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Show-Comeback: Sebastian Pufpaff macht „TV Total“ – Medien – Gesellschaft

Gibt es auch bald wieder die “Hitparade”? Erst Gottschalks „Wetten, dass…?“, demnächst „Geh aufs Ganze!“ und nun die Wiederkehr eines weiteren alten Showformats: „TV Total“. Am Montag wurde das Comeback von ProSieben offiziell bestätigt.

Schon am Mittwochabend wird die erste Neuausgabe von „TV Total“ zu sehen sein, allerdings nicht mehr mit Stefan Raab, sondern mit Sebastian Pufpaff. Die erste Pilotfolge mit dem neuen Frontmann soll laut DWDL bereits in der vergangenen Woche aufgezeichnet worden sein.

Comedyfans kennen Pufpaff aus diversen „heute-show“-Auftritten sowie den 3sat-Formaten „Pufpaffs Happy Hour“ und den mit dem Grimme-Preis ausgezeichneten „Noch nicht Schicht“. Bei Letzterem führte Pufpaff in den vergangenen Monaten werktäglich mit scharfen, zehnminütigen StandUp-Monologen weitestgehend amüsant durch die Pandemie-Zeit.

Damit hat sich der 45-Jährige für höhere TV-Aufgaben empfohlen. Es gab allerdings schon kleinere Fußstapfen, in die man als Moderator treten kann. Ab 1999 machte Stefan Raab „TV Total“ mit Sonderausgaben und Markanteilen bis über 20 Prozent (der Zuschauer zwischen 14 und 49 Jahren) zu einer Unterhaltungsmarke im deutschen Fernsehen. Großes Wehklagen, als Raab 2015 die Show und damit auch sich nach 2303 Ausgaben vom Bildschirm verabschiedete, um fortan nur noch als Produzent hinter den Kulissen zu arbeiten. Mit über 16 Jahren Laufzeit war die bis zuletzt in Köln-Mülheim produzierte Sendung die langlebigste Late-Night-Show im deutschen Fernsehen.

Als Produzent ist Raab auch beim neuen „TV Total“ involviert. ProSieben und Raab, dürften – ähnlich wie bei Thomas Gottschalks „Wetten, dass…?“ – keine großen Korrekturen versuchen, außer der durchaus mutigen Verlegung in die Primetime, in Konkurrenz zum Mittwochsfilm der ARD.

All zu erfolgreich war das Late-Night-Show-Konzept aus StandUps, Studiogästen, Fernsehschnipseln und Blödeleien, was seine Fans gerade beim jüngeren Publikum hatte. ProSieben muss hoffen, dass die Neuauflage als Early-Night-Ding um 20 Uhr 15 nicht nur aber auch bei denen die funktioniert, denen das alte „TV Total“ noch vertraut ist.

Kann ein Sebastian Pufpaff einen Stefan Raab vergessen lassen?

Netflix hin, Disney+ her – ähnlich wie bei „Wetten, das.?“ wird beim Publikum auf ein wohlig-nostalgisches Gefühl der Vertrautheit gesetzt, dem Publikum einen unbeschwerten Abend zu bereiten. „,TV Total kommt in seiner Ur-Version zurück“, sagte ProSieben-Senderchef Daniel Rosemann am Montag, während Pufpaff schon mal verschärfte Kontrolle für Fernsehen und Soziale Medien ankündigte.
Gottschalk bleibt Gottschalk, aber eine Frage stellt sich bei „TV Total“: Kann ein Sebastian Pufpaff einen Stefan Raab vergessen lassen? Pufpaff gilt als politischer Kopf, hat seine Wurzeln im traditionellen Kabarett. Das erste Bühnen-Programm des studierten Politikwissenschaftlers beschäftigte sich 2007 mit der Wiedervereinigung und dem Konflikt zwischen Ost- und Westdeutschen.

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Nicht umsonst ist 3sat Pufpaffs Haussender. Beim Privatfernsehen ist vor allem auch Schabernack gefragt. Wobei die Öffnung von ProSieben (mit Wahl-TV zuletzt) in Richtung Informationsoffensive einem Sebastian Pufpaff viele Türen öffnen dürfte. Seinen Senf zu Corona, Merz, Scholz & Co. kann er nun nicht nur bei Welkes „heute-show“, sondern auch bei ProSieben los werden.
Weiter also TV-Restauration. Das wissen wir nun dank Ruckzuck-Programmänderung. Am Montag Pressekonferenz, am Mittwoch Sendung. Leidtragende sind Linda Zervakis und Matthias Opdenhövel. Deren schwächelndes Infotainment-Format rückt nach Tagesspiegel-Informationen aus der Primetime am Montagabend am Mittwoch hinter das einstündige „TV Total“ mit Sebastian Pufpaff.

Das hatten sich Zervakis und Opdenhövel nach dem Abschied von der ARD sicher anders vorgestellt. So nervös ist die Branche geworden.

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