Aktuelle Deutschland Nachrichten

+++ 15:07 Leichen mit Stricken um den Hals in Isjum entdeckt +++

0 7

Bei einem in der zurückeroberten Stadt Isjum entdeckten Massengrab wurden mehrere Leichen mit Stricken um den Hals und gefesselten Händen gefunden. Das bestätigen vor Ort anwesende Reuters-Reporter. Ukrainische Polizisten und Gerichtsmediziner halfen bei der Exhumierung der Leichen an der mit Holzkreuzen markierten Stelle am Rande eines Friedhofs im Nordwesten der Stadt. Am Boden lagen weiße Leichensäcke. Ukrainische Behörden berichteten zuvor über die Entdeckung einer Massengrabstätte mit insgesamt rund 440 Leichen in Isjum.

+++ 15:02 Polizei: Bisher nur Zivilisten aus Massengrab geborgen +++
Bei den in der zurückeroberten Stadt Isjum entdeckten mehr als 440 Leichen in einem Massengrab handelt es sich nach ukrainischen Angaben überwiegend um Zivilisten. „Nach einer vorläufigen Schätzung sind es Zivilisten“, sagt Polizeichef Ihor Klymenko auf einer Pressekonferenz. „Wir haben zwar Informationen, dass sich dort auch Soldaten befinden – aber wir haben noch keinen einzigen geborgen.“ Die Exhumierungen werden fortgesetzt, fügt er hinzu. Das Menschenrechtsbüro der Vereinten Nationen (UN) will Beobachter nach Isjum senden. „Sie wollen sich dorthin begeben, um mehr darüber herauszufinden, was passiert sein könnte“, sagt Sprecherin Liz Throssell. Wann ein solcher Besuch stattfinden könnte, ist unklar. Tausende russische Soldaten sind wegen der ukrainischen Offensive am vergangenen Wochenende aus Isjum geflohen.

+++ 14:50 Scholz will russischer Propaganda in UN-Rede entgegentreten +++
Am Dienstag hält Kanzler Olaf Scholz seine erste Rede vor der UN-Generalversammlung in New York: Darin werde Scholz das von ihm als Zeitenwende beschriebene Vorgehen des russischen Präsidenten Wladimir Putin klar als Völkerrechtsbruch benennen, heißt es in Berliner Regierungskreisen. Der von Moskau geführte Meinungskrieg dürfe nicht unterschätzt werden, wird zudem gewarnt. Russland versuche, den von ihm begangenen Völkerrechtsbruch unter den Teppich zu kehren. Dem wolle Scholz elementare Wahrheiten im Zusammenhang mit dem von Russland begonnenen Angriffskrieg entgegenhalten.

+++ 14:34 Soldat filmt Einheit bei Vorstoß in besetztes Balaklija +++
Der ukrainischen Armee gelingt bei Balaklija im Osten des Landes der Frontdurchbruch. Nach monatelanger russischer Besatzung erobern Selenskyjs Truppen die Stadt zurück. Mit einer Kamera hält der ukrainische Soldat Mykola Shchyrov den Kampfeinsatz fest.

+++ 14:19 Bericht: Weiterer Kollaborateur und seine Frau in besetzter Region getötet +++
Der von Russland ernannte „stellvertretende Bürgermeister für Wohnungsbau und kommunale Dienstleistungen“ Oleg Boyko und seine Frau Lyudmila wurden einem Bericht zufolge im besetzten Berdyansk getötet. Dies berichtet das belarussische Exilmedium „Nexta“. Die Frau des Kollaborateurs leitete den Wahlausschuss für das „Referendum über den Beitritt zu Russland“.

+++ 13:56 Bericht: 200 Holzkreuze bei Isjum gefunden – mögliches zweites Massengrab +++
Rund 200 Holzkreuze wurden am Freitag in der Nähe von Isjum in der Nordostukraine gefunden, wie Reuters berichtet. Möglicherweise handelt es sich um ein zweites Massengrab in einem Gebiet, das in den letzten Tagen von den ukrainischen Streitkräften zurückerobert wurde. Männer in weißen Overalls haben mit der Exhumierung von Leichen an der Stätte begonnen, die sich am Rande eines Friedhofs im Nordwesten von Isjum befindet, so die Zeugen. Etwa 20 weiße Leichensäcke waren zu sehen.

