Aktuelle Deutschland Nachrichten

+++ 02:19 Ukraine spricht von Erfolgen in Saporischschja+++

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Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj vermeldet in seiner abendlichen Videoansprache positive Nachrichten aus der südöstlichen Region Saporischschja. Dort sei es ukrainischen Streitkräften gelungen, russische Truppen abzuwehren. Außerdem rücke das ukrainische Militär in der Region Charkiw vor. Währenddessen erklärt der Gouverneur der Region Luhansk, Serhiy Haidai, über seinen Telegram-Kanal, dass Sjewjerodonezk weiter unter starkem Beschuss steht. „Sie haben eines der Symbole von Sjewjerodonezk zerstört – die Eisarena. Sie haben das Gebäude mit Granaten beschossen“, postet Haidai gemeinsam mit einem Bild von schwelenden Ruinen des Gebäudes.

+++ 01:30 Selenskyj: Im Osten nichts Neues +++
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj beschreibt die Lage im Krieg gegen Russland als weiterhin schwierig. „Die Frontsituation über den Tag – ohne wesentliche Änderungen“, sagt Selenskyj in einer Videobotschaft in Kiew. Der strategisch wichtige Ort Sjewjerodonezk und seine Nachbarstadt Lyssytschansk sowie andere Städte im Donbass, die die russischen Angreifer derzeit als Schlüsselziele im Osten des Landes betrachten würden, könnten sich wirksam verteidigen. „Wir bewegen uns allmählich in der Region Charkiw voran und befreien unser Land.“ Zur Lage im Süden der Ukraine sagt Selenskyj: „Wir haben eine gewisse positive Wirkung im Gebiet von Saporischschja, wo es möglich ist, die Pläne der Eindringlinge zu durchkreuzen.“

+++ 01:03 Melnyk erinnert Scholz an Waffenversprechen +++
Nach seiner Ankündigung neuer Waffenlieferungen drängt die ukrainische Regierung auf entsprechende Taten von Bundeskanzler Olaf Scholz. Der ukrainische Botschafter Andrij Melnyk sagt dem „Tagesspiegel“, es gebe bisher keinerlei Klarheit, wann die Mehrfachraketenwerfer MARS aus Beständen der Bundeswehr geliefert werden. „Wir erwarten, dass die Ampel dieses Versprechen zügig erfüllt, weil unsere Truppen dieses Waffensystem am dringlichsten brauchen, um die ukrainische Zivilbevölkerung vor barbarischen Angriffen Russlands zu schützen.“ Man müsse dringend die „enorme militärische Überlegenheit“ brechen, fügt Melnyk hinzu.

+++ 00:03 Ukrainisches BIP fällt im Auftaktquartal um mehr als 15 Prozent +++
Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in der Ukraine ist im Auftaktquartal um 15,1 Prozent eingebrochen im Vergleich zum selben Vorjahreszeitraum. Das teilt das nationale Statistikamt in einer ersten Analyse mit. Im vergangenen Jahr war die Wirtschaftleistung in der Ukraine um 3,4 Prozent gewachsen verglichen mit 2020. Die Weltbank rechnet wegen des Kriegs für 2022 mit einem Einbruch des BIP in der Ukraine um 45,1 Prozent. Die russischen Truppen waren am 24. Februar in der Ukraine einmarschiert.

+++ 23:15 Heusgen: Putin glaubt, westliche Gesellschaft wird weich +++
Der Chef der Münchner Sicherheitskonferenz, Christoph Heusgen, mahnt im Konflikt mit Russland Durchhaltevermögen an. „Putin hält die westeuropäischen Gesellschaften für dekadent. Er glaubt, dass das von ihm regierte totalitäre Russland die bessere Durchhaltefähigkeit besitzt und wir unter Inflationsdruck, unter hohen Sprit- und Lebensmittelpreisen weich werden und die Unterstützung für die Ukraine nachlässt“, sagt Heusgen zu „t-online“. Er fordert, dass der russische Präsident vom Gegenteil überzeugt werden müsse, auch müssten Sanktionen verschärft werden.

+++ 22:41 Kiew beendet Städtepartnerschaft mit Minsk +++
Die ukrainische Hauptstadt kündigt der belarussischen Hauptstadt die Städtepartnerschaft, weil Belarus den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine unterstützt. Dies habe der Stadtrat von Kiew so entschieden, teilt Bürgermeister Vitali Klitschko mit. Von Belarus aus flögen Raketen in ukrainische Städte und Dörfer, zudem seien auch von dort aus russische Truppen in die Ukraine einmarschiert. Der Schritt kommt nach 25 Jahren – die Partnerschaft wurde im Juni 1997 beschlossen.

+++ 22:17 Kampf um Sjewjerodonezk: „Russen haben mehr Verluste als Ukrainer“+++
Die russischen Truppen erleiden ukrainischen Angaben zufolge beim Kampf um die strategisch wichtige Stadt Sjewjerodonezk erhebliche Verluste. „Die Russen haben wesentlich mehr Verluste als die Ukrainer“, teilt der Luhansker Gouverneur Serhij Hajdaj bei Facebook mit. Das Verhältnis liege „bei eins zu zehn“. Zu ukrainischen Verlusten könne er keine Angaben machen. Die Angaben sind nicht unabhängig zu prüfen. Russische Kräfte hatten in der vergangenen Woche den Großteil der Industriestadt erobert.

