Oktober 30, 2026 9:22 a.m. CET

Transaktionen gestoppt

Milliardendiebstahl bei Kryptobörse Binance


Aktualisiert am 30.10.2026 – 07:47 UhrLesedauer: 3 Min.

Ein Binance-Logo auf einem Smartphone-Screen: Die Krypo-Börse ist unter Druck geraten. (Symbolbild) (Quelle: IMAGO/Thomas Fuller/imago)

Auffällige Transaktionen bei Binance im Milliardenwert: Gründer Changpeng Zhao spricht von einem Hackerangriff.

Ein Sicherheitsvorfall bei der weltgrößten Kryptowährungsbörse Binance hat einen milliardenschweren Schaden verursacht. Nach Einschätzung von Analysten könnte es sich um den größten Krypto-Diebstahl der Geschichte handeln

Bei einer Transaktion auf der Kryptobörse Binance sind am Donnerstagabend gegen 21.14 Uhr 167.464 Ether-Coins (ETH) im Wert von rund 388 Millionen US-Dollar offenbar unautorisiert abgeflossen, außerdem weitere Token, darunter Stablecoins der Marke Tether (USDT) für rund 1,6 Milliarden Dollar. Empfänger war eine Adresse, die erst wenige Stunden vorher angelegt worden war. Ihr Startguthaben stammte aus dem Krypto-Mixer Tornado Cash, über den sich Geldflüsse verschleiern lassen. Für Analysten ist das ein typisches Muster von Angriffen. Binance hat zunächst von zwei Milliarden Dollar gesprochen, die aus verschiedenen Wallets abgezogen wurden.

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Schadensausmaß noch unklar

Wie hoch der Schaden ist, lässt sich derzeit nicht sicher sagen. Die Schätzungen gehen weit auseinander, je nachdem, welche Wallets und Vermögenswerte einbezogen werden: Sie reichen von rund 2,8 Milliarden bis zu etwa sechs Milliarden US-Dollar. Selbst der untere Wert läge deutlich über dem bisherigen Rekord. Im Februar 2025 hatten Angreifer bei der Börse Bybit rund 1,5 Milliarden Dollar erbeutet.

Binance meldete sich auf X zu Wort: „Wir arbeiten ununterbrochen daran, dieses Problem zu beheben. Binance wird alle Verluste übernehmen. Als Vorsichtsmaßnahme sind alle Ein- und Auszahlungen vorübergehend ausgesetzt, während unser Team Sicherheitsüberprüfungen durchführt, Gelder sperrt und mit den Strafverfolgungsbehörden zusammenarbeitet.“ Die Gelder der Nutzer seien sicher.

Offenbar war Laptop eines Entwicklers Auslöser

Ersten Erkenntnissen von Binance zufolge könnte der Sicherheitsvorfall auf den Laptop eines gehackten DevOps-Ingenieurs zurückgehen. Darüber soll sich ein Angreifer Zugriff auf einen Service-Container verschafft und damit nicht autorisierte Auszahlungen ausgelöst haben. Hinweise darauf, dass private Schlüssel von Wallets abgeflossen sind, habe man nicht gefunden. Sobald die Untersuchung abgeschlossen und alle Fakten zweifelsfrei geprüft seien, wolle Binance eine ausführliche technische Analyse des Vorfalls veröffentlichen.

Ersten Analysen zufolge nutzte der Angreifer eine Funktion von Ethereum, mit der Wallets vorübergehend erweiterte Befehle ausführen können. Über offenbar unberechtigt erteilte Freigaben soll er so Zugriff auf mehrere Binance-Wallets bekommen haben. Ob Binance selbst Fehler gemacht hat und wie der Angreifer an die Freigaben kam, ist bislang offen.

Die Branche reagierte innerhalb weniger Stunden:

  • Stablecoins eingefroren: Tether sperrte mehr als 1,56 Milliarden USDT. Circle, der Herausgeber des Stablecoins USDC, fror rund 823 Millionen Dollar ein.
  • Weitere Sperren: Laut Binance-Mitgründerin Yi He haben auch Ripple und World Liberty Financial Vermögenswerte blockiert.
  • Aave: Die Kreditplattform setzte Berichten zufolge ihre Lending-Märkte aus.

Ein großer Teil der Beute ist damit vorerst blockiert, aber nicht alles. Rund 195.000 ETH liegen weiter beim Angreifer, und anders als Stablecoins kann Ether nicht zentral eingefroren werden. Beobachter rechnen deshalb damit, dass der Angreifer versuchen könnte, diese Bestände über einschlägige Webseiten oder dezentrale Börsen zu verwischen.

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