Hendrik Streeck
Der zweite Leihmutter-Fall in der CDU?
18.07.2026 – 20:34 UhrLesedauer: 2 Min.
Jens Spahns Fall erschüttert die CDU. Doch schon ein anderer prominenter Parteipolitiker geriet wegen einer möglichen Leihmutterschaft in die Kritik.
Der Rücktritt von Jens Spahn als Unionsfraktionschef hat in der CDU eine heftige Debatte über Leihmutterschaft und politische Glaubwürdigkeit ausgelöst. Dabei ist Spahn nicht der erste prominente CDU-Bundestagsabgeordnete, dessen Familiengründung mit einer möglichen Leihmutterschaft in den USA in Verbindung gebracht wird: Bereits im Frühjahr war der Fall des Virologen, CDU-Politikers und Drogenbeauftragen der Bundesregierung, Hendrik Streeck, öffentlich diskutiert worden.
Streeck und sein Ehemann Paul Zubeil hatten im April bestätigt, Eltern eines Sohnes geworden zu sein. „Wir sind von Herzen überglücklich über die Geburt unseres Sohnes. Plötzlich ist da noch einmal ein ganz neuer Sinn in unserem Leben“, sagte Streeck damals dem Magazin „Bunte“. Das Kind wurde den Berichten zufolge im US-Bundesstaat Idaho geboren.
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Streeck äußerte sich nicht zur Leihmutterschaft
Anders als Spahn machte Streeck jedoch keine Angaben dazu, wie das Kind zur Welt gekommen war. Mehrere Medien berichteten, der Junge sei von einer Leihmutter ausgetragen worden. Eine Bestätigung Streecks oder seines Mannes dafür gibt es bislang nicht.
Dennoch wurde Streeck damals scharf angegriffen. Kritiker warfen ihm vor, eine in Deutschland verbotene Möglichkeit im Ausland genutzt zu haben. Die frühere CDU-Bundestagsabgeordnete Sylvia Pantel sprach in einem Gastbeitrag von einem möglichen „Umgehen“ deutscher Regeln.
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Politisch berühren beide Fälle denselben Konflikt. Spahn war heftig in die Kritik geraten, weil er und sein Mann Daniel Funke Eltern mit Hilfe einer Leihmutter in den USA geworden waren.
Leihmutterschaft ist in Deutschland verboten, während sie in Teilen der USA unter bestimmten Bedingungen erlaubt ist. Die CDU hatte erst Anfang 2026 auf einem Parteitag ihre ablehnende Haltung zu einer Legalisierung bekräftigt. Anders als Spahn hatte sich Streeck in der Öffentlichkeit nicht ablehnend zu Leihmutterschaft geäußert – generell sind von ihm keine öffentlichen Äußerungen zu dem Thema bekannt, auch nicht in der Causa Spahn.
Im Fall Spahn führte der Widerspruch zwischen Parteiposition und privater Entscheidung schließlich zu massivem Druck aus den eigenen Reihen. Der CDU-Politiker trat am Samstag nach nur 14 Monaten als Vorsitzender der Unionsfraktion zurück.