+++ 13:40 Russische Besatzer melden Raketenangriff auf Cherson +++
In der südukrainischen Großstadt Cherson ist nach russischen Angaben ein Gebäude der Besatzungsverwaltung mit Raketen angegriffen worden. Demnach sind fünf ukrainische Raketen in dem Gebäude eingeschlagen. Mindestens ein Mensch sei dabei getötet und einer verletzt worden, heißt es. Unabhängig überprüft werden können die Angaben nicht. Aussagen des Vizechefs der Besatzungsverwaltung zufolge wurde dessen Arbeitszimmer zerstört. Seine Kollegin Katerina Gubarewa teilte mit, zum Zeitpunkt des Angriffs habe eine Beratung der Leiter der Stadt- und Gemeindeverwaltungen der russischen Besatzer stattgefunden.

+++ 13:26 Russische Ex-Häftlinge werben in Videobotschaften für Kriegseinsatz +++
Ehemalige russische Häftlinge helfen bei der Rekrutierung neuer Soldaten für den Krieg in der Ukraine. In Videobotschaften verklären sie den Kriegseinsatz im Nachbarland, um weitere Rekruten anzuwerben. „Keine Sorge, hier ist alles cool“, sagt der Ex-Strafgefangene Kirill in die Kamera. „Lasst uns in die Schlacht ziehen.“

+++ 13:09 Bericht: Olena Zelenska nimmt an Beerdigung der Queen teil +++
Die ukrainische First Lady, Olena Zelenska, soll an der Beerdigung von Queen Elizabeth II. teilnehmen. Dies berichtet die britische Zeitung „The Sun“. „Die Anwesenheit von Olena Zelenska ist ein weiteres Zeichen der weltweiten Unterstützung für die Ukraine, während Russland isoliert ist“, wird eine nicht näher genannte Quelle von der Zeitung zitiert. Dem Bericht zufolge wird sie unmittelbar nach dem Ende der Trauerfeier in der Westminster Abbey in die Ukraine zurückkehren.

+++ 12:50 Ukrainische Polizei: Zehn „Folterräume“ in zurückeroberten Gebieten gefunden +++
In von Russland zurückeroberten Gebieten im Nordosten der Ukraine sind nach Angaben der ukrainischen Polizei mindestens „zehn Folterräume“ entdeckt worden. „Bis zum heutigen Tag kann ich von mindestens zehn Folterräumen in Orten der Region Charkiw sprechen“, sagt der nationale Polizeichef Igor Klymenko laut der Nachrichtenagentur Interfax. Allein zwei seien in der kleinen Stadt Balaklija entdeckt worden. Das ukrainische Verteidigungsministerium teilte bereits vor zwei Tagen ein Bild, das aus einem solchen Raum stammen soll. „Das Vaterunser wurde von ukrainischen Gefangenen in die Wand geritzt“, schrieb das Ministerium und forderte Russland „für diesen eklatanten Völkermord zur Rechenschaft“ zu ziehen.

+++ 12:34 Bericht: Bombe tötet Generalstaatsanwalt von Luhansk +++
Der Generalstaatsanwalt der pro-russischen ostukrainischen Separatistenregion Luhansk ist nach Behördenangaben durch eine Explosion getötet worden. Generalstaatsanwalt Sergej Gorenko und seine Stellvertreterin Jekaterina Steglenko seien durch einen „Terrorakt“ ums Leben gekommen, teilt der Separatistenchef von Luhansk, Leonid Passetschnik, auf Telegram mit. Die Explosion ereignete sich demnach im Gebäude der Generalstaatsanwaltschaft. Die Tat zeige, „dass das Kiewer Regime alle Grenzen des Akzeptablen überschritten hat“, erklärt Passetschnik. Eine Suche nach den „Personen, die mit diesem Verbrechen in Verbindung stehen“, sei eingeleitet worden. Weitere Angaben zur Art der Explosion machte er nicht. Mehr dazu lesen Sie hier.

