Bei Treffen in New York
Lawrow versuchte wohl, Wadephul mit Goebbels-Titel zu provozieren
28.09.2026 – 07:36 UhrLesedauer: 1 Min.
Beim Treffen der Außenminister Lawrow und Wadephul gab es zahlreiche kleine russische Provokationen.
Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat seinem deutschen Amtskollegen Johann Wadephul bei deren Treffen in New York offenbar ein provozierendes Schriftstück vorgelegt. So trafen sich die Chefdiplomaten samt ihren Mitarbeitern im Besprechungsraum der russischen Delegation im UN-Gebäude. Als Wadephul eintraf, lag bereits ein Dokument in englischer Sprache auf seinem Platz.
Dabei dürfte der Titel besonders auch als Provokation für die deutsche Delegation gedacht sein. Er verweist nämlich auf Nazi-Propaganda-Minister Joseph Goebbels. „Die Erben Goebbels’: Fälschung der Ereignisse in Butscha und blutige Inszenierung des Kiewer Regimes“, ist das 21-seitige Heft überschrieben.
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Es handelt sich um ein propagandistisches Pamphlet über die russischen Gräueltaten in Kiewer Vorort Butscha. Dort hatten russische Soldaten im Frühjahr 2022 wahllos Menschen erschossen und gefoltert. Rund 400 Zivilisten starben. In dem Pamphlet werden diese unabhängig bestätigten Handlungen als westliche Propaganda abgetan.
Ein Video zeigt, wie Wadephul einen kurzen Blick auf das Heft wirft, um es dann mit einem Block und einem Stift zu verdecken und schließlich beiseitezuschieben. Die russische Außenamtssprecherin Marija Sacharowa teilte den Ausschnitt auf Telegram und schrieb dazu, der deutsche Außenminister habe das Papier „schamhaft bedeckt“.
Aus deutschen Delegationskreisen hieß es dagegen, das Papier sei „ein billiger Versuch zu provozieren“ gewesen. Ein solches Vorgehen gehöre zum „ABC der russischen Propaganda“.
