Frag t-online
Daran merken Sie, ob Ihr Haus saniert werden muss
24.10.2026 – 08:35 UhrLesedauer: 3 Min.

Jede Woche beantwortet ein Experte aus der t-online-Ratgeberredaktion eine Leserfrage rund ums Geld. Heute geht es um die Sanierung einer Immobilie.
Der Herbst ist in Deutschland angekommen, in vielen Haushalten läuft die Heizung seit Längerem. Wie warm es in einer Wohnung oder in einem Haus sein sollte, ist eine sehr individuelle Entscheidung – und hängt auch mit dem eigenen Temperaturempfinden zusammen. Manchmal wird eine Wohnung oder ein Haus aber auch bei voll aufgedrehter Heizung nicht richtig warm. In diesem Fall sollten Eigentümer aufmerksam werden.
Einem t-online-Leser fällt genau das auf – und er will wissen, ob das ein Zeichen ist, dass sein Haus jetzt saniert werden muss. „Woran erkenne ich, ob mein Haus sanierungsbedürftig ist?“
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Wenn steigende Heizkosten zum Problem werden
In der Tat kann das ein Anzeichen dafür sein, dass eine Immobilie in einem energetisch schlechteren Zustand ist und eine Sanierung in Betracht gezogen werden könnte. Fällt Ihnen auf, dass einzelne Räume nicht mehr warm werden, wäre der Heizungsinstallateur der erste Ansprechpartner – der kann zunächst prüfen, ob die Heizung wirklich richtig eingestellt ist und ob alle Heizkörper noch funktionieren. So kann es auch sein, dass die Heizung selbst funktioniert, einzelne Heizkörper aber erneuert oder neu eingestellt werden müssen.
Anders sieht es aus, wenn alles an der Heizung normal läuft, der Energieverbrauch aber sehr hoch ist. Wenn Eigentümer sogar feststellen, dass sie aufgrund von immer weiter steigenden Öl-, Gas- oder Holzpreisen anfangen, einzelne Räume nicht mehr zu beheizen, dann kann das ein Anzeichen für Sanierungsbedürftigkeit sein.
Jan Peter Hinrichs, Geschäftsführer des Bundesverbands Gebäudehülle (BuVEG), sagt zu t-online: „Dann sollten Sie sich Gedanken machen. Wenn einzelne Räume nicht mehr beheizt werden, dann ist das schädlich für das Gebäude und kann Schimmelbildung begünstigen. Das kann gesundheitsschädlich sein.“ Zudem beschädigt Schimmel das Gebäude zusätzlich und macht mögliche Sanierungen noch aufwendiger. Langfristig reduziert das den Wert der Immobilie.
Energieausweis gibt Eigentümern die Antwort
Wer sein Gebäude saniert, kann aber – trotz höherer Investitionskosten – langfristig viel Geld sparen. Denn in einem energetisch sanierten Haus muss in der Regel weniger geheizt werden, was Kosten spart. Zudem steigert das den Wert der Immobilie, sodass beim Verkauf deutlich höhere Gewinne erzielbar sind. „Gerade bei den aktuell steigenden Energiepreisen lohnt sich das doppelt und dreifach. Die Amortisationszeiten für Sanierungen sind gering“, so Hinrichs.
Um einen Richtwert für die Sanierungsbedürftigkeit zu erhalten, lässt sich der Energieausweis heranziehen. „Wer mehr als 300 Kilowattstunden pro Quadratmeter an Energie benötigt, der lebt in einem energetisch miserablen Haus“, so Hinrichs. In einem Haus mit 150 Quadratmetern mit einer Gasheizung entspräche das Heizkosten von 4.500 Euro oder mehr, für eine Ölheizung würden mehr als 5.000 Euro fällig – wenn alle Räume beheizt würden.