+++ 22:10 EU-Kandidat Ukraine? Brüssel gibt bald Empfehlung ab +++
Die EU-Kommission wird voraussichtlich kommende Woche Freitag (17. Juni) ihre Empfehlung darüber abgeben, ob der Ukraine der EU-Kandidatenstatus gewährt werden sollte. Bereits am Montag werde das Kollegium der Kommissare eine Orientierungsdebatte darüber halten, sagt ein Sprecher der Behörde. Dabei werde es auch um die Beitrittsanträge von Moldau und Georgien gehen. Am 23. und 24. Juni soll dann ein EU-Gipfel über den Antrag der Ukraine beraten. Die Ukraine hatte kurz nach Beginn der russischen Invasion den Beitritt zur EU beantragt.

+++ 21:54 Johnson warnt vor „schlechtem Frieden“ +++
Der britische Premierminister Boris Johnson warnt westliche Staaten davor, die Ukraine zu einem Friedensabkommen zu ihrem Nachteil mit Russland zu drängen. Versuche, der Ukraine einen „schlechten Frieden“ mit territorialen Zugeständnissen an Russland aufzuzwingen, seien „moralisch abstoßend“, sagt Johnson. „Wir sind einfach nicht in der Position, ihnen zu sagen, was sie tun sollen.“ Gegen wen sich seine Kritik richtete, sagt er nicht. Der französische Präsident Emmanuel Macron hatte jedoch vergangene Woche erklärt, westliche Staaten sollten Russland nicht „demütigen“, um weiterhin einen diplomatischen „Ausweg“ zu ermöglichen. Die Äußerungen hatten insbesondere in osteuropäischen Staaten Kritik hervorgerufen.

+++ 21:35 Separatisten wollen Weizen nach Russland bringen +++
Die von der Regierung in Moskau unterstütze selbst ernannte Volksrepublik Luhansk will Getreide aus eingenommenen Gebieten mit der Bahn nach Russland liefern. Das berichtet die Nachrichtenagentur Tass. „Morgen ist ein historischer Moment – die ersten Waggons mit Getreide werden nach Russland fahren, 50 Waggons, mehr als 3000 Tonnen“, zitiert Tass Landwirtschaftsminister Juri Pronko. Laut Tass lagern 300.000 Tonnen Weizen und 200.000 Tonnen Sonnenblumenkerne in Speichern in „befreiten“ Gebieten. Die Ukraine wirft Russland vor, Getreide aus eroberten Gebieten zu stehlen.

+++ 21:26 EU stellt Ukraine 205 Millionen Euro bereit +++
Die EU stellt der Ukraine aufgrund einer sich verschärfenden humanitären Notlage weitere 205 Millionen Euro zur Verfügung. „Mit diesen Mitteln sorgen unsere humanitären Partner für Nahrungsmittel, Wasser, medizinische Versorgung, Unterkünfte, Schutz und Bargeldhilfen“, sagt der für EU-Krisenmanagement zuständige Kommissar Janez Lenarcic während eines Ukraine-Besuches. Bisher wurden im Zuge des Krieges mehr als 700 Millionen Euro an EU-Hilfen bereitgestellt – dazu zählen auch materielle Hilfen wie Erste-Hilfe-Kits, Nahrungsmittel, Schutzkleidung, Feuerwehrwagen oder mobile Krankenhäuser. Nach Angaben der Vereinten Nationen benötigen rund 16 Millionen Menschen in der Ukraine humanitäre Hilfe.

+++ 21:11 US-Vertreter: Russische Energie-Einnahmen höher als vor Krieg +++
Die russischen Energie-Einnahmen dürften nach Einschätzung eines US-Regierungsvertreters derzeit höher sein als kurz vor dem Ukraine-Krieg. Grund dafür sei, dass die weltweiten Preisanstiege die Auswirkungen der westlichen Sanktionen zur Beschränkung der Energieverkäufe wettmachten, sagt der US-Sondergesandte für Energiesicherheit, Amos Hochstein. Zudem sei der Anstieg der globalen Ölnachfrage seitens der Verbraucher im Zuge der Abschwächung der Corona-Pandemie stärker ausgefallen als man vorhergesagt habe. Dies habe auch zu Preissprüngen geführt. Zugleich sei es Russland gelungen, Öl mit Rabatt an andere Abnehmer zu verkaufen.

+++ 20:57 VW stellt Co-Fertigung in Russland ein +++
Der VW-Konzern zieht sich aus der Produktion im russischen Montagewerk Nischni Nowgorod an der Wolga zurück und bietet rund 200 Beschäftigten eine Abfindung, wenn sie selbst kündigen. Hintergrund ist, dass am Standort bisher eine gemeinsame Fertigung mit dem Autobauer Gaz lief – dessen Miteigentümer Oleg Deripaska steht im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg auf westlichen Sanktionslisten. Bislang hat die Volkswagen-Gruppe noch keine Entscheidung über einen möglichen endgültigen Rückzug vom russischen Markt bekanntgegeben.

