ukrainischen AKW-Betreibers Energoatom ist ein russischer Marschflugkörper am Sonntagmorgen in einer „kritisch niedrigen Höhe“ über das Atomkraftwerk Piwdennoukrainska (AKW Süd-Ukraine) geflogen. Vermutlich sei es die Rakete gewesen, die in Richtung Kiew abgefeuert wurde, teilt der staatliche Betreiber auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Das AKW Piwdennoukrainska ist das zweitgrößte Atomkraftwerk der Ukraine. Es befindet sich rund 350 Kilometer südlich von Kiew in der Nähe in der Region Mykolajiw.

+++ 09:23 Gouverneur von Luhansk: Sjewjerodonezk aktuell in zwei Hälften geteilt +++
Sjewjerodonezk ist nach Angaben des Gouverneurs von Luhansk, Serhij Gajdaj, wieder zur Hälfte unter der Kontrolle der ukrainischen Truppen. „Es war eine schwierige Situation. Die Russen haben 70 Prozent der Stadt kontrolliert, aber in den vergangenen zwei Tagen sind sie zurückgedrängt worden“, sagt Gajdaj im ukrainischen Fernsehen. „Die Stadt ist jetzt mehr oder weniger in zwei Hälften geteilt.“ Eine unabhängige Bestätigung der Angaben ist zunächst nicht möglich.

+++ 09:01 Deutscher Kämpfer im Ukraine-Krieg getötet +++
Im Donbass gehen die Kämpfe unvermindert weiter. Auf Seiten der Ukraine sollen vier ausländische Kämpfer ums Leben gekommen sein, darunter auch ein Deutscher. Weil immer mehr Kulturdenkmäler durch den russischen Angriffskrieg zerstört werden, fordert Selenskyj den Ausschluss Russlands aus der UNESCO.

+++ 08:43 Nouripour beschreibt die Ampel als „sturmfest“ +++
Angesichts zunehmender Konflikte zwischen den Koalitionspartnern beschreibt Grünen-Chef Omid Nouripour den Zustand der Ampel als „sturmfest“. „Wir haben gerade ein Sondervermögen für die Truppe beschlossen, wir haben Milliarden in die Hand genommen, um die Menschen in diesem Land zu entlasten. Und wir bringen eine ganze Reihe dringend erforderlicher Reformen auf den Weg – etwa beim höheren Mindestlohn oder beim BAföG“, sagt er den Zeitungen der Funke Mediengruppe. „Wir stehen vor großen, teils globalen Herausforderungen, die wir gemeinsam angehen.“ Die Stimmung in der Ampel sei „fokussiert“.

+++ 08:14 Ukraine berichtet von einem Verletzten bei Beschuss von Kiew +++
Russland beschießt nach Angaben des ukrainischen Generalstabs am Morgen die Hauptstadt Kiew und einen Vorort mit Raketen. Es seien militärische und zivile Infrastruktur getroffen worden, teilt die Militärführung in Kiew mit. Auch Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko berichtet in seinen Telegram-Kanal von Raketenschlägen. Betroffen sind demnach die Stadtbezirke Darnyzja im Südosten und Dnipro im Westen der Millionenmetropole. Es gebe nach bisherigem Stand einen Verletzten, der im Krankenhaus behandelt werde, aber keine Toten, sagt Klitschko. Auch der bereits mehrfach beschossene Vorort Browary wird Behörden zufolge von Raketen getroffen. Das genaue Ausmaß der Schäden ist zunächst unklar.

+++ 07:42 Russland soll eigene Truppen in Sjewjerodonezk „schonen“ +++
Das britische Verteidigungsministerium geht davon aus, dass die russische Armee beim Eroberungsversuch von Sjewjerodonezk von Truppen der Separatisten aus den Regionen Donezk und Luhansk unterstützt wird. Sie sind deutlich schlechter ausgebildet und ausgestattet als die russischen Truppen, und verfügen über weniger schweres Kriegsgerät. Ihnen kommt scheinbar die Aufgabe zu, in die Stadt vorzurücken und diese von ukrainischen Kämpfern „zu säubern“. Das britische Verteidigungsministerium geht davon aus, dass die russische Armee auf diesem Weg ihre eigenen Verluste reduzieren will. Das sei bereits in Syrien so gewesen. Kämpfe in Städten sind besonders verlustreich. Rein rechnerisch müssen Angreifer deutlich mehr Soldaten für ein erfolgreiches Vorgehen aufbringen als die Verteidiger.

