Durch die zunehmende Globalisierung wird auch unsere Arbeitswelt immer internationaler. Fast alle erfolgreichen Unternehmen pflegen wichtige Geschäftsbeziehungen mit Kunden und Geschäftspartnern im Ausland. Durch das Aufeinandertreffen unterschiedlicher kultureller Hintergründe können dabei schon einmal Missverständnisse entstehen, die durch eine frühzeitige kulturelle Sensibilisierung hätten vermieden werden können. Eine Möglichkeit, diese Sensibilisierung voranzutreiben, ist die Weiterbildung ausgewählter Mitarbeitender zum interkulturellen Coach. Doch was umfasst eine solche Weiterbildung und für wen lohnt sich das Fortbildungsangebot?
Interkulturelle Kompetenz – braucht man das?
Bei der Zusammenarbeit mit ausländischen Unternehmen oder der Arbeit im Ausland sind kulturelle Differenzen nicht selten der Grund für Missverständnisse und Auseinandersetzungen. Diese können Geschäftsbeziehungen unnötig belasten oder im schlimmsten Fall sogar ganz beenden. Um Unternehmen und Arbeitnehmer und -nehmerinnen dabei zu unterstützen, ihre kulturelle Kompetenz zu fördern, bieten Ausbildungsinstitute wie die KOBA Bildungsakademie in Berlin deshalb spezielle Weiterbildungen im Bereich interkulturelles Coaching an.
Diese zielen darauf ab, Teilnehmende dazu zu befähigen:
- respektvoll mit Menschen aus anderen Kulturen umzugehen,
- Unterschiede anzuerkennen und zu akzeptieren,
- Missverständnisse und Konflikte zu vermeiden
- und so eine erfolgreiche und eigenverantwortliche Zusammenarbeit zu ermöglichen.
Die Teilnahme an der Weiterbildung soll außerdem dazu beitragen, schädliche Stereotype und Vorurteile abzubauen, die einer leistungsorientierten Zusammenarbeit internationaler Teams sonst im Weg stehen könnten.
Gut zu wissen: Viele Einrichtungen bieten den Teilnehmenden an, im Rahmen der Veranstaltung eine Zusatzqualifikation als interkultureller Coach zu erwerben. Das bedeutet, dass sie die erworbenen Kenntnisse im Anschluss im Rahmen eines interkulturellen Coachings an Arbeitskollegen und -kolleginnen weitergeben und bei interkulturellen Projekten eine beratende Rolle einnehmen können.
Worum geht es beim interkulturellen Coaching?
Die Intention einer interkulturellen Weiterbildung ist es also, international tätige Führungs- und Fachkräfte dabei zu unterstützen, Lösungen für interaktive und kommunikative Probleme zu finden, die im Rahmen der internationalen Zusammenarbeit auftreten können. Interkulturelle Coaches können Personen und Betriebe beim interkulturellen Management unterstützen, begleiten und zum Thema kulturelle Vielfalt beraten.
Mögliche Inhalte, die dabei im Rahmen einer interkulturellen Fortbildung behandelt werden können, sind beispielsweise:
- Reflexion bisheriger (Berufs-)Erfahrungen im Kontakt mit Geschäftspartnern und -partnerinnen aus anderen Kulturen
- Herausforderungen, Realitäten und Chancen in der internationalen Zusammenarbeit
- Gegenüberstellung von Fremd- und Selbstwahrnehmung von Einstellungen, Werten und Verhaltensweisen bei der Arbeit (meist mit Bezug auf relevante Zielkulturen)
- Hintergründe kultureller Prägungen
- Ursachen interkultureller Missverständnisse
- Kommunikationsstile im internationalen Vergleich (Ursachen für mögliche Fehlinterpretationen, praktische Formulierungshilfen, kulturspezifische Aspekte verbaler und non-verbaler Kommunikation etc.)
- Fördern der bewussten Wahrnehmung kulturell geprägte Nuancen bei sich selbst und anderen
- Zusammenarbeit bei internationalen Projekten und in multikulturellen Teams
- angemessenes Verhalten in und Organisation von internationalen Besprechungen
- kulturspezifische Unterschiede hinsichtlich Arbeitsstil, Zeit- und Planungsverständnis
Für wen lohnt sich die Weiterbildung?
Prinzipiell stehen interkulturelle Weiterbildungen allen Interessierten offen; die meisten Anbieter stellen keine formalen Anforderungen an die Teilnehmenden. Diese sollten jedoch die Bereitschaft mitbringen, Beziehungen zu Personen mit anderen kulturellen Hintergründen aufzubauen und sich respektvoll mit deren Wertesystemen auseinanderzusetzen.
Interkulturelle Kompetenz ermöglicht einen sicheren und reflektierten Umgang mit kulturellen Differenzen und fördert eine konstruktive, respektvolle Kommunikation; von einer praxisorientierten Weiterbildung profitieren also alle Arbeitnehmer und -nehmerinnen, deren Tätigkeitsbereiche eine Zusammenarbeit in vielfältigen Teams erfordern. Da interkulturelle Kompetenz eine wichtige berufliche Querschnittsfähigkeit darstellt, ist besonders die zusätzliche Qualifikation als interkultureller Coach eine attraktive Ergänzung im Lebenslauf.
