Wahlkampf in Mecklenburg-Vorpommern
Linke greift CDU im Fischbrötchenstreit an – Partei reagiert prompt
Aktualisiert am 21.08.2026 – 12:57 UhrLesedauer: 2 Min.

Die CDU wirbt in Mecklenburg-Vorpommern mit dem Bild eines Fischbrötchens um Stimmen. Nach Kritik aus der SPD greift nun auch die Linke das Motiv auf.
Ausgerechnet das in Norddeutschland so beliebte Fischbrötchen gerät im mecklenburg-vorpommerschen Wahlkampf zum Politikum. Losgetreten hat es die CDU, die großflächig ein Fischbrötchen mit dem Spruch „Die Mitte ist das Beste“ auf ihre Plakate druckte. Soll bedeuten: Beim Fischbrötchen der Fisch, in der Politik die Union.
Lilly Blaudszun, Sprecherin von SPD-Spitzenkandidatin Manuela Schwesig, fand ein entsprechendes Foto auf einer Fotoplattform für 19 Euro und kritisierte es daraufhin als unauthentisch: „Es hat noch nicht mal für ein Fischbrötchen aus Mecklenburg-Vorpommern gereicht.“ CDU-Spitzenkandidat Daniel Peters ließ sich darauf ein, konterte, das Foto habe immerhin 73 Euro gekostet und erklärte: „Hätten wir ein Foto eines Fischbrötchens aus Stralsund genommen, hätte sich Rostock beschwert. Hätten wir ein Fischbrötchen von Rügen genommen, wäre Usedom verärgert …“ Das richtige Fischbrötchen zu wählen, ist offenbar keine einfache Angelegenheit.
Linke: „Der Fisch stinkt vom Kopf!“
Nun springt die Linke in Mecklenburg-Vorpommern auf den Fischbrötchen-Zug auf. Gezielt vor CDU-Büros hat sie Plakate aufhängen lassen, die ein Bild von Kanzler Friedrich Merz zeigen, wie er ein Fischbrötchen isst. „Der Fisch stinkt vom Kopf!“, heißt es dazu und: „Inhalte statt Fischbrötchen“.
Die Partei verbindet den Fischbrötchenstreit mit Kritik an dem Kurs der CDU: „Die Armutsreformen der Bundesregierung und des Bundeskanzlers versucht die CDU-MV mit Fischbrötchen und billigen Sprüchen zu überdecken“, sagte Landeschef Hennis Herbst t-online. Davon dürfe sich niemand blenden lassen. Herbst kritisiert in dem Zusammenhang, dass die CDU den Sozialstaat kürze und keine Antworten habe auf „die Preiskrise, die wir alle täglich bei der Miete, im Supermarkt und an der Tankstelle erleben“.
„Wer den Menschen im Wahlkampf Fischbrötchen präsentiert, ihnen nach der Wahl aber die Rechnung für Kürzungen und höhere Belastungen präsentiert, verdient eine klare Antwort“, so Herbst. Deswegen sage die Linke: „Der Fisch stinkt vom Kopf.“ Herbst resümiert: „Die CDU kann gerne über Fischbrötchen reden. Wir reden darüber, wer sich das Fischbrötchen am Ende überhaupt noch leisten kann.“
