Oktober 21, 2026 11:27 a.m. CEST

Hautkrankheit Krätze

Wie lange Infizierte ansteckend sind


Aktualisiert am 21.10.2026 – 09:29 UhrLesedauer: 2 Min.

Durch eine Glasscheibe getrennt (Symbolbild): Bei nachgewiesener oder möglicher Krätze ist der Kontakt zu anderen Menschen vorübergehend einzuschränken. (Quelle: gdefilip/getty-images-bilder)

Wer von Krätzmilben befallen ist, sollte enge Kontakte vermeiden, um die Ausbreitung der Krätze zu verhindern. Doch wie lange sind Betroffene ansteckend?

Jeder Mensch kann sich mit Krätze anstecken. Die Hautkrankheit verbreitet sich hauptsächlich durch direkten, engen Hautkontakt. Wo solche Kontakte üblich sind – zum Beispiel im Umgang mit Kindern, in Pflegeberufen oder in sexuellen Beziehungen –, ist das Risiko, sich anzustecken, entsprechend hoch.

Dabei bleibt das Ansteckungsrisiko oft länger unerkannt. Denn es dauert eine Weile, bis die Krätzmilben erste Beschwerden hervorrufen. In dieser sogenannten Inkubationszeit kann eine infizierte Person andere bereits mit Krätze anstecken. Wie lange sie schon ansteckend ist, wenn sie die ersten Symptome zeigt, lässt sich nicht feststellen. Lesen Sie hierzu auch:

Wann das Ansteckungsrisiko endet, ist hingegen leicht zu sagen: Menschen mit Krätze sind so lange ansteckend, wie sich Krätzmilben auf oder in ihrer Haut befinden. Ohne eine geeignete Behandlung ändert sich daran normalerweise nichts. Nur selten heilt Krätze nach mehreren Jahren von selbst aus.

Jedoch kann ein ärztlich verschriebenes Mittel gegen Krätzmilben (Antiskabiosum) – richtig angewendet – die Milben innerhalb kurzer Zeit unschädlich machen und somit Krätze heilen. Wie lange Betroffene ansteckend sind, hängt also zum großen Teil von ihnen selbst ab. In der Regel reicht bei ansonsten gesunden Menschen schon eine einmalige Behandlung:

  • Wer eine Creme mit dem Wirkstoff Permethrin gegen Krätze anwendet, ist direkt nach abgeschlossener Behandlung (also üblicherweise am folgenden Tag) nicht mehr ansteckend.
  • Wer Tabletten mit dem Wirkstoff Ivermectin gegen Krätze einnimmt, ist 24 Stunden nach der Einnahme nicht mehr ansteckend.

Wie hoch das Ansteckungsrisiko für Krätze ist und wie lange es fortbesteht, hängt allerdings auch von der Stärke des Milbenbefalls ab. Bei gewöhnlicher Krätze leben meist nur etwa zehn bis fünfzehn ausgewachsene Krätzmilben gleichzeitig in oder auf der Haut. Ist das Immunsystem geschwächt, können daraus schnell mehrere Millionen werden.

Bei einer derart schweren Form von Krätze, auch Borkenkrätze (Scabies crustosa) genannt, ist oft eine wiederholte – und damit längere – Behandlung nötig, bis die Betroffenen selbst nicht mehr ansteckend sind. Zudem kann sich Borkenkrätze – anders als gewöhnliche Krätze – schon bei kurzem Hautkontakt und eher auch über gemeinsam genutzte Textilien verbreiten.

Aktie.
Die mobile Version verlassen