Tritt das Schnarchen erst im Laufe der Zeit auf, liegt es möglicherweise schlicht am schlaffer werdenden Gewebe: Viele Menschen beginnen erst im höheren Lebensalter, regelmäßig zu schnarchen. Das Problem verstärkt sich oft bis zum 60. Lebensjahr.
Hausmittel: Was hilft sofort gegen Schnarchen?
Ein simpler Tipp gegen Schnarchen ist, vor dem Schlafengehen auf Alkohol und Schlaftabletten zu verzichten. Beides entspannt die Muskeln und kann Schnarchen somit begünstigen.
Bei Rauchern besteht die Chance, dass sie weniger oder nicht mehr schnarchen, wenn sie mit dem Rauchen aufhören.
Eine häufige Empfehlung ist außerdem, seitlich statt auf dem Rücken zu schlafen. Welchen Effekt das hat, ist wissenschaftlich bisher kaum untersucht. Es schadet aber nicht und wird von Fachleuten empfohlen.
Sind Nasensprays ein wirksames Hausmittel gegen Schnarchen?
Manche Menschen verwenden abschwellende Nasensprays, um ihr Problem kurzfristig in den Griff zu bekommen. Das birgt aber Risiken: Auf Dauer können die Wirkstoffe die Nasenschleimhaut schädigen. Wenn sich das Schnarchen durch den Einsatz eines Nasensprays bessert, kann das ein Anzeichen dafür sein, dass dauerhaft verengte Atemwege für das Problem verantwortlich sind oder dieses zumindest verstärken.
In dem Fall ist ein ärztliches Beratungsgespräch sinnvoll: Ein Facharzt für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde kann beurteilen, ob eine Nasenoperation helfen könnte.
Was Nasenspreizer und Schnarchschienen bringen
Ein weiteres Hilfsmittel sind sogenannte Nasenspreizer, auch Nasendilatatoren genannt. Sie bestehen aus Kunststoff, werden über Nacht eingesetzt und sollen die Nasenöffnungen so erweitern, dass es möglich wird, freier zu atmen. Gerade wenn Probleme mit der Atmung im vorderen Bereich der Nase bestehen, könnte der Einsatz helfen. Es gibt eine Reihe klinischer Studien, die die Wirksamkeit von Nasenspreizern nahelegen.
Auch eine andere Maßnahme zeigt sich in verschiedenen Studien als Erfolg versprechend: die sogenannte Unterkieferprotrusionsschiene. Umgangssprachlich auch Beißschiene oder Schnarchschiene genannt. Die Zahnschiene aus Kunststoff wird über Nacht getragen. Sie zieht den Unterkiefer und die Zunge nach vorne, weitet dadurch den Rachen und strafft das Gewebe. Nicht geeignet ist sie bei Menschen mit Zahnimplantaten oder einer nicht ausreichenden Zahl an Zähnen.
Wann Krankenkassen die Kosten für eine Schnarchschiene tragen
Die Schiene sollte von Fachleuten aus der Zahn- oder Schlafmedizin individuell angepasst werden. Das kostet zwischen 400 und 1.000 Euro. Unter bestimmten Voraussetzungen übernehmen gesetzliche Krankenkassen die Kosten, etwa wenn der Arzt sie aufgrund einer obstruktiven Schlafapnoe verordnet hat und andere Therapieformen nicht geholfen haben.
