Landsmann Christos Mouzakitis ist mit seinen 19 Jahren ein Perspektivspieler beim englischen Erstligisten Hull City, der den Mittelfeldmann im Sommer für 15 Millionen Euro von Olympiakos verpflichtete. Und die Liste ist noch um einiges länger. Aber wie kam es überhaupt zu dieser Jugendrevolution in Griechenland?
Das Nationalteam gewann einst sensationell die Europameisterschaft 2004 unter Nationaltrainer Otto Rehhagel, aber selbst damals war das Land nicht mit einer Litanei an Ausnahmetalenten gesegnet. Es war eher die radikale Defensivtaktik von „König Otto“ und die Geniestreiche einiger Offensivkräfte, die Griechenland zum Titel führten. Doch nachdem die Generation um Traianos Dellas, Theodoros Zagorakis und Angelos Charisteas in den Ruhestand gegangen war, wurde es zunächst düster.
Olympiakos und PAOK investierten in die Jugend
Seit 2014 hat sich Griechenland nicht mehr für eine Welt- oder Europameisterschaft qualifiziert. Gleichzeitig geriet das Land im Zuge der Finanzkrise ab 2007 in enorme ökonomische Schwierigkeiten. Die Fußballklubs litten ihrerseits unter den Bedingungen.
Olympiakos und PAOK entschieden sich dennoch vor rund 15 Jahren dazu, mehr und mehr Geld in die eigene Jugendausbildung zu investieren – und das sollte sich auszahlen. Olympiakos gewann 2024 mit Mouzakitis und Kostoulas sogar die Uefa Youth League, die U19-Version der Champions League.
Mittlerweile ziehen andere Traditionsvereine nach, sofern sie die notwendigen Ressourcen haben. Zeitgleich konnte der Fußballverband erreichen, dass die Zahl der Uefa-lizenzierten Trainer exponentiell gestiegen ist. Damit erhöht sich die Qualität der Fußballausbildung generell, wenngleich aktuell noch sehr viel in Athen, Piräus und Thessaloniki konzentriert ist.
Die neue Generation scheint dem Vernehmen nach etwas weltgewandter als die Vorgänger-Generationen, welche sich teilweise sträubten, ins Ausland zu gehen. Die heimische Liga selbst bietet nicht die Qualität, damit Talente den Schritt zum höchsten Level schaffen.
Aber mit Tzolis, Kostoulas und Co. ist nun international wieder mit Griechenland zu rechnen. Zum Auftakt der Nations League schlug das Nationalteam Serbien in einem schwierigen Auswärtsspiel in Belgrad knapp mit 2:1 dank eines späten Treffers von Como-Stürmer Anastasios Douvikas. Nun geht es nach Augsburg, wo eine DFB-Auswahl im Umbruch auf die Griechen wartet.