+++ 12:29 Schweiz hebt Visumserleichterungen für russische Staatsbürger auf +++
Die Schweiz hebt Visumerleichterungen für russische Staatsbürger auf. Das Land folgt mit dem Schritt der EU, die vergangene Wochen entschieden hatte, das Visumerleichterungsabkommen mit Russland zu suspendieren. „Es liegt im Interesse der Schweiz, eine gemeinsame und harmonisierte europäische Visapolitik mitzutragen“, begründet die Schweizer Regierung den Schritt. Andernfalls könnten Ausweichbewegungen zu einem erheblichen Anstieg der Visumanträge von Russen bei den Schweizer Vertretungen führen.

+++ 12:00 Jäger: Putin erhält weniger Hilfe aus China als erhofft +++
China unterstützt Russland im Angriffskrieg offenbar weniger als es sich Moskau erhofft hat. Dies sagt der Politikwissenschaftler Thomas Jäger mit Blick auf den gemeinsamen Auftritt von Wladimir Putin und Xi Jinping bei dem Gipfeltreffen der Shangai-Gruppe. Beide Länder seien sich zwar einig, dass sie eine westlich dominierte Weltordnung ablehnen. Es sei jedoch „bemerkenswert“, dass sich der russische Präsident zu den Sorgen Chinas über den Krieg in der Ukraine geäußert habe. Chinesische Medien berichten demnach sogar, dass China und Russland „keine Anti-amerikanische Koalition“ bilden.

+++ 11:41 Scholz kündigt Rückbesinnung der Bundeswehr auf Verteidigung an +++
Bundeskanzler Olaf Scholz kündigt eine Rückbesinnung der Bundeswehr auf ihre Kernaufgabe der Landes- und Bündnisverteidigung an. Dies sei der Auftrag der Bundeswehr, und „alle anderen Aufgaben haben sich ihm unterzuordnen“, sagte Scholz auf der Bundeswehr-Tagung in Berlin. Die Bundeswehr müsse „zum Grundpfeiler konventioneller Verteidigung in Europa werden, zur am besten ausgestatteten Streitkraft in Europa“, so Scholz weiter. Dies sei angesichts der Bedrohung durch das von Wladimir Putin beherrschte Russland notwendig. Mit dem russischen Krieg in der Ukraine mache „eine hochgerüstete Nuklearmacht den Versuch, Grenzen in Europa mit Gewalt neu zu ziehen“. Scholz spricht sich dafür aus, neue Waffensysteme künftig verstärkt gemeinsam mit den Bündnispartnern zu entwickeln. Dafür müssten auch die strengen deutschen Exportvorschriften überprüft werden.

+++ 11:23 Thiele: Waffendebatte in Deutschland ist „unterirdisch“ +++
Der Oberst a.D. Ralph Thiele hält die Erfolge der Ukraine im Osten des Landes nicht für einen Wendepunkt im Krieg. Diese Einschätzung einiger Experten sei „euphemistisch“. Thiele kritisiert zudem die Waffendebatte in Deutschland, da diese sich nur auf Panzer konzentriere. Vielmehr hänge der Erfolg der Ukraine mit einer zielgerichteten Ausstattung mit Hochpräzisionswaffen zusammen.

+++ 11:02 Vermisstenbeauftragter: Grabfunde in Isjum wohl kein neues Butscha +++
Bei den Leichenfunden in der befreiten ostukrainischen Kleinstadt Isjum handelt es sich Aussagen des ukrainischen Vermisstenbeauftragten zufolge nicht um ein Massengrab, sondern um viele Einzelgräber. „Ich möchte das nicht Butscha nennen – hier wurden die Menschen, sagen wir mal, zivilisierter beigesetzt“, sagte Oleh Kotenko dem TV-Sender Nastojaschtschee Wremja. In Isjum starb „die Mehrzahl unter Beschuss, wir haben das den Daten nach bereits verstanden: Die Menschen kamen um, als sie (die Russen) die Stadt mit Artillerie beschossen“, sagte Kotenko. Die Bestattungsdienste hätten zum Teil nicht gewusst, wer die vielen toten Menschen seien. Deshalb stünden auf einigen Kreuzen nur Nummern. Derzeit bemühten sich die Behörden, ein Register mit den Fundorten der Leichen zu finden.

