Oktober 3, 2026 4:45 p.m. CEST

Krawalle bei Derby

Staat verhängt Einreiseverbot gegen WM-Team

Aktualisiert am 03.10.2026 – 14:55 UhrLesedauer: 2 Min.

Haitis Nationalmannschaft bei der WM (Archivbild): Um das Team gibt es aktuell Ärger. (Quelle: Walter Arce / GMG/imago-images-bilder)

Ausschreitungen im Rahmen des Derbys zwischen der Dominikanischen Republik und Haiti haben Folgen: Die Haitianer werden mit einem Einreiseverbot belegt.

Die Dominikanische Republik hat der haitianischen Fußball-Nationalmannschaft verboten, künftig in dominikanischen Sportstätten anzutreten und ein Einreiseverbot gegen die Mannschaft verhängt. Auslöser waren Ausschreitungen beim „Hispaniola Derby“ in Santo Domingo – und Aussagen eines haitianischen Torschützen, die den Konflikt zwischen beiden Ländern weiter anheizten.

Fans Haitis hatten versucht, sich gewaltsam Zutritt zu dem ausverkauften Spiel im Felix-Sanchez-Olympiastadion zu verschaffen. Haiti gewann im ersten Duell in der Dominikanischen Republik seit 2013 im Rahmen der Concacaf Nations League 4:1. Sportminister Kelvin Cruz reagierte mit einem Verbot und erklärte: „Das Sportministerium verbietet der haitianischen Fußball-Nationalmannschaft strikt, in dominikanischen Sportstätten zu spielen.“ Den Vorfall bezeichnete er als „inakzeptabel“.

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Doppeltorschütze Wilson Isidor heizte die Stimmung zusätzlich an. Nach seinen Treffern rief er: „Hispaniola ist Haiti! Das hier ist Haiti!“ Jose Deschamps, Präsident des Fußball-Verbandes der Dominikanischen Republik, äußerte sich im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AFP zu den Aussagen. Isidors Worte seien „nicht angebracht, angesichts der Situation zwischen den beiden Ländern“.

Beide Staaten teilen sich die zweitgrößte westindische Insel Hispaniola. Das Verhältnis ist seit Jahren belastet: Haiti wird von tödlicher Bandengewalt erschüttert. Schwer bewaffnete, kriminelle Syndikate kontrollieren große Teile des Landes – die örtlichen Behörden haben die Lage bislang nicht unter Kontrolle gebracht.

2026 war Haiti zum zweiten Mal bei einer WM dabei

Der dominikanische Präsident Luis Abinader hat ein hartes Vorgehen gegen haitianische Einwanderung zu einem seiner wichtigsten Themen gemacht. Er ließ unter anderem eine Mauer entlang der gemeinsamen Grenze errichten. Laut offiziellen Zahlen wies die Dominikanische Republik in den ersten acht Monaten dieses Jahres mehr als 265.000 Haitianer aus.

Haitis Herren-Nationalmannschaft war 2026 zum zweiten Mal in der Verbandsgeschichte bei einer WM-Endrunde dabei. Nach Niederlagen gegen Schottland, Brasilien und Marokko musste das Team jedoch eine schnelle Rückreise antreten. Schon bei der ersten WM-Teilnahme 1974 war Haiti durch drei Pleiten in der Vorrunde ausgeschieden.

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