Oktober 20, 2026 3:37 p.m. CEST

Klingbeil bei Investorengipfel

„Ich will Ihr Geld“

20.10.2026 – 12:43 UhrLesedauer: 2 Min.

Lars Klingbeil, Friedrich Merz, Katherina Reiche (v.l.n.r.) beim Investitionsgipfel in Berlin: Rund 200 Vorstandschefs werden bei der Veranstaltung erwartet. (Quelle: Michael Kappeler/dpa)

Mit Klischees über deutsche Tugenden will die Bundesregierung mehr Kapital ins Land holen. Finanzminister Klingbeil wählte hingegen eine ungewöhnlich deutliche Formulierung.

Kanzler Friedrich Merz (CDU) hat beim Investitionsgipfel der Bundesregierung die Stärken des Standorts hervorgehoben – und dazu deutsche Klischees zu Hilfe genommen. „Deutsche gelten als fleißig, gehen früh schlafen und stehen noch vor Sonnenaufgang auf“, sagte er in Berlin. Der Berufsverkehr sei morgens zwischen 6 und 7 Uhr am stärksten. „Im Urlaub sind wir die Ersten am Strand und legen schon vor dem Frühstück unsere Handtücher aus. Und wenn wir Liefertermine vereinbaren, dann halten wir diese auch ein.“

Deutsche seien zuverlässig, berechenbar, präzise und für keine Überraschungen gut, sagte Merz. „Kurz gesagt: Wir sind genau das, was Investoren am meisten schätzen.“ Das Gute an Klischees sei nämlich, dass sie oft voller Wahrheit steckten.

„Ich will Ihr Geld“

Auch Finanzminister Lars Klingbeil warb bei dem Treffen um das Vertrauen internationaler Geldgeber und fand dabei eindeutige Worte: „The short of my workshop is: I want your money“ – zu Deutsch: „Die Kurzfassung meines Workshops lautet: Ich will Ihr Geld.“

„Einzigartige Kombination“

Die Bundesregierung will mit dem ersten Investitionsgipfel, der am Vorabend begann, mehr private Investoren nach Deutschland locken. Merz verwies erneut auf die soliden Staatsfinanzen, ein unabhängiges Justizsystem, eine starke industrielle Basis, ein gutes Bildungssystem und erstklassige Forschungseinrichtungen.

Deutschland biete Investoren eine einzigartige Kombination aus industrieller Exzellenz, technologischer Innovation und Zugang zu einem der weltweit größten Binnenmärkte.

Merz sagte erneut zu, dass die Bundesregierung ihren Reformkurs fortsetzt. Er sprach von einem der ehrgeizigsten Reform- und Modernisierungsprogramme der letzten Jahrzehnte.

Die Bundesregierung plant Reformen der Sozialsysteme, um Sozialausgaben zu stabilisieren, Flexibilisierungen im Arbeitsmarkt und einen Abbau von Bürokratie. Allerdings sind in der schwarz-roten Koalition Vorhaben – etwa bei der Rentenreform – umstritten.

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