+++ 07:11 Städte- und Gemeindebund will auch Rentner entlasten +++
Der Städte- und Gemeindebund ruft dazu auf, die Bürger dauerhaft von steigenden Energiepreisen zu entlasten. Schon jetzt müssten „Konzepte entwickelt werden, wie man eine langfristige Entlastung organisieren, umsetzen und finanzieren kann“, sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg den Zeitungen der Funke Mediengruppe. „Wenn man sozialen Sprengstoff vermeiden will, muss ein Schwerpunkt insbesondere bei Familien und Personen mit niedrigen Einkommen vorgesehen werden.“ Auch die Wirtschaft, deren Steuereinnahmen benötigt würden, dürfe nicht aus dem Blick geraten. Es sei anzuerkennen, dass die Bundesregierung mit ihren Entlastungspaketen geholfen habe, fügt Landsberg hinzu. Dabei seien allerdings „zum Beispiel die Rentnerinnen und Rentner nicht ausreichend berücksichtigt worden“. Hinzu komme, dass sich diese Hilfsmaßnahmen auf das Jahr 2022 beschränkten.

+++ 06:37 Woidke sieht hohe Hürden für Versorgungssicherheit bei einem Ölembargo +++
Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke sieht für die angestrebte Versorgungssicherheit bei einem Öl-Embargo gegen Russland noch Hürden. Die Bundesregierung und die Ministerpräsidentenkonferenz seien sich einig, „dass Energiesicherheit gewährleistet sein muss in allen Teilen Deutschlands zu jeder Zeit“, sagt der SPD-Politiker. „Das ist die große Herausforderung, vor der die Bundesebene steht – gerade jetzt im Bereich der Treibstoffversorgung mit dem Öl-Embargo, das ja Anfang kommenden Jahres in Kraft treten soll. Da muss noch viel Arbeit geleistet werden.“ Die EU-Staats- und Regierungschefs hatten sich wegen des Ukraine-Kriegs darauf verständigt, dass die EU kein Tankeröl mehr einführt. Rohöl über Pipelines darf demnach fließen, aber die Bundesregierung will auch diesen Import beenden. Das trifft vor allem die PCK-Raffinerie in Schwedt in Brandenburg, die an der Pipeline „Druschba“ („Freundschaft“) hängt. Sie gehört mehrheitlich einer deutschen Tochter des russischen Staatskonzerns Rosneft.

+++ 06:03 Ramelow fordert staatliche Aufsicht über russisch kontrollierte Raffinerien +++
Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow fordert angesichts der hohen Energiepreise gezielte Entlastungen für Menschen mit geringen Einkommen. „Wir sollten nicht wieder mit der Gießkanne über die ganze Gesellschaft gehen“, sagt er dem „Tagesspiegel“. „Diejenigen, die jetzt am meisten durch die hohen Energiepreise gebeutelt sind, die also prozentual den höchsten Nettoverlust haben, brauchen viel mehr Hilfe.“ Die neuen Vorschläge von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil zum Klimageld gingen in die richtige Richtung, so Ramelow. „Aber die FDP wird auch das wohl ausbremsen wollen.“ Der Ministerpräsident fordert zudem ein verstärktes Vorgehen gegen von Russland kontrollierte Ölraffinerien in Deutschland. „Man muss die Raffinerien, die in russischer Hand sind, unter Staatsaufsicht stellen und dann den Marktpreis regulieren.“

+++ 05:38 Schwere Explosionen in Kiew +++
Am frühen Morgen ereignen sich heftige Explosionen in der ukrainischen Hauptstadt Kiew. Ein Augenzeuge berichtet der Nachrichtenagentur Reuters, es sei nach den Explosionen auch Rauch in der Stadt zu sehen. Zuvor waren in weiten Teilen der Ukraine, auch in der Region Kiew, Luftschutzsirenen zu hören.

