HomeLebenDreifachtötung nahe Hamburg: Vater erschoss laut Staatsanwaltschaft seine beiden Kinder - Gesellschaft

Dreifachtötung nahe Hamburg: Vater erschoss laut Staatsanwaltschaft seine beiden Kinder – Gesellschaft

Im Fall der dreifachen Tötung in einem Einfamilienhaus in Glinde bei Hamburg hat eine Obduktion den Vater als Täter identifiziert. Seine beiden 11 und 13 Jahre alten Söhne kamen demnach durch jeweils einen Schuss ums Leben, wie ein Sprecher der Lübecker Staatsanwaltschaft am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur sagte.

Die rechtsmedizinischen Untersuchungen hätten zudem ergeben, dass der Vater „sich offensichtlich seine tödlichen Verletzungen selbst beigebracht hat“.

Die Auswertung des Notrufs habe ebenfalls ergeben, dass der 44-Jährige derjenige war, „der für die Schüsse verantwortlich war“. Den Angaben zufolge setzte die Ehefrau den Notruf ab. Sie lag am Dienstag mit mehreren Schussverletzungen noch immer im künstlichen Koma.

Am späten Abend des zweiten Weihnachtsfeiertages wurden nach Schüssen in dem Wohnhaus im schleswig-holsteinischen Glinde (Kreis Stormarn) die Leichen der zwei Kinder gefunden. Der Vater der Kinder starb trotz Wiederbelebungsversuchen noch im Haus. Die Mutter wurde schwer verletzt in ein Krankenhaus gefahren.

Wie die „Bild“-Zeitung berichtet, hatten die Kinder schon einmal im Jahr 2020 nach einem heftigen Streit der Eltern die Polizei verständigt. Auch das Jugendamt war über den Streit in der Familie informiert. Danach fand ein Gespräch mit den Eltern statt. Das Amt fand nach eigener Aussage keine Hinweis auf Kindesgefährdung.

Hinweise auf ein Motiv haben sich laut Polizei durch den Notruf nicht ergeben. Der Tatort sei für weitere Ermittlungen in dieser Sache von der Spurensicherung zunächst noch nicht freigegeben.

Nach bereits 15-stündiger Arbeit am Montag setzten die Techniker der Kriminalpolizei am Dienstag ihre Arbeit fort. Sie suchen in dem Haus nach weiteren Spuren und sichern sie. Dazu gehören beispielsweise die Projektile, Einschusslöcher und Blutspritzer.

Bereits am Montag und auch am Dienstag hatten mehrere Menschen Blumen, Kerzen und Briefe am Gartenzaun vor dem Wohnhaus der Familie abgestellt. Dort saßen auch zwei weiße Kuscheltier-Bären mit Weihnachtsmann-Mützen. In einem Brief dazu hatte ein Kind „Wir werden euch vermissen! Ruhet in Frieden!“ geschrieben und einen Engel mit Flügeln und einem Heiligenschein gemalt. (dpa)

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