September 7, 2026 7:03 p.m. CEST

„Kein verbindliches Angebot“

Insolventes Chemiewerk in Leuna steht vor dem Aus

07.09.2026 – 17:18 UhrLesedauer: 2 Min.

Chemiewerk der Domo Caproleuna GmbH in Leuna: Bis Ende September wird dort noch produziert, danach droht der Anlage das Aus. (Archivbild) (Quelle: Jan Woitas/dpa/dpa-bilder)

Die Suche nach einem Investor für die insolvente Leuna Polyamid GmbH war bislang erfolglos. Jetzt fürchten Hunderte Beschäftigte um ihre Zukunft.

Die Suche nach einem neuen Investor für die insolvente Leuna Polyamid GmbH ist vorerst gescheitert. „Wir haben bisher leider kein verbindliches Angebot eines Investors erhalten“, sagte Geschäftsführer Martin Naundorf der „Mitteldeutschen Zeitung“. Damit droht der Produktionsanlage in Sachsen-Anhalt das endgültige Aus.

Leuna Polyamid hatte das Werk als Auffanggesellschaft erst im April vom insolventen Betreiber Domo Caproleuna übernommen. Bis Ende September werde zunächst noch produziert, um laufende Aufträge abzuarbeiten. „Danach wollen wir die Anlagen in Eigenregie herunterfahren“, so der Geschäftsführer. Das werde 15 bis 20 Tage dauern.

Leuna Polyamid GmbH hat 400 Beschäftigte

In dem Chemiewerk, das Kunststoffe und Dünger produziert, arbeiten nach Betreiberangaben rund 400 Beschäftigte. Die Auffanggesellschaft Leuna Polyamid GmbH wird jeweils zur Hälfte von Infra Leuna und Leuna-Harze gehalten. Sie hatte rund zweieinhalb Monate nach dem Neustart ebenfalls einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt.

Als Grund nannte die Geschäftsführung drastisch gestiegene Rohstoffpreise – „insbesondere in der Golfregion“ um mehr als 40 bis zu 100 Prozent – sowie Vorkassenforderungen von Lieferanten, die den Liquiditätsbedarf „sehr deutlich“ überstiegen. Zudem ermittelt seit Mai 2026 die Staatsanwaltschaft Halle gegen drei frühere Geschäftsführer der Domo Caproleuna GmbH wegen des Verdachts der Insolvenzverschleppung.

Der ursprüngliche Betreiber der Anlage, das belgische Chemieunternehmen Domo Chemicals, hatte für seine deutschen Tochterfirmen, darunter die Domo Caproleuna GmbH in Leuna, Ende 2025 Insolvenz angemeldet. Das Land Sachsen-Anhalt finanzierte einen Notbetrieb der Anlage zu Kosten von rund 79,5 Millionen Euro, von denen nach Einschätzung von Energieminister Armin Willingmann (SPD) höchstens ein Bruchteil zurückgezahlt werde.

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