+++ 20:47 Litauen kritisiert Getreide-Gespräche ohne Ukraine +++
Litauens Außenminister Gabrielius Landsbergis kritisiert Gespräche zwischen der Türkei und Russland über die Freigabe von Getreidelieferungen aus der Ukraine. „Wir beobachten die laufenden Verhandlungen, die, gelinde gesagt, seltsam aussehen“, sagt Landsbergis der Agentur BNS zufolge. Diskussionen über ukrainische Häfen könnten nicht ohne Beteiligung Kiews geführt werden.

+++ 20:26 Munz: Todesurteile bringen London in Zwickmühle +++
Drei in der Ukraine in Gefangenschaft geratene ausländische Kämpfer werden im Donbass zum Tode verurteilt. ntv-Korrespondent Rainer Munz erklärt in Moskau, welches politische Kalkül des Kreml dahintersteckt – und warum genau hierin die vielleicht einzige Hoffnung der verurteilten Briten liegen könnte.

+++ 20:10 Selenskyj verhängt Sanktionen gegen Putin +++
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj verfügt per Dekret ein Einreiseverbot gegen Russlands Präsidenten Wladimir Putin und Dutzende weitere Vertreter des russischen Staates. Zudem werden Vermögenswerte der aufgelisteten Personen eingefroren, geht aus der präsidialen Webseite hervor. Die Sanktionen werden offenkundig keine großen Auswirkungen haben und werden vor allem als symbolisch gewertet.

+++ 20:04 Moskau warnt vor direkter Konfrontation wegen Cyberangriffen +++
Das Außenministerium in Moskau warnt, Cyberangriffe auf russische Infrastruktur könnten zu einer direkten militärischen Konfrontation mit dem Westen führen. Das Ministerium erklärt, es habe Attacken auf staatliche Einrichtungen und wichtige Infrastruktur-Bereiche gegeben. Die Verantwortlichen säßen in den USA und in der Ukraine. Am Wochenende war die Internet-Seite des Bauministeriums gehackt worden. Eine Internet-Suche nach dem Ministerium führte zu einer Seite mit der Losung „Ruhm der Ukraine“.

+++ 19:51 Ukraine rechnet mit bis zu 40 Prozent weniger Ernte +++
Wegen des russischen Angriffskriegs könnte die Ernte in der Ukraine im nächsten Jahr nach Einschätzung der Kiewer Regierung um bis zu 40 Prozent geringer ausfallen. „Wir haben 25 Prozent der Anbaufläche verloren“, sagt der stellvertretende Minister für Agrarpolitik und Ernährung, Taras Wyssotzkyj, bei CNN. Er gehe davon aus, dass die Ernte um 35 bis 40 Prozent oder rund 30 Millionen Tonnen zurückgehen werde. Zudem beschuldigt er Russland, in der Ukraine 500.000 Tonnen Getreide gestohlen zu haben.

+++ 19:20 Putin will wie Peter der Große russische Erde „zurückholen“ +++
Kremlchef Wladimir Putin stellt den von ihm befohlenen Krieg gegen die Ukraine auf eine Ebene mit dem Großen Nordischen Krieg unter Russlands Zar Peter I. und spricht von einer Rückholaktion russischer Erde. Der Zar habe das Gebiet um die heutige Millionenstadt St. Petersburg nicht von den Schweden erobert, sondern zurückgewonnen, sagt Putin am heutigen 350. Geburtstag von Peter dem Großen. „Offenbar ist es auch unser Los: Zurückzuholen und zu stärken“, zieht Putin laut der Nachrichtenagentur Interfax Parallelen zum Krieg gegen die Ukraine. Auch damals habe kein europäischer Staat das Gebiet als russisch anerkannt. „Dabei haben dort seit Jahrhunderten neben den finno-ugrischen Stämmen auch Slawen gelebt“, sagt der Kremlchef. Mehr dazu lesen Sie hier.

+++ 19:14 Laut Frontex 5,5 Millionen Ukrainer in EU-Länder geflohen +++
Seit Kriegsbeginn haben sich nach Angaben der EU-Grenzschutzagentur Frontex mehr als 5,5 Millionen Ukrainer in EU-Mitgliedsländern in Sicherheit gebracht. Unter Berücksichtigung der Geflüchteten mit nicht-ukrainischer Staatsangehörigkeit seien es insgesamt 7,3 Millionen Menschen, teilt die Behörde mit. Mittlerweile seien aber auch mehr als 2,6 Millionen Ukrainer aus EU-Ländern wieder in ihr Heimatland eingereist. Derzeit liege die tägliche Zahl der Ukraine-Rückkehrer höher als die Zahl derer, die in die EU ausreisen wollten.

Frühere Entwicklungen des Ukraine-Kriegs können Sie hier nachlesen.

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