Studie weckt Hoffnung
Das könnte den Rauchausstieg massiv erleichtern
19.07.2026 – 08:51 UhrLesedauer: 2 Min.
Mit dem Rauchen aufzuhören, fällt den meisten Betroffenen schwer. Eine einfache Maßnahme könnte jedoch helfen, die Nikotinabhängigkeit leichter zu überwinden.
Eine Übersichtsarbeit aus den USA hat gezeigt: Der Umstieg auf Zigaretten mit stark reduziertem Nikotingehalt führt offenbar nicht dazu, dass die Betroffenen mehr rauchen oder dabei tiefer einatmen. Dies spricht dafür, dass nikotinarme Zigaretten Menschen beim Rauchstopp wirksam unterstützen könnten.
Mit Nikotinreduktion gegen die Abhängigkeit?
Fachleute sind sich einig: Je früher ein Rauchstopp gelingt, desto besser für die Gesundheit. Bis er gelingt, sind jedoch oft mehrere Anläufe nötig. Manche Menschen schaffen es auch nie. Einer der Gründe hierfür ist das im Tabak enthaltene Nikotin, das schnell stark abhängig macht. In den USA gibt es daher Pläne, den Nikotingehalt in bestimmten Tabakprodukten zum Rauchen gesetzlich deutlich zu senken.
Befürchteter Ausgleichseffekt im Fokus
Diese Neuregelung könnte allerdings einen unerwünschten Effekt haben. So besteht verbreitet die Sorge, Raucherinnen und Raucher würden dann als Ausgleich ihren Tabakkonsum steigern oder tiefer inhalieren, wodurch sie sogar mehr Schadstoffe wie Kohlenmonoxid aufnehmen könnten. Ein Forschungsteam der medizinischen Fakultät der Wake Forest University in North Carolina wollte daher untersuchen, wie wahrscheinlich ein solcher Ausgleichseffekt ist.
Dazu wertete das Team 17 hochwertige Studien zu den Auswirkungen des Rauchens sogenannter „Very Low Nicotine Content“-Zigaretten (VLNC) aus: Diese enthalten rund 95 Prozent weniger Nikotin als herkömmliche Zigaretten. Insgesamt umfasste die Übersichtsarbeit mehr als 5.500 Jugendliche und Erwachsene, die täglich oder gelegentlich rauchten.
Ergebnis widerlegt Ausgleichseffekt
Die Auswertung ergab: In keiner der Studien war bei einem Wechsel auf nikotinarme Zigaretten ein Anstieg des durchschnittlichen täglichen Zigarettenkonsums oder der durchschnittlichen Kohlenmonoxidbelastung feststellbar. Im Gegenteil: In 16 der 17 Studien rauchten die betreffenden Personen sogar weniger Zigaretten als die Mitglieder der Kontrollgruppen. Viele unternahmen zudem von sich aus den Versuch, mit dem Rauchen aufzuhören.
Durchschnittsangaben schließen aber nicht aus, dass einzelne Personen in den Studien doch häufiger zur Zigarette griffen: Schätzungen zufolge könnte der Umstieg auf die nikotinarmen Zigaretten bei 0,8 Prozent der Betroffenen zu einem Anstieg des Tabakkonsums um maximal 3,3 Zigaretten pro Tag und bei 8,1 Prozent zu einem Anstieg der Kohlenmonoxidbelastung geführt haben.
Dass eine drastische Senkung des Nikotingehalts in Tabakprodukten zu einem Ausgleichseffekt führen würde, ist somit unwahrscheinlich.
Potenziell hoher Nutzen für die Gesundheit
Modellrechnungen deuten bereits darauf hin, dass eine gesetzliche Begrenzung des Nikotingehalts das Potenzial besitzt, langfristig Millionen Menschen zum Rauchstopp zu bewegen. Die Hauptautorin der Übersichtsarbeit bringt es so auf den Punkt: „Das könnte eine der wirkungsvollsten gesundheitspolitischen Maßnahmen dieses Jahrhunderts sein.“
