Diese können ein Erdbeben der Magnitude von mindestens 7 auslösen – Zerstörungen in besiedelten Gebieten würden dann eintreten. Bei Magnitude 8 oder gar neun drohen schwere Schäden und starke Zerstörungen. Das Problem für die 16 Millionen Einwohner: Die Metropole ist wegen der schwachen Bausubstanz der Gebäude schlecht vorbereitet, sagt Marco Bohnhof t-online, Wissenschaftler am Deutschen Geoforschungszentrum in Potsdam.
Zwar gebe es wegen der Gefahr vor Mega-Erdbeben strenge Bauvorschriften – an diese halte sich nur kaum jemand. „Ein Erdbeben ist überfällig. Statistisch passiert dort alle 250 Jahre eins. Das letzte große Erdbeben ereignete sich 1766“, so der Experte. Die konkrete Wahrscheinlichkeit für ein Mega-Beben in den kommenden Jahrzehnten betrage bis zu 80 Prozent. Das zeigten Daten verschiedener Modelle.
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Dem stimmt der Erdbebenforscher Naci Görür zu, wie er der Deutschen Presse-Agentur erklärt. Es seien 100.000 Gebäude stark einsturzgefährdet, „es werden Hunderttausende umkommen“, warnt er. Rein rechnerisch könne es auch in die Millionenhöhe gehen. Weder die lokale Regierung Istanbuls noch die Zentralregierung oder die Bevölkerung seien sich der Gefahr wirklich bewusst, sagte Görür. „Maßnahmen zur Erdbebenresistenz der Städte in der Türkei sind nicht ausreichend.“
Viele Gebäude, die bei einem schweren Erdbeben einstürzen würden, seien bisher nicht aufgerüstet worden, warnte auch Sükrü Ersoy, Geologieprofessor von der Yildiz Technischen Universität. „Und angesichts der hohen Bevölkerungsdichte lassen sich Schäden auch bei entsprechender Planung nur schwer vermeiden.“ Der türkische Städtebauminister Murat Kurum sagte, Istanbul werde einem Erdbeben nicht standhalten. Insgesamt würden 1,5 Millionen Wohnungen und Gewerbeeinheiten als erdbebengefährdet gelten.
