September 16, 2026 1:53 p.m. CEST

Gastwirte und Hoteliers mahnen

Sachsen-Anhalt-Touristen stornieren ihre Buchungen


16.09.2026 – 12:25 UhrLesedauer: 2 Min.

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Quedlinburg im Landkreis Harz in Sachsen-Anhalt: Die Welterbestadt der Unesco ist berühmt für ihre Fachwerkhäuser und den Schlossberg. (Quelle: IMAGO/Frank Drechsler/imago)

Sachsen-Anhalt lockt mit Reisezielen wie Quedlinburg, dem Harz und dem Bauhaus Dessau. Doch nach der Landtagswahl wächst in der Tourismusbranche die Sorge um die Zukunft.

Gut zwei Wochen nach der Landtagswahl herrscht in Sachsen-Anhalt politisch große Ungewissheit. Nach dem Wahlergebnis sind die Mehrheitsverhältnisse schwierig. Die AfD verfügt über 39 der 83 Sitze und hat damit die absolute Mehrheit von 42 Mandaten verfehlt. Auch CDU, SPD und Grüne kommen gemeinsam nicht auf eine Mehrheit.

Die unklare Regierungsbildung löst nun auch in der Tourismusbranche Unruhe aus. Gastwirte und Hoteliers machen sich Sorgen um die Zukunft des Tourismus in Sachsen-Anhalt. Michael Schmidt, Präsident des Dehoga-Landesverbandes, mahnt im Gespräch mit t-online: „Egal, welche Partei den Regierungsauftrag erhalten wird, wir fordern sie dazu auf, schnellstens mit uns in den Dialog zu treten. Für unsere Branche ist es existenziell, ein Bekenntnis zum Tourismus, Sicherheit und Perspektiven zu bekommen.“

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Ohne Arbeitskräfte keine Betriebe

Der Dehoga Sachsen-Anhalt hatte seine Bedenken bereits in einem offenen Brief öffentlich gemacht. Dem Verband zufolge gibt es Anfragen von Gästen, die Sachsen-Anhalt zwar bereisen wollten, wegen der aktuellen Situation aber Bedenken hätten oder gar „aus Angst meiden“. Vereinzelt gebe es bereits Absagen oder Ankündigungen, Aufenthalte im kommenden Jahr zu stornieren.

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Der Gastgewerbeverband fordert deshalb von der künftigen Landesregierung ein klares Bekenntnis zu einer offenen Willkommenskultur. Die Sorgen der Branche beträfen dabei nicht nur mögliche Gäste. Auch bei der Gewinnung von Fach- und Arbeitskräften brauche das Gastgewerbe nach Ansicht des Dehoga verlässliche politische Rahmenbedingungen.

„Die Landespolitik muss sich zur Fach- und Arbeitskräftepolitik klar positionieren, denn ohne diese wird es für unsere Branche noch schwieriger“, fordert Schmidt. Nötig seien Stabilität und Vertrauen sowie eine offene Kommunikation zwischen Politik und Wirtschaft.

Wer die nächste Landesregierung führen wird, ist offen. Eine feste Frist für die Wahl eines neuen Ministerpräsidenten gibt es nicht. Der neu gewählte Landtag soll spätestens am 6. Oktober zu seiner konstituierenden Sitzung zusammenkommen; bis zur Wahl eines neuen Regierungschefs bleibt die bisherige Landesregierung geschäftsführend im Amt.

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