Juli 29, 2026 3:51 a.m. CEST

„Fest in der Finanzverwaltung“

90 Millionen Euro – Kleine Gemeinde erhält unverhofften Geldregen


29.07.2026 – 01:02 UhrLesedauer: 2 Min.

Blick auf einen Offshore-Windpark: Das Bundesland Niedersachsen muss einer Gemeinde in Schleswig-Holstein mehrere Millionen Euro Gewerbesteuer zurückzahlen. (Symbolbild) (Quelle: IMAGO/diebildwerft)

Eine kleine Gemeinde in Schleswig-Holstein erlebt eine finanzielle Überraschung. Ein Gerichtsurteil beschert Oststeinbek plötzlich mehrere Millionen Euro.

Unverhoffter Geldsegen für eine kleine Gemeinde in Schleswig-Holstein: Oststeinbeck nahe Hamburg hat nach einem Gerichtsurteil mehr als 90 Millionen Euro mehr auf dem Konto. Davon berichten die Sender RTL und NDR.

„Das war ein Fest in der Finanzverwaltung bei uns“, sagte der parteilose Bürgermeister Jürgen Hettwer zu RTL. „Ehrlicherweise hat uns ein Steuerberater angerufen von der betroffenen Firma und hat gesagt: ‚In Kürze wird mal etwas Geld eingehen‘. Und wir dann: ‚Ja, wie viel denn?‘ Und dann sagt er: ‚Mehrere Millionen'“, so Hettwer.

Bei der Finanzspritze für die Gemeinde mit rund 9.000 Einwohnern handelt es sich den Berichten zufolge um eine Steuernachzahlung vom Land Niedersachsen. Das hatte die Gewerbesteuer des Betreibers eines Offshore-Windparks vor seiner Küste abkassiert. Der Bundesfinanzhof urteilte nun jedoch, dass nicht der Standort der Anlage, sondern der Sitz des Betreibers ausschlaggebend sei. Dieser war jahrelang in Oststeinbek.

Bürgermeister will „Einsparkonzept weiterfahren“

Doch ganz so groß bleibt das Plus nicht: Wegen Abgaben an Kreis, Land und Bund bleiben Oststeinbek laut RTL letztlich 30 Millionen Euro. Im Interview mit dem Sender wünschten sich Anwohner schönere Spielplätze, Investitionen in den Marktplatz oder eine Umgehungsstraße.

Der Bürgermeister jedoch will sparen. „Wir müssen unseren Ergebnishaushalt verbessern“, so Hettwer. „Deswegen werden wir das Einsparkonzept weiterfahren und das Geld liegt beruhigend erst mal auf der Seite und ist für Investitionen dann auch da.“ Die Förderung von Kultur- und Sport könne somit stabil bleiben, auch erwäge er Investitionen in die Sanierung von Straßen, ein neues Baugrundstück oder die Feuerwehr, berichtet RTL.

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