Juli 14, 2026 10:58 a.m. CEST

Kein Unterschied zwischen CDU und AfD?

Ostdeutsche Linke wütend auf Pantisano


20.06.2026 – 14:26 UhrLesedauer: 2 Min.

10. Bundesparteitag der Linken

Luigi Pantisano kandidiert heute beim Bundesparteitag der Linken als Parteivorsitzender. (Quelle: Michael Bahlo/dpa/dpa-bilder)

Der mögliche nächste Linkenchef Pantisano vergleicht die CDU mit der AfD. In der Partei löst das Irritationen aus.

Mehrere Linken-Spitzenpolitiker aus ostdeutscher Landesverbände kritisieren den möglichen baldigen Linken-Chef Luigi Pantisano scharf. Dieser hatte in einem Interview mit der „Bild“ am Rande des derzeit laufenden Parteitags die CDU mit der AfD gleichgesetzt und den Christdemokraten faschistische Politik vorgeworfen. „Letztlich gibt es auch gerade gar keinen Unterschied zwischen der CDU, die faschistische Politik macht, der AfD oder den Faschisten selbst“, hatte er gesagt.

Eva von Angern, Spitzenkandidatin in Sachsen-Anhalt, sagte t-online, sie sei überrascht. „Das passt überhaupt nicht zu dem, was Herr Pantisano sonst immer gesagt hat“, sagte sie. „Das möchte ich klarstellen: Die CDU ist eine demokratische Partei in der sich viele Demokratinnen und Demokraten engagieren und die für die Menschen Politik machen.“ Auch wenn Kritik an vielen Stellen angebracht sei, sehe sie ganz klar einen großen Unterschied zwischen CDU und AfD.

Eva von Angern, Spitzenkandidatin aus Sachsen-Anhalt: (Quelle: Michael Bahlo/dpa)

„Ich bin doch etwas irritiert über die Aussage“

In Sachsen-Anhalt wird Anfang September gewählt. Umfragen sehen derzeit eine starke AfD. Um eine AfD-Beteiligung an der Regierung zu verhindern, könnte es notwendig sein, dass die Linke und die CDU zusammenarbeiten müssen. Von Angern wirbt dafür, dass ihre Partei dafür offen bleibt. Wir werden alles dafür tun, um zum Beispiel queere Menschen, Menschen mit Behinderung, Menschen mit Migrationshintergrund zu schützen.“

Auch Hennis Herbst, Landeschef in Mecklenburg-Vorpommern, sieht die Aussage Pantisanos kritisch. „Ich bin doch etwas irritiert über die Aussage, denn so pauschal kann man das in meinen Augen nicht sagen“, sagte er t-online. „Wir beobachten schon, dass die CDU in Teilen auch AfD-Politik macht, aber pauschal zu sagen, dass CDU eine faschistische Partei sei, funktioniert für mich nicht“, sagte er. „Da verkleinert man das demokratische Spektrum.“ Es müsse immer klar sein: Der Gegner heiße AfD. Auf die Frage ob er Herrn Pantisano auf dem Parteitag zur Wahl des Parteivorsitzenden seine Stimme geben werde, antwortete er knapp: „Ich werde mir seine Rede anhören“.

Die Landeschefin aus Thüringen, Katja Maurer, hält Pantisanos Aussage für verkürzt. „Man kann und muss Kritik an der CDU üben, ohne die faschistische AfD zu relativieren“, teilte sie t-online mit. Zur Realität aber gehöre auch, dass die CDU mit der AfD beispielsweise auf kommunaler Ebene gemeinsam abstimmt und arbeitet. „Das ist alarmierend“, so Maurer.

Der Bundestagsabgeordnete Luigi Pantisano stellt sich an diesem Samstag zur Wahl für den Vorsitz der Linken. Er hat keine Gegenkandidaten.

Aktie.
Die mobile Version verlassen