+++ 10:44 Russland will Erdgas statt nach Europa nach China leiten +++
Russland will das Erdgas, das es bislang nach Europa verkauft hat, künftig nach China leiten. Die geplante Pipeline Kraft Siberiens 2 werde die Ostseepipeline Nord Stream 2 ersetzen, sagte der russische Energieminister Alexander Nowak dem russischen Fernsehsender Rossija-1. Baustart für die Kraft Sibiriens 2 ist das Jahr 2024, sagte Nowak weiter. Der Energieminister kündigte an, die Lieferungen durch die Pipeline Sibirien 1 würden erhöht, um 20 Milliarden Kubikmeter pro Jahr zu erreichen. 2024 soll Kraft Sibiriens 1 die volle Kapazität erreichen, dann sollen 61 Milliarden Kubikmeter Gas pro Jahr durch die Leitung fließen. Nowak kündigte zudem den Bau einer weiteren Leitung in den Norden Chinas an; sie solle in Wladiwostok starten und etwa zehn Milliarden Kubikmeter Gas nach China bringen.

+++ 10:28 SPD-Außenexperte für europäische Leopard-2-Lieferung an Ukraine +++
Der SPD-Außenpolitiker Michael Roth kann sich eine gemeinsame Kampfpanzer-Lieferung mehrerer europäischer Staaten an die Ukraine vorstellen. 13 europäische Staaten verfügten über zusammen 2000 Leopard-2-Panzer, sagte Roth dem Nachrichtenradio MDR Aktuell. Er schlage daher vor, dass „wir gemeinsam ein Kontingent von Leopard-2-Panzern zusammenstellen, die wir dann möglichst rasch der Ukraine liefern“. Damit unternehme Deutschland keinen nationalen Alleingang, so der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag.

+++ 10:12 Stoltenberg: Ukrainische Erfolge bedeuten nicht Ende des Krieges +++
Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg warnt davor, angesichts der jüngsten militärischen Erfolge der Ukraine gegen Russland mit einem baldigen Ende des Krieges zu rechnen. „Es ist natürlich äußerst ermutigend zu sehen, dass ukrainische Streitkräfte in der Lage waren, Territorium zurückzuerobern und auch hinter russischen Linien zuzuschlagen“, sagt Stoltenberg dem britischen BBC Radio. „Gleichzeitig müssen wir verstehen, dass dies nicht der Anfang vom Ende des Krieges ist. Wir müssen darauf vorbereitet sein, dass sich das noch lange hinziehen wird.“

+++ 09:50 ntv-Reporter: Russland rekrutierte angeblich Kannibalen +++
Die Rekrutierungen von Jewgeni Prigoschin in russischen Gefängnissen sind für ntv-Reporter Rainer Munz die Bestätigung für den Personalmangel in der russischen Armee. „Russland findet ganz schwer Soldaten, die bereit sind in den Ukraine-Krieg zu ziehen“, sagt der Korrespondent in Moskau. Man sei demnach nicht wählerisch bei den Leuten, die man rekrutiere. Es seien schon 10.000 Gefängnisinsassen angeheuert worden, sagt Munz und verweist auf Angaben von Olga Romanowa, der Vorsitzenden der Vereinigung „Gefangene Russlands“. Unter den Rekrutierten soll auch ein Kannibale sein.

+++ 09:32 Ukraine: Russisches Militär hat bereits 54.000 Soldaten verloren +++
Russland hat laut den ukrainischen Streitkräften seit Beginn des Krieges rund 54.000 Soldaten und 2200 Panzer verloren. In der Oblast Cherson zerstörte das ukrainische Militär nach eigenen Angaben russische Panzer, gepanzerte Fahrzeuge und Artilleriesysteme. Das ukrainische Einsatzkommando Süd meldet zudem, dass die Ukraine ein Munitionslager im Beryslawski-Bezirk, die Kachowski-Brücke und fünf Pontonübergänge bei Daryiwka, Sadowoj und Nowa Kachowka beschossen hat. Die Angaben können derzeit nicht unabhängig geprüft werden.

