August 28, 2026 2:09 p.m. CEST

Wie häufig kommt eine hämolytische Anämie vor?

Hämolytische Anämien sind insgesamt eher selten. Sie machen etwa fünf Prozent aller Anämien aus. Das heißt nicht, dass fünf Prozent der Bevölkerung betroffen sind, sondern fünf Prozent der Menschen mit einer Blutarmut.

Wie wird eine hämolytische Anämie festgestellt?

Ärzte können die Erkrankung meist an einer typischen Kombination von Laborwerten erkennen. Oft sinkt der Wert des Eiweißes Haptoglobin, weil es den roten Blutfarbstoff Hämoglobin bindet, der beim Zerfall roter Blutkörperchen frei wird.

Überdies steigt oft die LDH, ein Laborwert, der allgemein darauf hinweist, dass im Körper verstärkt Zellen abgebaut werden. Auch Bilirubin, ein Abbauprodukt des Hämoglobins, kann zunehmen. Das ist der Grund, warum es mitunter zu einer Gelbfärbung der Haut und Augen, dem sogenannten Ikterus, kommt.

Außerdem finden sich meist mehr Retikulozyten im Blut – das sind junge rote Blutkörperchen. Sie zeigen, dass das Knochenmark versucht, den Verlust auszugleichen. Bei stärkerem Zerfall der Blutzellen wird darüber hinaus freies Hämoglobin über den Urin ausgeschieden, der sich dann braun verfärbt.

Besteht der Verdacht auf eine autoimmune hämolytischen Anämie, bei der das Immunsystem die roten Blutkörperchen angreift, kommt zusätzlich der sogenannte Coombs-Test zum Einsatz. Er weist Antikörper oder Bestandteile des Immunsystems nach, die sich gegen rote Blutkörperchen richten.

Wie lässt sich eine hämolytische Anämie behandeln?

Die Behandlung richtet sich in erster Linie nach der Ursache. Hat etwa ein Medikament die Hämolyse ausgelöst, setzen Ärzte es ab. Bei Infektionen oder Lymphomen behandeln sie die Grunderkrankung.

Bei einer autoimmunen hämolytischen Anämie kommen häufig Medikamente zum Einsatz, die die Immunreaktion bremsen. Dazu gehören unter anderem Kortisonpräparate wie Prednisolon.

Ergänzend können weitere Maßnahmen nötig sein, um den Körper zu unterstützen und Komplikationen zu vermeiden. So können Ärzte Folsäure geben, weil der Bedarf bei der verstärkten Neubildung roter Blutkörperchen steigt. Wegen des erhöhten Risikos für Blutgerinnsel kann je nach Situation auch eine gerinnungshemmende Behandlung sinnvoll sein. In schweren Fällen kommen außerdem Bluttransfusionen infrage.

Woran starb Harald V.?

Zur genauen Todesursache gibt es bislang keine offiziellen Angaben. Auch ist nicht öffentlich bekannt, welche Form der hämolytischen Anämie bei Harald V. vorlag. Die Behandlung mit Kortison kann zu einer autoimmunen Form passen, bei der sich das Immunsystem gegen die eigenen roten Blutkörperchen richtet. Ob das bei dem König tatsächlich der Fall war, ist jedoch nicht bekannt.

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