+++ 04:05 Ukraine meldet Erfolg bei Gegenoffensive +++
Die Ukraine erklärt, sie habe in einer Gegenoffensive einen Teil der umkämpften Stadt Sjewjerodonezk zurückerobert. Moskau teilt dagegen mit, die russischen Truppen machten in der Stadt Fortschritte. Die Meldungen können nicht unabhängig überprüft werden. Der Bürgermeister von Sjewjerodonezk, Olexandr Strijuk, sagt im staatlichen Fernsehen, die Straßenkämpfe seien am Samstag den ganzen Tag über fortgesetzt worden.“Die Situation ist angespannt und kompliziert. … Unser Militär tut alles, was es kann, um den Feind aus der Stadt zu vertreiben“, sagt er. Doch es gebe einen Mangel an Lebensmitteln, Treibstoff und Medikamenten.

+++ 03:15 Nouripour will Sieg der Ukraine im Krieg +++
Grünen-Chef Omid Nouripour nennt einen Sieg der Ukraine im Krieg gegen Russland als Ziel. „Die Ukrainer müssen ihre Souveränität, ihre territoriale Integrität und ihre Freiheit zurückerlangen“, sagt er den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. „Wir werden keinen Quadratzentimeter okkupierten ukrainischen Bodens anerkennen.“ Die Frage, ob die Ukraine den Krieg gegen Russland gewinnen solle, beantwortet Nouripour mit „Ja“. Er fügt hinzu: „Aber wir sagen der Ukraine nicht, was sie zu tun hat. Wenn sie diese Territorien zurückerobern will, dann unterstützen wir sie. Und wenn sie verhandeln will, dann unterstützen wir sie auch.“ Auf die Frage, ob die Lieferung von Kampfpanzern an die Ukraine eine rote Linie sei, sagt Nouripour: „Wir müssen die Balance halten zwischen beiden Zielen: Eine Entgrenzung des Krieges zu vermeiden und der Ukraine beizustehen. Die Maßnahmen, die dafür notwendig sind, ändern sich fast wöchentlich. Ich würde mich vor roten Linien hüten.“

+++ 02:18 Sanktionen aus Moskau könnten Steuerzahler Milliarden kosten +++
Die Sanktionen des Kreml gegen Gazprom Germania und deren Tochterfirmen drohen deutsche Steuerzahler und Gasverbraucher mit Zusatzkosten von mehr als fünf Milliarden Euro im Jahr zu belasten. Das berichtet die „Welt am Sonntag“. Weil Russland nicht mehr an die deutsche Firma liefert, muss Ersatz beschafft werden. Ein Teil der dabei entstehenden Mehrkosten soll ab Oktober in Form einer Gas-Umlage auf die Energieversorger und damit die Endkunden abgewälzt werden, schreibt das Blatt. Entsprechende Information der Zeitung seien durch mehrere Branchenvertreter bestätigt worden. Moskau hatte die Belieferung der deutschen Gazprom-Tochter mit Dekret vom 11. Mai gestoppt, weil die Bundesregierung das Unternehmen unter Treuhandverwaltung gestellt hatte. Seither muss die Bundesnetzagentur als zuständige Treuhänderin Ersatzgas am Markt beschaffen, damit das Unternehmen weiterhin die Lieferverträge mit deutschen Stadtwerken und Regionalversorgern erfüllen kann.

+++ 01:07 Präsident der Afrikanischen Union kündigt Kiew-Reise an +++
Nach seiner Unterredung mit Kreml-Chef Wladimir Putin über die globalen Versorgungsengpässe wegen des Ukraine-Kriegs will der Präsident der Afrikanischen Union, Senegals Staatsoberhaupt Macky Sall, auch Gespräche in Kiew führen. „Ja (…), ich werde auch nach Kiew reisen“, sagt Sall bei seiner Ankunft beim Gipfel der Wirtschaftsgemeinschaft Westafrikanischer Staaten (Ecowas) in Accra vor Journalisten. Dies sei „wichtig, um zu einer Rückkehr zum Frieden beizutragen“. Details zu seinen Reiseplänen nannte Sall nicht.