+++ 09:08 USA liefern Ukraine weitere HIMARS-Raketenwerfer +++
Die neue angekündigte Militärhilfe der USA soll unter anderem weitere Mehrfach-Raketenwerfer (HIMARS) enthalten. Außerdem sollen Munition und Artilleriegranaten geliefert werden. Dies geht aus einer Mitteilung des Präsidialamtes an das US-Außenministerium hervor. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj schreibt auf Twitter, er lobe die Entscheidung von Präsident Joe Biden, „bis zu 600 Millionen Dollar als weiteres Verteidigungshilfepaket“ für die Ukraine bereitzustellen. „Gemeinsam werden wir siegen!“, schreibt er weiter. Das russische Außenministerium drohte jüngst, dass die USA eine „rote Linie überschreiten“ würden und zur „Konfliktpartei“ würden, wenn sie der Ukraine Langstreckenraketen für die HIMARS-Raketenwerfer liefern.

+++ 08:46 EU-Parlamentspräsidentin fordert Führungsrolle von Deutschland bei Ukraine-Unterstützung +++
EU-Parlamentspräsidentin Roberta Metsola sieht Deutschland in der Pflicht, bei der Unterstützung der Ukraine eine Führungsrolle einzunehmen. „Ich fordere von Deutschland, Führungsstärke zu zeigen“, sagt Metsola der „Augsburger Allgemeinen“. Allerdings können die Herausforderungen nicht von einem Land allein getragen werden. „Ich möchte, dass die Regierungschefs der europäischen Länder nicht nur über Demokratie reden, sondern sie auch zeigen.“ Metsola erinnert an die griechische Wirtschaftskrise. Auch damals konnte die „große finanzielle Last“ gemeinsam getragen werden.

+++ 08:23 ISW: Moskau reagiert mit „Kryptomobilisierung“ auf Niederlage +++
Moskau versucht nach der Niederlage der russischen Streitkräfte im Gebiet Charkiw mehr Soldaten für den Kampf in der Ukraine zu rekrutieren. Laut dem US-amerikanischen Think Tank Institute for the Study of War (ISW) reagiert der Kreml dabei mit einer „Kryptomobilisierung“, „anstatt die Bedingungen für eine allgemeine Mobilisierung zu schaffen“. Der tschetschenische Führer Ramsan Kadyrow rief demnach alle Verwaltungseinheiten in Russland dazu auf, die „Selbstmobilisierung“ einzuleiten und nicht auf die Ausrufung des Kriegsrechts durch den Kreml zu warten. Die russische Propagandistin Margarita Simonyan bekräftigte die Notwendigkeit, dass sich die Russen freiwillig an den Kriegsanstrengungen beteiligen sollten.

+++ 07:47 London: Russland mangelt es vor allem an Kampfinfanterie und Führungskräften +++
Dem russischen Militär mangelt es offenbar vor allem an Kampfinfanterie und Nachwuchsführungskräften. Dies berichtet der britische Geheimdienst in seinem neuesten Geheimdienstbericht und verweist auf das Anwerben russischer Häftlinge durch den russischen Geschäftsmann Jewgeni Prigoschin. Dieser betone, dass er nur „Kämpfer für Sturmtruppen“ sucht. Die Wagner-Gruppe versucht laut London bereits seit Juli, Gefangene für den Dienst in der Ukraine zu gewinnen. Außerdem werden die Ausbildungszeiten an russischen Militärakademien verkürzt, um die Offiziersanwärter möglichst schnell in der Ukraine einsetzen zu können. „Die Auswirkungen von Russlands Personalmangel werden immer gravierender“, heißt es.

