Vergleiche mit Elon Musk
Batterie-Pionier aus Bayern ist insolvent
22.10.2026 – 14:31 UhrLesedauer: 2 Min.
Nur zwei Monate nach dem Verkauf durch Shell hat der Heimspeicherhersteller Sonnen Insolvenz angemeldet. Mehr als 150.000 Kunden bangen nun um ihren Service.
Der bayerische Batteriespeicherhersteller Sonnen GmbH hat am Donnerstag Insolvenzantrag gestellt. Die rund 400 Beschäftigten am Hauptsitz in Wildpoldsried im Allgäu wurden am Morgen informiert, wie das „Handelsblatt“ berichtet. Mehrere Tochtergesellschaften sollen demnach abgewickelt werden, nur ein Produktionsstandort soll erhalten bleiben.
Dabei galt Sonnen lange als Vorzeigeprojekt der deutschen Energiewende. Das 2010 gegründete Unternehmen wurde in der Branche als „Tesla der Solarspeicher“ gehandelt. 2019 übernahm Shell den Betrieb für rund 500 Millionen Euro und investierte insgesamt mehr als eine Milliarde Euro. Im August 2026 verkaufte der Konzern Sonnen an Tiven, das Family Office von Aurelius-Mitgründer Gert Purkert – zwei Monate später folgt nun der Insolvenzantrag.
150.000 Kunden: Sonnen-Service soll weiterlaufen
Die wirtschaftliche Lage ist seit Jahren angespannt: Der Umsatz brach von 443 auf knapp 199 Millionen Euro ein, das operative Ergebnis lag 2024 bei minus 188,7 Millionen Euro. Ein Sparprogramm reduzierte die Belegschaft von 1.318 auf 800 und die Verluste auf 52,2 Millionen Euro – doch profitabel war Sonnen in seiner Geschichte nur in einem einzigen Jahr.
Für Privathaushalte mit Sonnen-Speicher sollen Service und Bestandsgeschäft vorerst weiterlaufen. Wie lange das unter Insolvenzrecht gewährleistet werden kann, bleibt offen. Aus Unternehmenskreisen wird Kritik an Shell laut: Der Konzern habe sich nach dem Verkauf aus jeder Verantwortung zurückgezogen.
Der Fall Sonnen steht nicht allein. Anbieter wie BYD, Huawei und Sungrow drücken mit günstigeren Preisen europäische Hersteller zunehmend aus dem Markt. Erst im August hatte EnBW-Tochter Senec ihr Neukundengeschäft eingestellt. Der Gesamtmarkt wächst – doch die Gewinne fließen zunehmend nach Asien.
