Wahl zum Abgeordnetenhaus
Berlins grüner Spitzenkandidat kritisiert Vermieter scharf
27.08.2026 – 03:49 UhrLesedauer: 2 Min.
Werner Graf warnt nach dem Anschlag auf den CSD vor einer „falschen Toleranz“ gegenüber Islamismus. Zugleich fordert er mehr Schutz für queere Menschen in Berlin.
Der Spitzenkandidat der Berliner Grünen, Werner Graf, zur Berlin-Wahl 2026 hat im Interview mit dem „Tagesspiegel“ deutliche Kritik an Vermietern geübt, die ihre Mieter über Gebühr belasten. Wer nur vermiete, um den letzten Cent aus den Berlinerinnen und Berlinern herauszupressen, habe in der Stadt nichts verloren, so Graf.
Weiter äußerte er sich zur Verkehrspolitik – etwa zu Tempo 30, sicheren Radwegen und einem verlässlicheren ÖPNV – sowie zu seiner Ablehnung einer Bebauung des Tempelhofer Felds und einer Berliner Olympia-Bewerbung.
Grüner Spitzenkandidat kritisierte geplante Streichungen
Ausführlich sprach Graf zudem über die Sicherheitslage queerer Menschen in Berlin. Nach dem islamistischen Anschlag auf den Christopher Street Day (CSD) Ende Juli warnte er vor einer „falschen Toleranz“ und kritisierte, dass etwa die Linke Neukölln Islamismus gar nicht erst erwähne. Die Gewalt- und Straftaten gegen queere Menschen nähmen zu, sagte Graf, sie gingen vor allem von Rechtsextremen, aber auch von Islamisten aus. Beides müsse bekämpft werden. Zugleich betonte er, sprachlich genau zu unterscheiden: zwischen Rechtsextremen und Deutschen sowie zwischen Islamisten und Muslimen.
Graf kritisierte außerdem, dass die Bildungssenatorin bestehende queere Bildungsprojekte an Schulen habe streichen wollen und eine CDU-Stadträtin in Steglitz-Zehlendorf Dragqueen-Lesungen in Bibliotheken verboten habe. Persönlich sprach er über sein eigenes Coming-out: Aufgewachsen in einem katholischen Umfeld, habe er lange gerungen, bevor er in Nürnberg eine Coming-out-Gruppe fand und dort zum ersten Mal gemerkt habe, nicht allein zu sein. Er verwies zudem auf die anhaltend hohe Suizidrate bei queeren Jugendlichen, insbesondere bei trans Personen.
