Konzept mit Haken
Merz lockt Rentner mit diesem steuerfreien Bonus
Aktualisiert am 18.09.2025 – 10:26 UhrLesedauer: 4 Min.
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Auch Rentner sollen mehr arbeiten. Union und SPD wollen dafür die Aktivrente einführen. Wir erklären, was das CDU-Konzept bringen könnte – und wo der Haken ist.
Die CDU wünscht sie sich schon lange, nun soll sie Wirklichkeit werden: die Aktivrente. Die Idee dahinter: Wer das gesetzliche Rentenalter erreicht und freiwillig weiterarbeitet, soll bis zu 2.000 Euro pro Monat (24.000 Euro im Jahr) steuerfrei verdienen dürfen. Der Steuerfreibetrag würde sich damit also in etwa verdoppeln. Starten soll die Aktivrente bereits zum 1. Januar 2026.
Union und SPD wollen damit Anreize schaffen, mehr Menschen länger im Erwerbsleben zu halten, ohne es zwingend vorzugeben. Denn das reguläre Renteneintrittsalter möchte Schwarz-Rot nicht erhöhen. Ziel ist es, die Rentenversicherung durch zusätzliche Beiträge zu entlasten.
Zur genauen Gestaltung der Aktivrente gab es zuletzt allerdings widersprüchliche Aussagen. So hatte der Parlamentarische Geschäftsführer der Unionsfraktion, Hendrik Hoppenstedt, behauptet, den Steuerbonus gäbe es nur, wenn man trotz Erreichen des regulären Renteneintrittsalters weiterarbeite. CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann stellte daraufhin klar, dass die Aktivrente als steuerfreier Hinzuverdienst zur regulären gesetzlichen Rente geplant sei. Endgültige Klarheit wird der Gesetzesentwurf liefern. Diesen muss das Bundesfinanzministerium noch vorlegen.
Flankiert werden soll die Aktivrente von der Aufhebung des sogenannten Vorbeschäftigungsverbots. Das erleichtert es Angestellten im Rentenalter, zu ihrem bisherigen Arbeitgeber zurückzukehren, da sie dort auch befristet weiterarbeiten können. Bisher ist das ohne nachvollziehbaren Grund nicht erlaubt. Die Idee ist bereits Teil des Rentenpakets, das auch die Ausweitung der Mütterrente und die Festschreibung des Rentenniveaus enthält.
Kurz gesagt: Wer über das Renteneintrittsalter hinaus weiterarbeitet, müsste dank der Aktivrente auf einen fast doppelt so großen Anteil seines Einkommens keine Einkommensteuer zahlen. Da der Grundfreibetrag 2026 voraussichtlich bei 12.348 Euro im Jahr liegen wird und damit bei 1.029 Euro im Monat, könnten Menschen im Rentenalter also monatlich 971 Euro mehr verdienen als „normale“ Arbeitnehmer, ohne dass darauf Steuern fällig werden.
Schon heute gibt es finanzielle Anreize, um Menschen über das Rentenalter hinaus in Arbeit zu halten. Pro Monat, den Sie länger als Ihre Regelaltersgrenze beschäftigt bleiben, ohne Rente zu beziehen, erhöhen sich die Bezüge um 0,5 Prozent – zusätzlich zum Mehr an Rentenansprüchen, die Sie allein aufgrund der Weiterarbeit sammeln.
Experten sehen die Einführung einer Aktivrente unter den bisher bekannten Voraussetzungen aber kritisch. Beim IW ist man etwa der Ansicht, dass die Aktivrente nicht nennenswert dazu beitragen werde, das Arbeitsvolumen in der Gesellschaft zu steigern. So glaubt die IW-Rentenforscherin Ruth Schüler, dass die Aktivrente die Mehrzahl der Rentner gar nicht betreffen werde.













