Oktober 1, 2026 2:32 p.m. CEST

Fall Christa Pike

Desaster bei Hinrichtung: Gouverneur zieht Konsequenzen


Aktualisiert am 01.10.2026 – 12:39 UhrLesedauer: 2 Min.

Bill Lee, Gouverneur von Tennessee (Archivbild): In seinem US-Bundesstaat soll in diesem Jahr niemand mehr hingerichtet werden. (Quelle: IMAGO/MATT MARTIN/imago)

Trotz zweier Giftspritzen überlebt die zum Tode verurteilte Mörderin Christa Pike. Der Gouverneur von Tennessee beschließt eine weitreichende Maßnahme.

Nach der gescheiterten Hinrichtung der verurteilten Mörderin Christa Pike im US-Bundesstaat Tennessee hat sich Gouverneur Bill Lee zu Wort gemeldet und angekündigt, Konsequenzen aus dem Vorfall zu ziehen. „Die Vollstreckung eines rechtmäßig verhängten Urteils gehört zu den wichtigsten Aufgaben des Staates, und die Bevölkerung von Tennessee erwartet, dass dies auf eine Weise geschieht, die nicht nur legal und verfassungsgemäß, sondern auch effektiv ist“, sagte er laut Nachrichtenagentur AP. Zudem kündigte er an, sämtliche für das Jahr 2026 geplanten Hinrichtungen auszusetzen. Um wie viele Fälle es geht, war zunächst nicht bekannt.

Die 50-jährige Christa Pike war 1996 wegen des Foltermordes an einer Mitschülerin zum Tode verurteilt worden und befindet sich seitdem in Haft. Am Mittwochvormittag (Ortszeit) sollte die Hinrichtung durch die Giftspritze vollstreckt werden. Der Oberste Gerichtshof der USA hatte kurz zuvor den Weg dafür freigemacht, nachdem die Anwälte noch versucht hatten, die Hinrichtung zu verhindern.

Christa Pike am 12. Januar 2023 (Archivbild): Im Jahr 1995 hatte sie eine Mitschülerin gefoltert und ermordet. (Quelle: Uncredited/dpa)
  • Hinrichtung geht schief: Eine Stunde nach der Giftspritze atmete Christa Pike noch

Allerdings endete die Hinrichtung in einem Desaster: Nach Angaben ihrer Anwälte überlebte Pike trotz der Verabreichung zweier Giftspritzen. Sie bezeichneten die Hinrichtung als „fehlgeschlagen“. Augenzeugen berichteten, Pike habe weiter geatmet. Sie wurde in ein Krankenhaus gebracht, ihr derzeitiger Zustand ist nicht bekannt.

Rettungsfahrzeuge treffen bei der Hochsicherheitsanstalt Riverbend ein, nachdem die Hinrichtung von Christa Pike abgebrochen wurde. (Quelle: George Walker IV/dpa)

Gouverneur Lee erklärte laut CNN, er habe eine „umfassende Untersuchung durch Dritte angeordnet, um genau festzustellen, was passiert ist“. Das Justizministerium in Tennessee erklärte, man habe „jeden Schritt des rechtmäßigen, festgelegten und vom Generalstaatsanwalt genehmigten Hinrichtungsprotokolls des Staates befolgt“. Dieses sehe vor, dass der Person eine zweite Dosis verabreicht wird, sollte die erste Spritze nicht zum Tode führen. Eingesetzt wurde Medienberichten zufolge der Wirkstoff Pentobarbital, ein Schlafmittel, das in der Tiermedizin zum Einschläfern verwendet wird.

Im Video | „Eindeutig noch am Leben“: Zeugin berichtet von Hinrichtungsversuch

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Robin M. Maher, Geschäftsführer des Death Penalty Information Center, sagte der AP, was Pike habe erleben müssen, sei „einzigartig und beispiellos“. Ihm sei kein Fall bekannt, in dem jemand nach der Verabreichung der Medikamente überlebt habe; eine Hinrichtung scheitere in der Regel daran, dass kein geeigneter venöser Zugang gefunden werde.

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