Juli 24, 2026 4:32 p.m. CEST

Adipositas betrifft häufig Frauen

In dieser deutschen Stadt leben die meisten Übergewichtigen

24.07.2026 – 15:09 UhrLesedauer: 2 Min.

Übergewichtiges Paar: Neuen Daten zufolge gibt es in Deutschland mehr übergewichtige Frauen als Männer. Viele von ihnen leben in Nordrhein-Westfalen und den neuen Bundesländern. (Quelle: IMAGO/PIERRE ROUANET)

In Duisburg ist der Anteil adipöser Menschen höher als in jeder anderen deutschen Großstadt. Ein neues Ranking zeigt zudem deutliche regionale Unterschiede.

Adipositas, umgangssprachlich Fettleibigkeit genannt, zählt zu den größten Gesundheitsproblemen in Deutschland. Die chronische Erkrankung beschreibt eine starke Vermehrung von Körperfett und geht über bloßes Übergewicht hinaus. Durch Adipositas steigt das Risiko für Folgeerkrankungen wie Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Das zeigt auch eine aktuelle Auswertung des Health-Tech-Unternehmens Voy. Dafür analysierte Voy Daten des Gesundheitsatlas Deutschland und setzte sie ins Verhältnis zur Einwohnerzahl der jeweiligen Städte und Bundesländer.

Duisburg führt das Adipositas-Ranking an

Mit einem Anteil von 11,52 Prozent weist demnach Duisburg den höchsten Anteil adipöser Menschen unter den deutschen Großstädten auf. Knapp dahinter folgen Nürnberg mit 11,51 Prozent, Essen mit 11,36 Prozent und die Region Hannover mit 11,33 Prozent. Alle diese Städte liegen über dem bundesweiten Durchschnitt von 10,5 Prozent.

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Ein anderes Bild zeigt sich dagegen in vielen süddeutschen und in universitär geprägten Städten. Den niedrigsten Anteil verzeichnet Münster mit 6,90 Prozent. Es folgen Hamburg mit 8,02 Prozent und München mit 8,31 Prozent. Auch Berlin bleibt mit 9,37 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt.

Sachsen-Anhalt an der Spitze der Bundesländer

Auch beim Vergleich der Bundesländer zeigen sich große Unterschiede. Sachsen-Anhalt weist mit 13,7 Prozent den höchsten Anteil adipöser Menschen auf. Mecklenburg-Vorpommern folgt mit 13,1 Prozent, Thüringen mit 12,5 Prozent. Dahinter liegen Brandenburg mit 11,6 Prozent und Niedersachsen mit 11,5 Prozent.

Am unteren Ende des Rankings stehen vor allem Stadtstaaten und südliche Bundesländer. Hamburg erreicht, wie schon zuvor erwähnt, mit 8,02 Prozent den niedrigsten Wert. Baden-Württemberg kommt auf 9,2 Prozent, Berlin auf 9,4 Prozent. Rheinland-Pfalz und Bremen liegen mit jeweils 9,9 Prozent ebenfalls unter dem Bundesdurchschnitt.

Die meisten Betroffenen leben in Nordrhein-Westfalen

Bei den absoluten Zahlen verändert sich das Bild. Weil dort besonders viele Menschen leben, verzeichnet Nordrhein-Westfalen mit rund 1,99 Millionen adipösen Menschen die höchste Zahl Betroffener in Deutschland. Es folgen Bayern mit etwa 1,33 Millionen und Baden-Württemberg mit rund 1,03 Millionen Menschen. Niedersachsen kommt auf rund 916.400 Betroffene, Hessen auf etwa 643.600.

Die niedrigsten absoluten Zahlen weisen die kleineren Bundesländer auf. In Bremen leben rund 69.800 Menschen mit Adipositas, im Saarland etwa 108.400. Hamburg zählt rund 148.900 Betroffene, Mecklenburg-Vorpommern etwa 207.100 und Schleswig-Holstein rund 249.000.

Absolute Zahlen: Frauen häufiger betroffen als Männer

Die Auswertung zeigt außerdem Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Bundesweit leben rund 5,04 Millionen Frauen mit Adipositas, bei den Männern sind es „nur“ etwa 3,73 Millionen.

Auch in Nordrhein-Westfalen sind Frauen häufiger betroffen: Dort leben rund 1,17 Millionen Frauen mit Adipositas, gegenüber etwa 823.100 Männern. In Bayern sind es rund 751.200 Frauen und etwa 582.100 Männer. Selbst in Bremen setzt sich dieser Trend fort. Dort sind rund 42.100 Frauen und etwa 27.700 Männer betroffen.

Sarah Bechstein, Mitbegründerin von Voy, bewertet die Ergebnisse als Hinweis auf eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung. Ihrer Einschätzung nach zeigen die deutlichen regionalen Unterschiede, dass Faktoren wie Einkommen, Gesundheitsbildung, der Zugang zu Präventionsangeboten und der Lebensstil die Entwicklung beeinflussen können. Bechstein: „Besonders alarmierend ist, dass die Erkrankung in einigen Bundesländern mittlerweile mehr als jede achte Person betrifft.“

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