Juli 28, 2026 5:53 p.m. CEST

Neue Pflicht ab 2030?

EU plant strengen Tempo-Vorstoß


28.07.2026 – 15:57 UhrLesedauer: 2 Min.

Kontrollverlust am Gaspedal: Die EU-Kommission prüft eine automatische Tempobremse per Satellit. (Quelle: Jochen Tack)

Die EU will das Rasen unmöglich machen. Eine Technik soll die Motorleistung bei zu hohem Tempo automatisch drosseln. Das Ziel sind unfallfreie Straßen. Kritiker warnen jedoch vor schweren Fehlern.

Wer künftig zu schnell fährt, setzt die Kontrolle über das Gaspedal aufs Spiel. Die EU-Kommission prüft eine Pflicht für Neuwagen ab 2030: Eine neue Technik könnte das Auto per Satellit orten und bei zu hohem Tempo automatisch die Motorleistung senken. Gespräche mit den Herstellern laufen bereits.

Das Ziel: Keine Toten mehr bis 2050

Die Pläne sind Teil des EU-Programms Vision Zero. Bis 2050 soll niemand mehr auf Europas Straßen bei Unfällen sterben. Immer mehr elektronische Programme wie Notbrems- und Spurhalteassistenten sind deshalb schon heute Vorschrift. Die automatische Bremse wäre ein nächster Schritt.

Ganz entmündigt wird der Fahrer jedoch nicht. Wer überholt oder einer Gefahr ausweichen muss, kann den Plänen zufolge das erlaubte Limit für kurze Zeit überschreiten.

  • EU verschärft Regeln: Diese Pflicht gilt jetzt

Kritiker warnen vor Fehlern

Experten bezweifeln, dass die Technik fehlerfrei arbeitet. Sie verweisen auf den seit Juli 2024 in jedem EU-Neuwagen vorhandenen Geschwindigkeitswarner ISA. Dieses System warnt nur per Ton und liest Schilder häufig falsch.

Verknüpft man diesen Mangel mit der neuen Temporegulierung, droht laut Experten Gefahr: Erkennt das System ein Schild falsch, bremst es das Auto auf der Autobahn im schlimmsten Fall abrupt ab. Die Technik müsse fehlerfrei funktionieren, bevor eine Pflicht eingeführt werde, werde, so die Forderung der Fachleute..

Ein solcher Eingriff wäre übrigens nicht völlig neu. Es gibt bereits ISA-Systeme, mit denen sich die Kraftstoffzufuhr drosseln lässt. Weil die Autokonzerne Druck ausübten, war der Einbau dieser Variante für die Hersteller bisher freiwillig – und fand entsprechend kaum statt.

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