Juli 30, 2026 4:29 p.m. CEST

Deutliches Plus

Inflation in Deutschland steigt nach Tankrabatt-Ende

Aktualisiert am 30.07.2026 – 14:44 UhrLesedauer: 2 Min.

Spritpreise: An der Tankstelle wurde es im Juli auf einen Schlag wieder teurer. (Quelle: Christoph Soeder/dpa)

Die Inflation in Deutschland ist im Juli auf 2,8 Prozent gestiegen. Vor allem Energie und teureres Benzin treiben die Preise.

Die Inflation in Deutschland ist nach dem Auslaufen des Tankrabatts überraschend deutlich gestiegen. Waren und Dienstleistungen verteuerten sich im Juli um durchschnittlich 2,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, nach 2,3 Prozent im Juni, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag zu seiner ersten Schätzung mitteilte. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten nur mit 2,7 Prozent gerechnet.

Die Ölpreise sind durch den wieder aufgeflammten Nahost-Krieg gestiegen, während der staatliche Tankrabatt ausgelaufen ist. Er hatte die Preise an den Zapfsäulen im Mai und Juni gedrückt. Die temporäre Senkung der Energiesteuer auf Kraftstoffe dämpfte der Bundesbank zufolge die Inflation um etwa einen Viertel Prozentpunkt.

„Es war klar, dass allein der Wegfall des Tankrabatts zu einem Preissprung von mehr als zehn Prozent bei den Benzinpreisen führen würde“, sagte der Chefökonom des Vermögensverwalters Bantleon, Daniel Hartmann. „Dies wurde nun durch die Daten der Bundesländer bestätigt.“ In Bayern etwa musste für Kraftstoffe gut 21 Prozent mehr bezahlt werden als im Juli 2025.

Kerninflation steigt weniger stark

Energie verteuerte sich um 8,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, nach 3,4 Prozent im Juni. Nahrungsmittel kosten erneut durchschnittlich 0,4 Prozent mehr. Für Dienstleistungen wie Versicherungen oder Reisen wurden 2,9 Prozent mehr verlangt (Juni: +3,1 Prozent). Die Preise ohne Nahrungsmittel und Energie, auch als Kerninflation bezeichnet, legten um 2,4 Prozent zu. Von Juni auf Juli zogen die Verbraucherpreise insgesamt um 0,8 Prozent an.

Künftig wollen weniger Unternehmen in Deutschland ihre Preise anheben. Das Barometer für ihre Preiserwartungen sank im Juli auf 21,6 Punkte, von 26,1 Zählern im Juni, wie das Münchner Ifo-Institut zu seiner Umfrage mitteilte. Ifo-Forscherin Tiphaine Wibault sagte: „Die künftige Preisentwicklung wird jedoch stark vom weiteren Verlauf des Konflikts im Nahen Osten und den davon abhängigen Energiepreisen beeinflusst.“

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