September 12, 2026 5:20 a.m. CEST

Naturschützer wettern

Massenandrang auf Teneriffa: Video zeigt Chaos am Vulkan Teide


29.09.2025 – 11:24 UhrLesedauer: 3 Min.

Eine Besucherin fotografiert die Felsenlandschaft im Nationalpark Teide: Naturschützer bemängeln, dass zu viele Menschen unkontrolliert zu dem Naturwunder vordringen können. (Quelle: lightpoet via imago-images.de)

Teneriffas Nationalpark Teide mit dem höchsten Berg in ganz Spanien ist wieder in die Schlagzeilen geraten. Naturschützer monieren Staus, Überfüllung und schlechtes Benehmen von Besuchern.

Videos von langen Autokolonnen, Quads, Motorrädern und Safari-Buggys, Menschen urinieren am Straßenrand und stehen auf der Fahrbahn herum: In der vergangenen Woche dokumentierten Bilder die Überfüllung im Nationalpark Teide auf der kanarischen Insel Teneriffa. Die Vereinigung der Naturfreunde Teneriffas (ATAN) kritisierte in einem Beitrag auf ihrer Facebook-Seite den Inselrat Cabildo und seine Ohnmacht. Man lasse Teide zu einem „Freizeitpark“ verkommen.

In den Kommentaren zum ATAN-Video machen die Follower ihrem Ärger über die Situation Luft. „Diese Politiker verkaufen unsere Insel an private Unternehmen, die die Gewinne obendrein ins Ausland schaffen. Unverantwortliche Touristen missachten die Hinweise, Deppen mit ihren 4×4-Autos stehen Schlange, um den Sonnenuntergang zu sehen, und blockieren den Verkehr. Die Reiseleiter dirigieren den Verkehr, als wären sie die Besitzer. Keine Spur von der Guardia Civil“, wettert einer und weiter: „Es ist klar, dass diese kanarische Regierung eine Politik verfolgt, nach der man den Touristen nichts antun darf. Aber auf lange Sicht werden wir dafür einen sehr hohen Preis zahlen.“

Ein anderer schreibt: „Der Tourismus überflutet uns, und die Kanarier werden jeden Tag ärmer, während Meer und Berge voller Müll sind, weil diese Regierung keine Grenzen setzt und weiterhin zulässt, dass Hotels gebaut werden, deren Übernachtungspreise dem Monatslohn eines Kanariers entsprechen.“ Auf der Nachbarinsel Lanzarote passiere das Gleiche im Nationalpark Timanfaya, merkt eine Leserin des Beitrags an.

Die Szenen der vergangenen Woche ähnelten denen vom 15. August, einem nationalen Feiertag, als ebensolche Menschenmassen und die damit einhergehenden Probleme Anwohner und Naturschutzgruppen empörten. „Trotz wiederholter Zusagen, neue Regeln zu erlassen, scheint die Situation weit von einer Lösung entfernt“, kritisiert ATAN.

Die Naturfreunde verweisen auf frühere Aussagen der Cabildo-Präsidentin Rosa Dávila, die im Mai sagte: „Der Teide ist weder eine Kulisse für politische Kämpfe noch ein Freizeitpark oder ein Protestgelände, sondern ein natürliches Heiligtum, das Respekt und Schutz verdient.“ Die Realität habe ihre Worte gefressen, so ATAN.

Ein großer Teil des Problems sind laut Zeugen Offroad-Safari-Unternehmen. Deren Konvois mit bis zu einem Dutzend Fahrzeugen stoppten gleichzeitig, „um den Sonnenuntergang oder das Wolkenmeer zu betrachten“ – und verursachen so Staus und Menschenmengen in der fragilen Natur. Auch Motorrad- und Quad-Gruppen wurden dabei gefilmt, wie sie durch das Gebiet rasen und die Ruhe in einer eigentlich dem Naturschutz und der Stille gewidmeten Umgebung stören.

Aktie.
Die mobile Version verlassen