September 30, 2026 10:59 a.m. CEST

Wichtig für Ältere

Dieser Gesundheitscheck wird oft vergessen


Aktualisiert am 30.09.2026 – 07:14 UhrLesedauer: 2 Min.

Oft unterschätzt: Bei älteren Patienten treten Schilddrüsenerkrankungen häufig auf.

Viele bemerken es spät: Bei älteren Patienten treten Schilddrüsenerkrankungen häufig auf. (Quelle: brizmaker/getty-images-bilder)

Nur eine leichte Schilddrüsenüberfunktion, die gar nicht zu spüren ist? Bei älteren Menschen kann sie dennoch ernste Erkrankungen auslösen, warnen Mediziner.

In Deutschland sind Schilddrüsenknoten weit verbreitet, berichtet der Berufsverband Deutscher Nuklearmediziner e. V. (BDN). Zwar seien die Knoten insgesamt nur sehr selten bösartig, doch auch gutartige, sogenannte heiße Schilddrüsenknoten könnten vor allem bei älteren Menschen zu Problemen führen.

Bei Älteren auf „heiße“ Knoten achten

Laut BDN löst etwa ein Drittel der „heißen“ Knoten eine leichte Schilddrüsenüberfunktion aus, eine sogenannte latente Hyperthyreose. Das Trügerische dabei: Auch wenn die Überfunktion oft keine spürbaren Beschwerden hervorruft, kann sie für ältere Menschen dennoch gravierende Auswirkungen auf das Herz-Kreislauf-System und den Knochenstoffwechsel haben.

Dieser Effekt wird den Experten zufolge immer klarer, aber häufig noch unterschätzt. Wie Daten belegen, fördert die Überfunktion das Auftreten von Herzrhythmusstörungen – vor allem von Vorhofflimmern – und erhöht das Risiko für Schlaganfälle sowie für Herztod und Herzinsuffizienz. Die Überfunktion begünstige zudem Osteoporose: In der Folge steige das Risiko für Schenkelhalsfrakturen um 36, das Risiko für Wirbelkörperbrüche sogar um 51 Prozent.

Schilddrüsen-Checks können Leben retten

Die Experten raten daher ab 65 Jahren zu einem Labortest, um den TSH-Wert zu bestimmen, und zu einer Ultraschalluntersuchung auf Schilddrüsenknoten. Diese Checks können Sie beim Hausarzt durchführen lassen.

  • Lesen Sie auch: Woran sich eine Unterfunktion erkennen lässt

Sind vorhandene Knoten größer als ein Zentimeter, empfiehlt sich eine sogenannte Szintigrafie. Damit lassen sich „heiße“ Knoten sicher identifizieren – häufig sogar noch bevor sich Veränderungen bei den Laborwerten abzeichnen.

TSH-Wert

Ob eine Schilddrüsenerkrankung vorliegt, lässt sich oft anhand der Werte des Hormons TSH im Blut ermitteln. TSH wird von der Hirnanhangdrüse ausgeschüttet und stimuliert die Produktion der Schilddrüsenhormone Trijodthyronin (T3) und Thyroxin (T4). Ein erhöhter TSH-Wert deutet auf eine Unterfunktion hin, ein zu niedriger TSH-Wert auf eine Überfunktion. Bei Erwachsenen liegt der normale TSH-Wert im Blut etwa zwischen 0,40 und 4,0 mU/l.

Vorsorgeuntersuchung: Die Sonografie kann Hinweise darauf geben, ob ein gutartiger oder bösartiger Schilddrüsenknoten vorliegt. (Quelle: FluxFactory/getty-images-bilder)
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