September 4, 2026 10:11 a.m. CEST

Deutsche Werft bekommt Zuschlag

Kanada entscheidet über Milliardenauftrag


Aktualisiert am 07.07.2026 – 06:41 UhrLesedauer: 2 Min.

Ein im Bau befindliches U-Boot in der Kieler Werft von TKMS. (Quelle: Marcus Brandt/dpa/dpa-bilder)

Kanada vergibt einen milliardenschweren U-Boot-Auftrag nach Deutschland. TKMS hat sich im Bieterverfahren gegen die Konkurrenz aus Südkorea durchgesetzt.

Die Thyssenkrupp-Rüstungstochter TKMS hat von Kanada den Zuschlag für den Bau von zwölf U-Booten erhalten. TKMS habe sich in dem Bieterverfahren durchgesetzt, berichtete die kanadische Zeitung „The Globe and Mail“ am Montag. Am späten Montagabend bestätigte der kanadische Premier, Mark Carney, den Auftrag für TKMS.

Am Vormittag hatte die Bundesregierung die Bedeutung des Geschäfts betont und ihre Hoffnung formuliert, dass sich Kanada für TKMS entscheiden würde. „Das ist ein großes strategisches Vorhaben. Wenn es gelingt, dann wird es Kanada an uns für Jahrzehnte binden“, hatte ein Regierungsvertreter gesagt. „Das wäre ein sehr guter Startpunkt für eine strategische Zusammenarbeit.“ Das Rüstungsgeschäft habe eine „echte transatlantische Dimension“; der Bundeskanzler habe dafür in den vergangenen Monaten „viel investiert an politischer Arbeit“. Die U-Boote der Klasse 212 CD sind Teil einer Beschaffungskooperation von Deutschland und Norwegen.

650.000 Arbeitsjahre in Kanada

Bereits im August 2025 hatte Carney verkündet, dass das Land zwei Bewerber in die engere Auswahl genommen habe: Neben der deutschen TKMS hatten die Kanadier auch ein Angebot des südkoreanischen Anbieters Hanwha Ocean Co. in Betracht gezogen. Deutschlands Verteidigungsminister Boris Pistorius hatte damit geworben, dass das TKMS-Angebot über die gesamte Laufzeit hinweg der kanadischen Wirtschaft rund 86 Milliarden kanadische Dollar einbringen würde. Zusätzlich soll das Abkommen in Kanada über 650.000 Arbeitsjahre schaffen. Ein Arbeitsjahr entspricht einem Arbeitsplatz für ein Jahr.

Auf der anderen Seite hatten die Südkoreaner bereits zu Beginn des Jahres ein fertiges U-Boot nach Kanada entsandt, um ihre Technologie vor Ort zu präsentieren. Letztendlich musste sich Hanwha jedoch TKMS geschlagen geben, das neben Kanada auch 20 weitere Länder mit U-Booten beliefert. Die Kundenliste der Südkoreaner ist derweil deutlich kürzer. Neben der eigenen Marine nutzt bislang nur Indonesien U-Boote aus Seoul.

Zum Auftragsvolumen machten weder Kanada noch TKMS Angaben. Dies dürfte sich nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aber allein für die U-Boote inklusive Service auf rund 20 Milliarden Euro belaufen. Wartung und Betrieb eingerechnet gehe es für die nächsten Jahrzehnte um ein Finanzvolumen von 100 Milliarden kanadischen Dollar (rund 62 Milliarden Euro), berichteten kanadische Medien. Die U-Boote sollen in Kiel und Wismar gebaut werden.

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