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Serienabende bei ARD und ZDF: Möglichst ein Fernsehen für alle – Medien – Gesellschaft

Machen die das jetzt öfters? Stoßseufzer eines Zuschauers, der sich am Montag im Ersten mit den sechs Folgen der Serie „Eldorado KaDeWe“ konfrontiert sah. Schon das ZDF-Experiment, vor Weihnachten mit vier Episoden von „In 80 Tagen um die Welt“ das Regelprogramm des Zweiten implodieren zu lassen, stieß auf einen Mix aus Zustimmung und Ablehnung.

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Die Quoten sprechen eine undeutliche Sprache. Die ZDF-Serie startete mit 3,61 Millionen und ging dann runter auf 2,36 Millionen. Der Serienabend im Ersten lockte zunächst 3,06 Millionen, ein Wert, der im Finale nach Mitternacht nicht ins Unterirdische rutschte, sondern bei 1,66 Millionen stehenblieb.

Mehr, mobil, zeitunabhängig

Was sollen, was wollen ARD und ZDF mit dieser Anstrengung erreichen? Einmal soll das Publikum des linearen Fernsehens bemerken, dass es Serien von solcher Qualität mehr, mobil und zeitunabhängig gibt – nämlich in der Mediathek. Nichts anderes will das ZDF und beide zusammen Anschluss an jüngere Zielgruppen, die sie in den Zeiten, als es nur Fernsehen nach Schema gab, quasi aus ihren Programmen hinausgesendet haben. Mit der Doppelhelix aus Serie und Mediathek soll der Rundfunkbeitrag auch für die Generation Z schmackhaft gemacht werden (gezahlt werden muss sowieso).

Zu dieser Verlust-und-Gewinnrechnung gehört auch, dass Serienabende wie diese die „Tagesthemen“ und das „heute-journal“ aus dem Programm geschossen haben. Die Opposition Fiktion gegen Information ist fatal, weil mit der Befriedigung des einen Zuschauerinteresses das andere zugleich unerfüllt geblieben ist.

“Tagesthemen” und “heute-journal” in den Mediatheken

Muss nicht sein. Warum nicht die „Tagesthemen“ und das „heute-journal“ derart flexibel bekommen, dass beide Magazine zu den gewohnten Startterminen in den Mediatheken beider Sender angeboten werden? Das Serienvergnügen bliebe erhalten, dito die Information.

Das Fernsehen ist durch Streaming in den Inhalten reicher und im Gebrauch nutzerorientierter geworden. Jetzt haben die öffentlich-rechtlichen Anbieter – und nicht nur sie – die vornehme Aufgabe, einen Ausgleich herzustellen, ein Wunder zu kreieren: Fernsehen für möglichst alle.

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