Großrazzia gegen Betrügerbande
Samsung-Käufer ahnten nichts: Millionenbetrug fliegt auf
Aktualisiert am 29.09.2026 – 10:35 UhrLesedauer: 2 Min.
Sie sollen massenweise gefälschte Samsung-Handys verkauft haben. Jetzt starten die Ermittler einen präzisen Schlag gegen die Betrügerbande.
Eine Betrügerbande soll Medienberichten zufolge rund eine Million gefälschte Handys verkauft und Steuern in großem Stil hinterzogen haben. Laut WDR, NDR und „Süddeutscher Zeitung“ (SZ) läuft seit dem frühen Dienstagmorgen eine Großrazzia. 160 Objekte in 19 Ländern würden durchsucht – der Schwerpunkt sei Deutschland.
Dem „SZ“-Bericht zufolge wurden mehrere mutmaßliche Hintermänner der Bande bereits am Wochenende festgenommen. Laut WDR erfolgte der Zugriff durch Spezialkräfte des Zolls in Düsseldorf. Der Vorwurf laute bandenmäßige Steuerhinterziehung und Gründung einer kriminellen Vereinigung.
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Offenbar etliche Handys in Krefelder Lagerhalle entdeckt
Bei dem Hauptbeschuldigten soll es sich um einen 43-jährigen Ukrainer handeln. Er soll gemeinsam mit Komplizen ein ausgeklügeltes Betrugssystem aufgebaut haben. Konkret soll er aus alten Bauteilen zusammengeschraubte Samsung-Handys als Neuware verkauft haben. In einer Lagerhalle in Krefeld soll die Gruppe kistenweise Geräte deponiert haben.
Durch die illegalen Geschäfte sollen die Täter laut „SZ“ etwa eine Million Smartphones an Kunden in Europa verkauft und damit mindestens 300 Millionen Euro Umsatz gemacht haben. Der Steuerschaden allein in Deutschland soll bei mehr als 60 Millionen Euro liegen.
Die Europäische Staatsanwaltschaft (EUStA) bestätigte auf Anfrage laufende Maßnahmen in einem Ermittlungsverfahren wegen Umsatzsteuerbetruges. Die Geschäftspraxis, die bis zuletzt weiterlief, soll den Ermittlern zufolge so aussehen: In Hongkong und den Vereinigten Arabischen Emiraten werden zunächst Mobiltelefone aus gebrauchten Bauteilen zusammengebaut. Dann werden die Geräte gereinigt und neu verpackt in die Niederlande verschickt. Von dort gelangen sie zu Lagern in Deutschland.
Auf Online-Marktplätzen können sie von Konsumenten in der gesamten EU gekauft werden. Mehr als eine Million Handys „führender Hersteller“ sollen seit 2018 auf diese Weise vertrieben worden sein. Es handele sich um einen Top-Anbieter für Handys im Internet, hieß es seitens der EUStA.
Insgesamt sind nach Angaben der EUStA etwa 1.770 Steuer-, Zoll- und Polizeifahnder an der Aktion beteiligt. Die Maßnahmen finden neben Deutschland in Österreich, Belgien, Bulgarien, Kroatien, Zypern, Estland, Finnland, Italien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Polen, Portugal, Rumänien, der Slowakei, Spanien, der Schweiz und den Niederlanden statt.
