August 20, 2026 1:38 p.m. CEST

Mit Hyperschallraketen bewaffnet

Russisches Kriegsschiff vor Fehmarn gesichtet


20.08.2026 – 11:45 UhrLesedauer: 2 Min.

Die Fregatte „Admiral Kasatonow“ in der Region Murmansk (Archivbild): Das Schiff soll in der Ostsee unterwegs sein. (Quelle: IMAGO/Lev Fedoseyev/imago)

Russlands Kriegsmarine taucht in der Ostsee auf – unweit der deutschen Küste. An Bord sollen Raketen mit einer Reichweite von rund 1.000 Kilometern sein.

Eine Fregatte der russischen Marine ist vergangene Woche nahe der deutschen Ostseeinsel Fehmarn gesichtet worden. Das berichtet der britische „Telegraph“. Bei dem Schiff soll es sich um die „Admiral Kasatonow“ handeln, die demnach mit Marschflugkörpern und nuklearfähigen Zirkon-Hyperschallraketen ausgerüstet ist.

Das Schiff sei in der Ostsee unterwegs gewesen, einer wichtigen Route für Handel und Militärbewegungen. Eine Anfrage des „Telegraph“ zu dem Vorgang an die Bundeswehr, sei nicht beantwortet worden.

Die „Admiral Kasatonow“ gehört zur Nordflotte Russlands und gilt als eines der moderneren Kriegsschiffe der russischen Marine. Sie wurde 2020 in Dienst gestellt und kann nach Angaben des „Telegraph“ sowohl Angriffe über größere Entfernung ausführen als auch U-Boote bekämpfen. Unklar blieb demnach, ob sich das Schiff auch über die ursprüngliche Sichtung hinaus in der Nähe von Fehmarn befand. Schifffahrtsdaten legten nahe, dass der Standortsender der Fregatte ausgeschaltet gewesen sein könnte.

Besonders brisant ist die Bewaffnung des Schiffs mit Zirkon-Hyperschallraketen: Diese sollen eine Reichweite von rund 1.000 Kilometern haben. Damit könnten von der westlichen Ostsee aus mehrere Nato-Staaten in Reichweite liegen, darunter Deutschland, Dänemark, Schweden und Polen. Russland hat Zirkon-Raketen im Krieg gegen die Ukraine bereits eingesetzt.

Eine russische Fregatte feuert eine Zirkon-Rakete ab (Archivbild): Dabei handelt es sich um ein Hyperschallgeschoss. (Quelle: imago)

Moskau droht nach Schiffskontrollen

Die Sichtung folgt auf scharfe Drohungen aus Moskau gegen Großbritannien und EU-Staaten. Hintergrund sind Kontrollen und Beschlagnahmungen von Schiffen, die westliche Staaten der sogenannten russischen Schattenflotte zurechnen. Über dieses Netzwerk aus häufig älteren Tankern und Frachtern versucht Russland nach westlicher Darstellung, Sanktionen zu umgehen und weiter Öl sowie andere Güter zu transportieren.

Großbritannien und Frankreich hatten in den vergangenen Monaten mehrere solcher Schiffe kontrolliert oder festgesetzt. Im Juni gingen britische Kräfte laut „Telegraph“ gegen die „Smyrtos“ vor, die vor der südenglischen Küste vor Anker gelegt wurde. Frankreich hatte zuvor im Atlantik ein weiteres Schiff kontrolliert, das zur russischen Schattenflotte gehören soll. Moskau bezeichnete solche Maßnahmen als rechtswidrig und als Form von Piraterie.

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