Nach dem 0:5 gegen Mainz ist die Stimmung beim HSV gekippt. Doch von ersten Abstiegsszenarien darf noch keine Rede sein. Weshalb Panik fehl am Platz ist.
Null Punkte, null Tore, sieben Gegentreffer, Platz 18: Die Bundesliga-Bilanz des HSV fällt nach zwei Spielen ernüchternd aus. Die Euphorie über die drei Königstransfers am „Deadline Day“ ist verflogen. Untergangsstimmung ist im Volkspark trotzdem unangebracht. Wer seinen Kader so spät komplettiert, muss Mannschaft und Trainer Zeit geben. Das gilt auch für die Fans.
Der Ärger über das 0:5 gegen Mainz ist völlig berechtigt. Der HSV war den Gästen in allen Belangen unterlegen. Zu offensiver Harmlosigkeit kam eine heillos überforderte Defensive. Die Niederlage war umso bitterer, weil die Vorfreude vor dem ersten Heimspiel so groß war: 57.000 hoffnungsvolle Fans, ein stimmungsvoller Volkspark und eine bewegende Choreografie zum Tod von Klublegende Kevin Keegan bildeten vor dem Anpfiff noch einen ganz anderen Rahmen.
Panik ist noch keine Analyse
90 desolate Minuten später steht der HSV erstmals seit dem Aufstieg auf einem direkten Abstiegsplatz. Das sagt nach zwei Spieltagen einiges über den misslungenen Start aus, aber wenig über den weiteren Saisonverlauf. Wer nach zwei Spieltagen einen klaren Abstiegskandidaten erkannt haben will, verwechselt Lautstärke mit Analyse.
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Sieben Neuzugänge standen gegen Mainz in der Startelf. Zakaria El Ouahdi und David Möller Wolfe waren erst wenige Tage zuvor nach Hamburg gekommen. Dass Laufwege, Positionierungen und Automatismen noch nicht greifen, überrascht deshalb nicht. Ein 0:5 widerlegt die Qualität dieser Mannschaft nicht. Es zeigt, dass aus ihr noch keine Einheit geworden ist.
Einspielen braucht Zeit
Fabio Vieira war der absolute Wunschspieler des HSV und bereits in der Vorsaison Topscorer. Möller Wolfe überzeugte als Norwegens Linksverteidiger bei der WM, El Ouahdi war Leistungsträger beim belgischen Topklub KRC Genk. Sebastiaan Bornauw war bereits in Köln und Wolfsburg Abwehrchef. Im Angriff verfügt Trainer Merlin Polzin mit Patson Daka und Terem Moffi über neue Alternativen, die ebenfalls viel Erfahrung aus internationalen Top-Ligen mitbringen.
Dieser Kader ist stärker und vor allem tiefer besetzt als in der Vorsaison. Nun muss daraus eine gute Mannschaft heranwachsen. Das kennt der HSV aus dem vergangenen Jahr. Auch damals kamen wichtige Leistungsträger erst zum Ende der Transferphase.
