Statt Chipstüte
Hier bekommen Mädchen gesundes Essen – doch jetzt droht das Aus
Aktualisiert am 21.10.2026 – 17:26 UhrLesedauer: 2 Min.

Suppe statt Chips, Hausaufgabenhilfe, ein sicherer Ort: Der Mädchentreff St. Leonhard bietet vieles. Doch seine Zukunft ist jedes Jahr aufs Neue eine Zitterpartie. Jetzt erst recht.
Wie lange es den Mädchentreff in St. Leonhard noch gibt, kann Daniela Lucha nur für die kommenden gut zehn Wochen sagen. „Bis Ende des Jahres ist es sicher“, sagt die Erzieherin, die zum Leitungsteam gehört. Was danach kommt, hängt von einem Haushaltsbeschluss ab. Das sei zwar in den vergangenen 41 Jahren, in denen es die soziale Einrichtung gibt, immer so gewesen. Aber in diesem Jahr sei die Zukunft besonders ungewiss, da eine Haushaltssperre gelte und jede Ausgabe auf den Prüfstand komme.
Lucha beschreibt, was ihre Einrichtung für die Mädchen bedeutet. In erster Linie fänden sie hier Ruhe. Ruhe vor Druck aus dem Elternhaus oder mehreren Geschwistern, mit denen sie sich ein Zimmer teilen müssten. „Hier kann ich mal runterkommen“, höre Lucha immer wieder von den Mädchen.
Neben der Ruhe bietet der Mädchentreff St. Leonhard auch viermal in der Woche einen Mittagsimbiss. Es gibt Suppe, Brot, Käse, Obst und Gemüse. Viele der Mädchen hätten zuvor nur Chips zum Mittag bekommen, sagt Lucha.
Suppe und Gemüse statt einer Tüte Chips
Zum regelmäßigen Angebot zählten auch eine Hausaufgabenhilfe, ein offener Treff, eine PC- und Ökowerkstatt, ein Mädchenrat und ein Ferienprogramm. Kommen kann jedes Mädchen ab der ersten Klasse, die meisten bleiben bis zur siebten. Regelmäßig nutzen rund 20 Mädchen das Angebot.
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Nach den großen Erfolgsgeschichten gefragt, winkt Lucha ab: „Das sind eher so Kleinigkeiten.“ Eine Geschichte, auf die sie stolz sei – auch wenn sie „wenig spektakulär“ daherkomme: ein Mädchen, das sich anfangs mit den Hausaufgaben so schwergetan habe, das aber durch die Einrichtung gelernt habe, sie ganz allein zu bewältigen.
Nürnberger Mädchentreff bangt um Zukunft
Getragen wird der Treff zum größten Teil von der Stadt Nürnberg. „Wir haben heuer 156.000 Euro gekriegt, und 154.000 ist schon unser Budget fürs Personal“, sagt Lucha. Rund 40.000 Euro müsse der Verein jedes Jahr zusätzlich selbst auftreiben – für Miete, Lebensmittel, Honorarkräfte und das Ferienprogramm. Eine Fachkraft für eine Ferienwoche koste allein zwischen 1.500 und 2.000 Euro, rechnet die Erzieherin im Gespräch mit der Nürnberger Lokalredaktion von t-online vor.
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Wie wichtig Spenden sind, zeigt eine Aktion der Nürnberger Grünen. Sie haben auf einem Trempelmarkt gespendete Waren verkauft und dabei rund 1.700 Euro eingenommen. Das Geld übergaben sie der Einrichtung. Marie Hartz, Sprecherin für Finanzen bei den Grünen, erklärte zur Übergabe: „Dieses Geld kann zum Beispiel für eine Woche Ferientreff eingesetzt werden.“