+++ 07:22 Russische Experten fordern brutaleres Vorgehen der Streitkräfte +++
Russische Politiker und Militärexperten sagen im russischen Staatsfernsehen, dass es sich nicht um eine „spezielle Militäroperation“ in der Ukraine handele, sondern um einen echten Krieg. Dies schreibt Julia Davis, eine Journalistin der US-amerikanischen Zeitung „Daily Beast“, auf Twitter. Demnach sollen die russischen Streitkräfte auf die Niederlage in der Ukraine mit brutaleren Taktiken reagieren. Zunächst müsse man „die Angriffe auf kritische Infrastrukturen“ ausweiten, fordert der russische Militärexperte Igor Korotchenko. So solle die Ukraine „in Dunkelheit getaucht“ werden. Bis Dezember sollen so „20 Millionen Ukrainer“ in den Westen vertrieben werden.

+++ 06:54 Unionsfraktionsvize nennt deutsche Waffenlieferung „Almosen“
Der stellvertretende Unionsfraktionsvize Johann Wadephul kritisiert die angekündigten neuen deutschen Waffenlieferungen an die Ukraine als unzureichend. Verteidigungsministerin Christine Lambrecht biete „statt Hilfe erneut nur Almosen an“, sagte er den Funke-Zeitungen. Mit zwei weiteren Raketenwerfern und 50 geschützten Truppentransportern vom Typ Dingo „ist in einem Konflikt dieser Größe und Intensität nicht einmal ein einzelnes Gefecht zu gewinnen“, so Wadephul. Der Unionsfraktionsvize fordert Bundeskanzler Olaf Scholz dazu auf, bei der Bundeswehrtagung heute „die Lieferung eines echten Pakets an schweren Waffen, Kampfpanzern und Schützenpanzern“ anzukündigen, um die Ukraine nachhaltig zu unterstützen „und Deutschland nicht endgültig vor den Augen der internationalen Öffentlichkeit der Lächerlichkeit preiszugeben“.

+++ 06:27 Regierung stellt Rosneft Deutschland unter Treuhandverwaltung +++
Die Bundesregierung stellt die Rohölimporteure Rosneft Deutschland und die RN Refining & Marketing GmbH unter die Treuhandverwaltung der Bundesnetzagentur. Damit übernehme diese die Kontrolle über Rosneft Deutschland und damit auch über den jeweiligen Anteil in den drei Raffinerien PCK Schwedt, MiRo (Karlsruhe) und Bayernoil (Vohburg), wie das Wirtschaftsministerium mitteilt. Mit der Treuhandverwaltung werde der drohenden Gefährdung der Energieversorgungssicherheit begegnet und ein wesentlicher Grundstein für den Erhalt und die Zukunft des Standorts Schwedt gelegt.

+++ 06:01 Explosionen in russischer Region Belgorod gemeldet +++
Mehr als 20 Raketen sollen die russische Stadt Valuyki in der Region Belgorod getroffen haben. Das berichten unter anderem das Nachrichtenmagazin „Nexta“ und der „Kyiv Independent“. Demnach sagte Wjatscheslaw Gladkow, der Gouverneur der Region, die Stadt sei nach Explosionen ohne Strom. Ein Zivilist sei gestorben, zwei weitere werden in einem örtlichen Krankenhausen behandelt. Gladkow wirft der Ukraine vor, die Stadt angegriffen zu haben. Kiew hat sich bisher nicht zu dem Vorfall geäußert.

+++ 04:23 USA weiten Sanktionsliste aus +++
Die US-Regierung setzt zahlreiche weitere russische Behördenvertreter und Unternehmen vor allem im Technologiebereich auf ihre Sanktionsliste. Betroffen sind unter anderem der russische Geheimdienst GRU, prorussische Beamte in besetzten Gebieten, aber auch eine russische Neonazi-Gruppe und eine Kinderschutzbeauftragte, die verdächtigt wird die Verschleppung ukrainischer Kinder nach Russland zu beaufsichtigen. Zudem werden Sanktionen gegen die russische Raumfahrtindustrie sowie Computer- und Technologieunternehmen verhängt. Damit soll vor allem der Nachschub an Rüstungsgütern und die Modernisierung des russischen Militärs behindert werden.

