Schnurren gegen Stress
Wie Katzen unser Wohlbefinden steigern
23.09.2025 – 15:18 UhrLesedauer: 2 Min.
Katzen beeinflussen die Chemie im menschlichen Gehirn positiv, wie Studien zeigen. Streicheln und Schnurren fördern das Wohlbefinden bei Mensch und Tier.
Viele Katzenhalter haben es selbst schon einmal erlebt: Nach einer ausgiebigen Kuscheleinheit mit dem felligen Begleiter fühlt man sich gleich glücklicher und entspannter.
Dass das nicht nur Einbildung oder Wunschdenken ist, zeigen wissenschaftliche Studien. So haben Forscher entdeckt, dass das „Kuschelhormon“ Oxytocin eine wichtige Rolle bei der Beziehung zwischen Katze und Mensch spielt.
Oxytocin ist derselbe Botenstoff, der auch bei menschlicher Interaktion durch bestimmte Reize ausgeschüttet wird und unter anderem soziale Bindung, Vertrauen und Geburts- sowie Stillprozesse fördert. Auch bei der Interaktion zwischen Mensch und Katze wird die Ausschüttung dieses Hormons angeregt.
Dabei reichen offenbar schon kleine Gesten wie sanftes Streicheln oder sogar nur Schnurren, um bei Menschen Oxytocin auszuschütten. Das kann bewirken, dass das Kortisol-Level (Kortisol wird auch das „Stresshormon“ genannt) sowie der Blutdruck beim Menschen sinkt und sogar Schmerzen gelindert werden.
Gleichzeitig haben Interaktionen mit dem Besitzer auch auf Katzen einen positiven Effekt. Wissenschaftler konnten demnach einen Anstieg des Oxytocin-Levels feststellen, wenn diese von ihren Besitzern gestreichelt wurden oder mit ihnen gekuschelt wurde.
Die Forscher konnten allerdings Unterschiede zwischen verschiedenen Bindungstypen feststellen. Bei Katzen mit einer sicheren Bindung zu ihrem Besitzer wurde mehr von dem Kuschelhormon ausgeschüttet, je mehr und längere Streicheleinheiten sie bekamen. Katzen mit einem vermeidenden Bindungstyp zeigten keine auffälligen Veränderungen des Oxytocin-Levels.
Ängstliche Katzen, die zwar die Nähe zu ihrem Besitzer suchen, bei direktem Kontakt aber schnell überfordert sind, hatten bereits vor Streicheleinheiten ein hohes Oxytocin-Level. Bei den Katzen mit vermeidendem und ängstlichem Bindungstyp konnten die Wissenschaftler beobachten, dass das Oxytocin-Level dann sank, wenn sie gegen ihren Willen festgehalten oder bedrängt wurden.
Das zeigt auch: Katzenhalter sollten die Grenzen ihres Tieres akzeptieren. Wenn der Stubentiger signalisiert, dass er keine Lust auf Streicheln hat, bringt es nichts, ihn dazu zu zwingen. Respektiert man die Bedürfnisse der Katze allerdings, kann man durch gemeinsame Kuscheleinheiten nicht nur etwas Gutes für sich selbst und das Tier tun, sondern auch für die gemeinsame Bindung stärken.
