August 12, 2026 4:53 a.m. CEST

Rebellion gegen Fifa-Chef

Infantinos Gegner schmieden wohl neues Modell für den Weltfußball


Aktualisiert am 12.08.2026 – 02:49 UhrLesedauer: 3 Min.

Gianni Infantino steht in der Dauerkritik. (Archivbild) (Quelle: Sven Hoppe/dpa/dpa-bilder)

Drei Dachverbände zeigen gegen Gianni Infantino Zusammenhalt. Offenbar entwickeln sie auch ein alternatives Führungskonzept.

Die Gegner von Gianni Infantino wollen den Druck auf den Fifa-Präsidenten Gianni Infantino hochhalten. Die Dachverbände von Europa (UEFA), Asien (AFC), Nord- und Mittelamerika sowie der Karibik (Concacaf) arbeiten offenbar gemeinsam an einem neuen Rahmenwerk für die Führung des Weltfußballs. Davon berichtete der britische „Guardian“ am Dienstag.

Die drei mächtigen Verbände wollen damit ein System ersetzen, das sie als Günstlingswirtschaft unter Infantino kritisieren. Der Schweizer hatte vor zehn Jahren Sepp Blatter als Fifa-Präsident abgelöst.

Infantino steht massiv in der Kritik, die bis zu Rücktrittsforderungen reicht. Der Fifa-Boss wollte Rechte an den Turnieren des Weltverbandes an private Investoren verkaufen. Nach riesiger Empörung musste er sein Vorhaben wieder begraben. Seitdem tobt ein Machtkampf im Fußball. Wiederholte Forderungen nach einer unabhängigen Überprüfung der Fifa-Führungsstrukturen ignorierte Infantino bislang. Nun nehmen die drei Kontinentalverbände die Sache offenbar selbst in die Hand.

Ein Gegenentwurf zur Fifa-Führung

Eine mit den Gesprächen vertraute Quelle bestätigte dem „Guardian“, dass die Verbände an einem Grundsatzpapier arbeiten. Es soll aufzeigen, wie sich der Weltverband künftig entwickeln könnte. Die Beteiligten sollen dabei dem Bericht zufolge grundsätzliche Fragen klären: Welche genaue Rolle sollte die Fifa spielen? Wie sollte sie strukturiert sein? Welches Führungsmodell sollte gelten? Auch die finanzielle Verteilung unter den Mitgliedsverbänden gilt als eine zentrale Überlegung – insbesondere, wie die geschätzten fünf Milliarden US-Dollar (rund 4,6 Milliarden Euro) an Fifa-Reserven am besten eingesetzt werden können.

Falls Infantino sich weigert einzulenken, könnte das neue Rahmenwerk laut „Guardian“ von einem Herausforderer bei der Präsidentschaftswahl im kommenden Jahr übernommen werden oder sogar als Vorlage für eine Abspaltungsorganisation dienen.

„Führung im Fußball ist kein Besitz“

In einem offenen Brief hatten sich die drei Dachverbände am Montag gemeinsam schon an die Öffentlichkeit gewandt. Sie bekräftigten ihre Kritik an Infantino und fordern weiter einen Neuanfang an der Spitze des Weltverbandes.

„Führung im Fußball ist kein Besitz. Es geht nicht darum, Macht zu haben – oder ihre Ausübung einzufordern. Sie ist eine Verpflichtung zum Dienst an der Fußball-Familie, die einem ihr Vertrauen schenkt“, heißt es in dem Schreiben, das von UEFA-Präsident Aleksander Čeferin, AFC-Boss Salman bin Ibrahim al-Chalifa und Concacaf-Chef Victor Montagliani unterzeichnet ist.

„Wenn dieses Vertrauen durch Täuschung gebrochen wird, wenn sich jemand über das Kollektiv stellt, das ihn mit Verantwortung betraut hat, wurde diese Verpflichtung aufgegeben“, kritisieren die drei Dachverbände.

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