+++ 03:11 Für Papst sind Waffenlieferungen zur Verteidigung vertretbar +++
Papst Franziskus hält Waffenlieferungen an die Ukraine für moralisch vertretbar, wenn diese nur der Selbstverteidigung dienen. Unmoralisch sei es jedoch, Waffen zu liefern „mit der Absicht, noch mehr Krieg zu provozieren, mehr Waffen zu verkaufen oder alte Waffen loszuwerden“, sagt das Oberhaupt der katholischen Kirche. Sich selbst zu verteidigen, sei „nicht nur berechtigt, sondern ein Beweis der Liebe zur Heimat“, sagt Franziskus. „Wer etwas verteidigt, der liebt es auch.“

+++ 02:27 USA sagen Ukraine weitere Militärhilfen zu +++
Die US-Regierung will der Ukraine weitere Militärhilfen zur Verfügung stellen. Aus Beständen des Verteidigungsministeriums solle die Ukraine zusätzliche Waffen, Munition und Ausrüstung aus Beständen im Umfang von 600 Millionen US-Dollar bekommen, kündigt das Außenministerium an. Ende August hatte US-Präsident Biden das bisher größte Einzelpaket im Umfang von knapp drei Milliarden Dollar verkündet. Anfang September kündigte US-Außenminister Antony Blinken dann während eines Überraschungsbesuchs in Kiew ein weiteres Hilfspaket im Umfang von 2,2 Milliarden Dollar an, mit dem die Ukraine sowie 18 Staaten in Ost- und Südeuropa ebenfalls langfristig militärisch gestärkt werden sollen.

+++ 01:22 Über 400 Seeleute sitzen in Ukraine fest +++
Rund 80 Schiffe mit mehr als 400 Seeleuten an Bord stecken nach Branchen-Angaben in ukrainischen Häfen fest. Die Bemühungen, die Schiffe auslaufen zu lassen, seien bislang erfolglos gewesen, erklären Vertreter der Schifffahrt. Die im Juli getroffene Vereinbarung zur Öffnung eines von den Vereinten Nationen unterstützten Seekorridors für den Transport von Getreide betraf nur Massengutfrachter in der Nähe von drei ukrainischen Häfen. Dutzende andere Schiffe, darunter Öltanker, haben keinen Zugang zu dem Korridor.

+++ 00:35 „Putins Koch“ verteidigt Einsatz von Gefangenen im Krieg +++
Nach der Veröffentlichung eines Videos, in dem mutmaßlich der russische Geschäftsmann Jewgeni Prigoschin zu sehen ist, wie er russische Gefangene für den Einsatz an der ukrainischen Front wirbt, verteidigt der 61-Jährige das Vorgehen. Wer nicht wolle, dass in dem Konflikt private militärische Firmen und Gefangene eingesetzt würden, der solle seine eigenen Kinder an die Front schicken, berichten russische Medien unter Berufung auf Prigoschins Pressedienst. „Entweder private militärische Firmen und Gefangene oder Eure Kinder – entscheidet selbst“, meinte er. Progoschin, der wegen seines Gastronomieunternehmens und seines engen Verhältnisses zum Kremlchef als „Putins Koch“ bekannt ist, gilt als Financier und inoffizieller Chef der rechtsextremen Söldnergruppe „Wagner“.

+++ 23:51 Separatisten machen OSZE-Mitarbeiter den Prozess +++
Im ostukrainischen Luhansk beginnt der Prozess gegen einen Mitarbeiter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE). Dem seit April inhaftierten Mann werde „Hochverrat“ vorgeworfen, erklärt das Ministerium für Staatssicherheit in dem prorussischen Separatistengebiet. Dmitry Schabanow habe als Sicherheitsassistent der Stachanawoskaja Forward Patrol Base geheime Informationen zu Vertretern ausländischer Geheimdienste weitergegeben. Ein Video zeigt, wie der Beschuldigte, in Handschellen und mit rasiertem Kopf, von der Polizei zu einem Metallkäfig im Gerichtsgebäude geführt wird. Die OSZE verurteilt den Prozess und spricht von erfundenen Anschuldigungen, sowie einem „völlig inakzeptablen, sogenannten ‚Gerichtsverfahren'“.

