Oktober 12, 2026 1:01 a.m. CEST

Huthi-Angriffe auf Flughafen

Ministerin Reiche steckt in Riad fest

Aktualisiert am 11.10.2026 – 23:16 UhrLesedauer: 2 Min.

Katherina Reiche (CDU): Wie sie zurück nach Deutschland kommt, ist nicht klar. (Archivbild) (Quelle: Michael Kappeler/dpa/dpa-bilder)

Bei Huthi-Angriffen auf Riads Flughafen kommen mindestens zwölf Menschen ums Leben. Nun muss Wirtschaftsministerin Reiche ihre Heimreise neu organisieren.

Nach schweren Angriffen der Huthi-Terrormiliz auf den internationalen Flughafen Riad mit zwölf Toten kann Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche nicht wie geplant aus der saudi-arabischen Hauptstadt nach Berlin zurückreisen. Die für Montag geplante Rückreise der CDU-Politikerin von Konferenzen in Saudi-Arabien kann wohl wegen der Sperrung des Flughafens nicht wie geplant stattfinden. Das sagte eine Ministeriumssprecherin am Sonntag der Nachrichtenagentur Reuters. „Die Bundesministerin und ihre Mitarbeiter werden sicher und wohlbehalten zurückkehren“, betonte die Sprecherin. Die dafür notwendige Logistik werde derzeit zwischen den beteiligten Ministerien und Behörden abgestimmt, alternative Rückreisemöglichkeiten würden geprüft.

„Sollte sich die Lage vor Ort verändern, werden wir gemeinsam mit unseren Partnern unmittelbar darauf reagieren“, erklärte die Sprecherin. Bei Angriffen auf den internationalen Flughafen von Riad waren am Samstag mindestens zwölf Menschen getötet und mehr als 300 verletzt worden. Laut dem Bundeswirtschaftsministerium befand sich Reiche schon vor den Angriffen auf den Airport auf Konferenzen in Riad.

Huthi greifen erneut saudische Flughäfen mit Raketen an

Die proiranischen Huthis im Jemen hatte ihre Angriffe auf Flughäfen in Saudi-Arabien in den vergangenen Tagen ausgeweitet. Am Samstag wurden bei einem Angriff auf den internationalen Flughafen von Riad nach saudi-arabischen Angaben zwölf Menschen getötet. Mehr als 300 Menschen wurden verletzt. Ein indischer Staatsbürger erlag später seinen Verletzungen.

Die jemenitischen Rebellen setzten ihre Attacken am Sonntag fort. Die saudische Luftfahrtbehörde berichtete am Abend von einer Attacke auf den King-Fahd-Aiport in Damman, die Schäden verursacht habe. Zudem habe es einen neuen Angriff auf den Flughafen King Chalid gegeben, erneut mit Verletzten.

Anhänger der Huthis in Jemens Hauptstadt Sanaa (Archivbild). (Quelle: IMAGO/Hamza Ali)

Die Miliz meldete ihrerseits am Abend, sie habe in den 24 Stunden zuvor vier Angriffe in Saudi-Arabien ausgeführt – mit ballistischen Raketen, Marschflugkörpern und Drohnen. Ziele waren demnach neben den beiden Flughäfen eine Gasanlage sowie eine Ölraffinerie des staatlichen Ölkonzerns Aramco. Zudem erklärte die Miliz, Saudi-Arabien habe seinerseits in der Zeit mehr als 120 Luftangriffe auf die Hauptstadt Sanaa und weitere Provinzen geflogen. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen.

Die Huthi, die weite Gebiete im Nordjemen kontrollieren, hatten zuvor mit neuen Attacken gedroht. Saudische Flughäfen und der saudische Luftraum seien „legitime Ziele“, mit Ausnahme der für Muslime heiligen Stätten Mekka und Medina.

Reiche nahm an Konferenz teil – „Deutschland muss präsent sein“

Reiche nahm auf Einladung von Saudi-Arabien an Energie-Konferenzen in Riad teil, die seit Langem geplant waren. „Nach aktuellem Stand finden die Konferenz und die Termine der Bundesministerin weiter wie geplant statt“, ergänzte Reiches Sprecherin am Sonntag. Reiche selbst betonte in Reuters-Interview die Bedeutung ihrer Reise: „Deutschland muss dort präsent sein, wo über Energieflüsse, neue Infrastruktur und Investitionen entschieden wird“, sagte die Politikerin am Samstag. Bei Öl und Gas sei Deutschland schließlich weitgehend auf Importe angewiesen.

Reiche verurteilte den tödlichen Angriff vom Samstag als einen „Terrorakt“. Er erfülle sie mit „Entsetzen und tiefer Trauer“, schrieb sie im Onlinedienst X. „Meine Gedanken sind bei den Opfern, ihren Angehörigen und den Verletzten. Wir stehen fest an der Seite unserer Partner in Saudi-Arabien.“

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