+++ 23:40 Selenskyj wirft Russland Vernichtung von Kulturstätten vor +++
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wirft Russland in seinem Krieg eine massive Zerstörung von Kulturdenkmälern, Kirchen und anderen religiösen Stätten vor. Das sei Grund genug, das Land aus der Unesco, der Kultur- und Bildungsorganisation der Vereinten Nationen, auszuschließen, sagt Selenskyj in seiner Videoansprache in Kiew. 113 Kirchen seien bereits zerstört oder beschädigt worden. Schon Ende Mai hatte er den Ausschluss Russlands aus der Unesco verlangt. Seit Beginn des Krieges am 24. Februar habe Russland bereits mehr als 2500 Raketen auf die Ukraine abgefeuert, klagt Selenskyj. „Unsere Helden halten die Stellung und tun alles, um dem Feind maximale Verluste zu verursachen.“

+++ 22:06 Russische Region Brjansk: Ein Verletzter nach ukrainischem Beschuss +++
In Russland ist nach Angaben der Region Brjansk erneut ein Dorf an der Grenze zur Ukraine von dem Nachbarland aus beschossen worden. Beim Beschuss des Dorfes Slutschewsk sei ein Mann verletzt worden, zwei Wohnhäuser seien in Brand geraten. Das teilte der Gouverneur der Region, Alexander Bogomas, in seinem Nachrichtenkanal bei Telegram mit. Er warf den ukrainischen Streitkräften vor, auf das Dorf geschossen zu haben. Der verletzte Einwohner musste demnach in ein Krankenhaus gebracht werden. Die Feuer seien gelöscht worden. Das Dorf mit insgesamt 150 Einwohnern liegt demnach etwa einen Kilometer von der Grenze zur Ukraine entfernt. Russland hatte am 24. Februar einen Angriffskrieg gegen das Nachbarland Ukraine begonnen und beklagte seitdem wiederholt auch Angriffe auf sein eigenes Staatsgebiet.

+++ 21:33 Lawrow erwartet Erlössteigerungen für Russland beim Öl- und Gasverkauf +++
Russland erwartet nach Angaben von Außenminister Sergej Lawrow in diesem Jahr wegen gestiegener Öl- und Gaspreise erhebliche Mehrerlöse durch Energieexporte. „In Anbetracht des Preisniveaus, das sich infolge der Politik des Westens gebildet hat, haben wir keine Haushaltseinbußen. Im Gegenteil, in diesem Jahr werden wir die Erträge aus dem Export unserer Energieressourcen bedeutend steigern“, sagte Lawrow nach Angaben seines Ministeriums einem serbischen Fernsehsender in Bosnien-Herzegownina. Nach dem von der EU beschlossenen Öl-Embargo werde Russland den Rohstoff an andere Abnehmer verkaufen.

+++ 21:02 Russen und Ukrainier mit gegensätzlichen Behauptungen zu Sjewjerodonezk +++
Im Kampf um die Stadt Sjewjerodonezk im Osten der Ukraine haben beide Seiten Erfolge vermeldet. Russland werfe sein „ganzes Gewicht“ in die Schlacht um die Stadt, erklärte der Gouverneur der Region Luhansk, Serhij Gajdaj, am Samstag. Die ukrainischen Kräfte „drängen sie aber jetzt zurück“. Moskau erklärte dagegen, ukrainische Einheiten zögen sich aus der Stadt zurück. Eine ukrainische Freiwilligenbrigade meldete unterdessen den Tod eines deutschen Kämpfers in ihren Reihen.

+++ 20:28 Häfen in der Ukraine blockiert: Afrikanische Staaten kaufen mehr argentinischen Weizen +++
Argentinien hat im ersten Wirtschaftshalbjahr einen Rekord beim Export von Weizen erzielt – und nach Angaben der Branche wegen des Krieges in der Ukraine auch mehr Weizen nach Afrika ausgeführt. Das berichtete die argentinische Zeitung „La Nación“ unter Berufung auf die Getreidebörse in Rosario. Zwischen Dezember 2021 und dem vergangenen Mai wurden einer Mitteilung der Getreidebörse zufolge mehr als 12,7 Millionen Tonnen ins Ausland geliefert, ein Höchstwert für diesen Zeitraum. Der Analyse der Getreidebörse in Rosario zufolge hat unter anderem die Bedeutung Afrikas als Abnehmer zugenommen. „Die afrikanischen Länder erhalten in der Regel Weizen aus Russland oder der Ukraine, insbesondere die Länder im Norden des subsaharischen Afrikas“, hieß es. Der Krieg Russlands gegen die Ukraine habe mehrere dieser Länder veranlasst, argentinisches Getreide zu kaufen. Auch wenn Brasilien immer noch das Hauptziel der argentinischen Weizenlieferungen sei, so steige der Anteil Afrikas an den Lieferungen stark.

Frühere Entwicklungen des Ukraine-Kriegs können Sie hier nachlesen.

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