Juli 14, 2026 9:01 a.m. CEST

Nach EU-Anordnung

ChatGPT ist zurück in WhatsApp – das steckt dahinter


14.07.2026 – 07:03 UhrLesedauer: 2 Min.

WhatsApp auf dem Smartphone: Anwender können ChatGPT auch ohne Konto nutzen. (Quelle: Bihlmayerfotografie/imago)

ChatGPT lässt sich wieder direkt in WhatsApp nutzen – ohne App und ohne Konto. Zu verdanken ist das der EU-Kommission, doch es gibt einen Haken beim Datenschutz.

OpenAI hat ChatGPT zurück in WhatsApp gebracht. Wie das Unternehmen mitteilt, ist der KI-Chatbot in der Europäischen Union wieder über den Messenger erreichbar. Nutzer müssen dafür den Kontakt „1-800-ChatGPT“ beziehungsweise die Nummer +1 800 242 8478 speichern. Ein ChatGPT-Konto ist nicht nötig.

Ein halbes Jahr lang ging das nicht. Meta hatte die Bedingungen für seine WhatsApp-Business-Schnittstelle geändert und allgemeine KI-Assistenten zum 15. Januar 2026 ausgeschlossen. Das traf neben ChatGPT auch Microsoft Copilot und Perplexity.

Übrig blieb Meta AI, die hauseigene KI des Konzerns. Rund 50 Millionen Menschen hatten ChatGPT nach Angaben von OpenAI bis dahin über WhatsApp genutzt.

Brüssel zwingt Meta zur Öffnung

Nun ist der Dienst auf Druck der EU zurück. Die Europäische Kommission eröffnete im Dezember 2025 ein Kartellverfahren gegen Meta und ordnete im Juni 2026 einstweilige Maßnahmen an. Der Konzern muss konkurrierenden KI-Diensten seither wieder kostenlosen Zugang zur WhatsApp-Schnittstelle gewähren, zu denselben Bedingungen wie vor dem 15. Oktober 2025.

Die Kommission begründet den Schritt damit, dass Meta sonst allein darüber entscheiden könnte, welche KI-Dienste die Nutzer des Messengers erreichen. Die Auflage gilt bis zum Abschluss des Verfahrens. Verstößt Meta dagegen, drohen Geldbußen von bis zu zehn Prozent des weltweiten Jahresumsatzes.

Der Konzern hat angekündigt, gegen die Entscheidung vorzugehen. Der Zugang zu ChatGPT ist damit vorerst gesichert, aber nicht dauerhaft.

Was Nutzer beachten sollten

Über den WhatsApp-Kontakt lassen sich laut OpenAI Textnachrichten und Bilder an ChatGPT senden, Sprachnachrichten verwenden und Bilder erzeugen. Wer den Chat mit einem ChatGPT-Konto verknüpft, bekommt höhere Nutzungslimits. Die Freischaltung erfolgt schrittweise und richtet sich nach der Ländervorwahl der WhatsApp-Nummer.

Ein Punkt unterscheidet den Bot von gewöhnlichen Kontakten: Was Nutzer an ChatGPT schicken, landet bei OpenAI. Das Unternehmen erklärt in seinem Hilfebereich, dass es die Konversationen speichert und mit der genutzten Telefonnummer verknüpft.

Zu Sicherheitszwecken und zur Missbrauchsprävention kann OpenAI die Inhalte für einen begrenzten Zeitraum überprüfen. Nutzer sollten daher keine Passwörter, Kontodaten oder Gesundheitsinformationen im Chat preisgeben.

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