Oktober 3, 2026 4:48 p.m. CEST

Nach schwerem Sturm

Naturdenkmal auf Hawaii verschwunden

Aktualisiert am 03.10.2026 – 15:08 UhrLesedauer: 2 Min.

Der Hōlei-Meerbogen auf Hawaii: Er ist nicht mehr vorhanden. (Archivbild) (Quelle: via imago-images.de/imago)

500 Jahre widerstand ein Gesteinsbogen auf Hawaii den Wellen. Doch nach mehreren Stürmen verschwand die Formation.

Ein berühmtes Naturdenkmal an einer der abgelegensten Küsten Hawaiis ist verschwunden: Der Hōlei-Meerbogen im Volcanoes-Nationalpark ist in den Pazifik gestürzt. Das bestätigte der National Park Service (NPS) am Freitag. Zuvor war die Region wochenlang von heftigen Stürmen getroffen worden.

Der Meerbogen galt als Wahrzeichen der Südküste von Hawaiis Big Island. Die Formation aus Lavafelsen ragte etwa 27 Meter über das Meer hinaus und hatte über ein halbes Jahrtausend den Wellen standgehalten. Entstanden war der Bogen vor rund 550 Jahren durch unterschiedliche starke Erosion: Ozeanwellen hatten im Laufe der Zeit Gestein entlang von Rissen und in schwächeren Schichten aus den Klippen herausgelöst.

Ozean prallte täglich mit Wucht auf das Gestein

Der genaue Zeitpunkt des Einsturzes ist unklar. Nach Angaben des NPS stand der Meerbogen noch am Mittwoch, 23. September, als der Nationalpark wegen des heranziehenden Tropensturms Nolo vorübergehend geschlossen war. Bis Sonntagabend, 27. September, war die Formation dann kollabiert.

Die US Geological Survey hatte bereits 2014 auf die Vergänglichkeit des Naturdenkmals hingewiesen, berichtet der britische „Guardian“. Der Bogen sei aus alten Lavaströmen entstanden, indem entlang von Rissen und in schwächerem Gestein Felsstücke herausgelöst wurdem. Jeden Tag pralle der Ozean gegen den Pfeiler des Bogens und trage ihn ein Stück weiter ab, wurde damals gewarnt – eines Tages werde er verschwunden sein.

Tatsächlich zeigten die Klippen neben dem Meerbogen seit Jahren deutliche Anzeichen von Instabilität, wie der NPS nun erklärte. Tropische Wettersysteme und vulkanische Aktivität hatten die Felsformation zunehmend geschwächt, ein Einsturz galt als absehbar. Während des großen Kīlauea-Ausbruchs 2018 und des damit verbundenen Einsturzes am Vulkangipfel beschädigten Erdbeben die Klippen rund um den Bogen.

Hurrikan „Nolo“ verursachte teilweise Überschwemmungen in Hawaii. (Quelle: Gregory Bull/AP/dpa/dpa-bilder)

Überschwemmungen durch Hurrikan

Hinzu kommt, dass die Inselkette in diesem Jahr besonders häufig von schweren Stürmen heimgesucht wurde. Die Aktivität im Pazifik liegt derzeit über dem langjährigen Durchschnitt – und das mitten in der Spitzensaison für Hurrikans. Fachleute ordnen das Muster als typisch für El-Niño-Jahre ein, in denen der Pazifik oft mehr tropische Stürme und Hurrikans erlebt.

Der Tropensturm Nolo, der sich rasch zu einem Hurrikan verstärkte und den Volcanoes-Nationalpark zur Schließung zwang, war bereits der vierte schwere Sturm, der Hawaii in den vergangenen Monaten traf. Zuvor hatten die Hurrikans Lala im August und Lowell Anfang September Häuser und Straßen überflutet, Bäume umgeworfen und Stromausfälle verursacht. Viele Bewohner befanden sich noch in der Aufräumphase, als Nolo erneut mit Starkregen und hohem Wellengang über die Inseln zog.

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