+++ 23:03 Angeblich 440 Tote: Massengrab in Isjum gefunden +++
In der zurückeroberten Stadt Isjum in der Region Charkiw ist laut ukrainischen Behörden ein Massengrab mit rund 440 Leichen entdeckt worden. Wie der Sender „Sky News“ unter Berufung auf einen hochrangigen Ermittler berichtet, würden nun alle Toten würden exhumiert und forensisch untersucht. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigt in seiner abendlichen Videoamsprache die Existenz des Massengrabs, ohne Details zur Zahl der dort Gefundenen zu nennen. „Wir wollen, dass die Welt weiß, was die russische Besatzung verursacht hat“, so Selenskyj. Die Ermittlungen hätten begonnen, am Freitag sollten erste Erkenntnisse vorliegen.

Mehr dazu hier.

+++ 22:23 Von der Leyen hält Prozess gegen Putin für möglich +++
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen kann sich vorstellen, dass es zu einem Prozess vor dem Internationalen Strafgerichtshof gegen den russischen Präsidenten Wladimir Putin kommt. „Ich halte das für möglich“, sagt von der Leyen bei „Bild“-TV. Es stehe außer Zweifel, dass in der Ukraine schwerste Kriegsverbrechen begangen würden. „Deshalb unterstützen wir, dass die Beweise gesammelt werden, dass vor dem Internationalen Strafgerichtshof die Verfahren möglich sind. Das ist die Grundlage unserer gemeinsamen internationalen Rechtsordnung, dass wir dann auch diese Verbrechen ahnden. Und zum Schluss ist Putin dafür verantwortlich.“

+++ 21:55 Dingo-Transporter für Ukraine – Bundeswehr nennt Fahrzeuge Lebensversicherung +++
Die Ukraine soll 50 gepanzerte Transportfahrzeuge des Typs Dingo aus Deutschland bekommen. Die Bundeswehr lobt den wendigen Radpanzer mit einer Höchstgeschwindigkeit von 89 Stundenkilometern als „Lebensversicherung für die Truppe“. Der Explosion von mehreren Kilogramm TNT-Sprengstoff sowie leichtem Maschinengewehrfeuer kann das Fahrzeug demnach standhalten. Sechs bis acht Soldatinnen und Soldaten haben darin Platz. Ausgelegt ist er sowohl für Straßen als auch für offenes Gelände. Der Transporter kann mit einem leichten oder schweren Maschinengewehr oder auch der Granatmaschinenwaffe Kaliber 40 Millimeter ausgerüstet werden. Der Dingo habe sich bereits in der Ukraine „bestens bewährt und maßgeblich zum Schutz der Soldatinnen und Soldaten beigetragen“, sagt Verteidigungsministerin Christine Lambrecht.

+++ 21:31 Prag entlarvt laut Bericht Spion +++
Ein Mitarbeiter des tschechischen Außenministeriums soll jahrelang geheime Dokumente an Russland weitergegeben haben. Das berichtet die Zeitung „Denik N“ unter Berufung auf Regierungschef Petr Fiala. Der tschechische Inlandsgeheimdienst BIS habe den Mann über einen langen Zeitraum beobachtet. Der russische Auslandsgeheimdienst SWR habe seine „Schwäche für Frauen und Geld“ ausgenutzt. Er sei inzwischen nicht mehr im Ministerium in Prag beschäftigt. Der Staatsbedienstete habe Zugang zu Dokumenten des höchsten Geheimhaltungsgrads gehabt, berichtet „Denik N“ mit Verweis auf Diplomatenkreise. Die Beziehungen zwischen dem NATO- und EU-Mitgliedstaat Tschechien und Russland sind seit langem äußerst angespannt.

Frühere Entwicklungen rund um den Ukraine-Krieg lesen Sie hier.

Hinterlasse einen Kommentar

Diese Website verwendet Cookies, um Ihr Erlebnis zu verbessern. Wir gehen davon aus, dass Sie damit einverstanden sind, aber Sie können sich abmelden, wenn Sie dies wünschen. Annehmen Weiterlesen

Datenschutz- und Cookie-Richtlinie