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Zu Recht oder zu Unrecht?: Bundespressekonferenz schließt Boris Reitschuster aus – Medien – Gesellschaft

Die schon länger schwelende Auseinandersetzung zwischen der Bundespressekonferenz (BPK) und dem Journalisten Boris Reitschuster verlagert sich auf die juristische Ebene. Der Mitgliedsausschuss der BPK hatte – einstimmig – festgestellt, dass der Journalist die Voraussetzungen für die Mitgliedschaft nicht mehr erfüllt, weil sein Medium nicht mehr in Deutschland ansässig sei. Der Firmensitz der von dem Journalisten betriebenen Website „reitschuster.de“ habe sich bereits im Sommer von Berlin nach Montenegro verlagert, erklärte die BPK. Die Satzung lege fest, dass ihre Mitglieder für ein in Deutschland ansässiges Medium arbeiten müssten und dass sie ihre Tätigkeit überwiegend in Bonn oder Berlin ausüben müssen. Der Ausschuss nimmt solche Überprüfungen regelmäßig vor.

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Boris Reitschuster hatte zunächst auf Twitter reagiert: „Beginnt jetzt die ,Säuberung’?“ Auf seiner Homepage schreibt er, es sei nicht vorgeschrieben, dass ein Medium seinen Sitz in Deutschland haben müsse. „Aber das wäre auch irrelevant, da ich selbst mein Medium bin und als freier Journalist – und deutscher Parlamentskorrespondent – meine eigene Seite betreibe. Sie war nie eine Firma und ist auch keine, und folglich kann sie auch keinen Firmensitz haben.“ Sein Anwalt hat Einspruch gegen den Ausschluss erhoben, jetzt muss der BPK-Vorstand entscheiden.

Instrumentalisierung der Pressekonferenzen

Nicht wenige Mitglieder der Bundespressekonferenz beklagen eine Instrumentalisierung der Vereinigung und ihrer Pressekonferenzen, diese würden zunehmend für Propaganda und Verschwörungsmythen missbraucht. Erkennbar ist damit auch Boris Reitschuster gemeint, der nicht nur gegen die Pandemie-Maßnahmen der Bundesregierung wieder und wieder polemisiert. Der Journalist leitete von 1999 bis 2015 das Moskauer Büro des Magazins „Focus“. Laut Eigenbeschreibung steht er für „kritischen Journalismus. Ohne ,Haltung’. Ohne Belehrung. Ohne Ideologie“. Joachim Huber

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