Juli 25, 2026 4:30 p.m. CEST

Es sollte ein einfacher Spaziergang im Wald zum Beerenpflücken sein. Anstelle von Waldfrüchten fand ein Einwohner von Swinemünde etwas, das helfen könnte, eines der Rätsel des Krieges zu lösen.

In einem Waldgebiet unweit der Einrichtungen des Museums für Küstenverteidigung – Fort Gerhard – stieß der Mann auf eine ungewöhnliche Vertiefung im Boden. Um ihn herum lagen zahlreiche Fragmente einer Metallkonstruktion. Sie sahen nicht wie zufälliger Schrott aus. Unter den verstreuten Teilen waren Teile von Aluminiumblechen, Teile einer Struktur und Überreste verbrannter Munition zu sehen.

Eines der Fragmente wurde dem Museumspersonal übergeben. Das war der Beginn einer Geschichte, die möglicherweise vor mehr als achtzig Jahren, während des Zweiten Weltkriegs, begann.

„Schon auf den ersten Blick zeigte sich, dass es sich nicht um zufälligen Metallschrott handelte. Die Beschaffenheit des Blechs, die Art der Nietung, Spuren von Flugzeugstrukturen und verbrannter Munition deuteten darauf hin, dass es sich möglicherweise um Überreste eines Flugzeugs handelte“, erklärte Wiktor Czeszewski vom Museum für Küstenverteidigung in Swinemünde.

Die erste Spur deutete auf die britische Luftwaffe hin

Als einer der bedeutendsten Funde erwiesen sich die Munitionsreste. Die erste Identifizierung ergab, dass es sich um das Kaliber .303 British handelte – eine Patrone, die unter anderem in britischen Browning-Flugzeugmaschinengewehren verwendet wurde.

Dies war der erste starke Hinweis darauf, dass die geborgenen Teile von einer Maschine der alliierten Luftstreitkräfte stammen könnten.

Der eigentliche Durchbruch gelang, nachdem die geborgenen Teile gründlicher gereinigt worden waren. Auf einem der kleinen Fragmente – einem Kupferrohr – wurde eine alphanumerische Markierung gefunden.

Das Symbol T7 erwies sich als Schlüssel für die weitere Forschung. Laut technischer Dokumentation der britischen RAF handelte es sich um eine Art nahtloses Kupferrohr, das in Öl-, Kraftstoff- und Gassystemen und anderen Bordinstallationen verwendet wird.

Noch faszinierender war die Endverbindung des Rohrs. Alles deutet darauf hin, dass es sich um eine Komponente vom Typ Avimo handelte, eine Hochdruckkupplung, die in britischen Flugzeugen verwendet wird, auch in Systemen, die mit dem legendären verbunden sind Rolls-Royce Merlin Motoren.

Diese Triebwerke wurden in vielen der bekanntesten Flugzeuge der RAF eingebaut, darunter auch in Lancaster-Bombern.

Ein Lancaster in der Nähe von Swinemünde? Der Kreis der Geschichte könnte sich schließen

Derzeit ist das Museumsteam bei der Identifizierung des genauen Flugzeugtyps vorsichtig. Es besteht noch keine absolute Sicherheit, ob es sich bei dem gefundenen Wrack um eine Lancaster, eine Mosquito oder ein anderes Flugzeug mit ähnlichen technischen Lösungen handelt.

Dennoch ist eine äußerst interessante Spur aufgetaucht.

Das Museum of Coastal Defense besitzt bereits einen großen, etwa fünf Meter langen Abschnitt eines Lancaster-Bomberflügels. Es wurde 2009 von Fischern aus der Ostsee geborgen.

Besonders faszinierend ist, dass der Ort der aktuellen Entdeckung nur etwa einen Kilometer Luftlinie vom Fundort des Flügels entfernt liegt.

„Es könnte sich um dasselbe Flugzeug handeln“, sagte Piotr Piwowarczyk, Direktor des Museums für Küstenverteidigung – Fort Gerhard.

Der vor Jahren geborgene Flügelabschnitt wurde eingehend untersucht. Dank der Analyse konnten die Forscher die Namen von drei Besatzungsmitgliedern ermitteln. Es handelte sich um Flieger, die in der Endphase des Krieges die Gebiete Stettin und Polizei überflogen, in denen sich wichtige deutsche Industrieanlagen und Hafeninfrastrukturen befanden.

Gehören die im Wald gefundenen Überreste zu demselben Flugzeug? Die Antwort wird einige Zeit dauern.

Der Wald hütet immer noch sein Geheimnis

Der Fundort wurde gesichert. Der Denkmalpfleger der Woiwodschaft, die Oberförsterei Międzyzdroje und die für Kriegsgräber zuständigen Institutionen wurden benachrichtigt.

Das Gebiet wurde nicht speziell markiert, um Passanten, Souvenirjäger oder Sammler nicht anzulocken.

Schon die Absturzstelle ist auffällig. Der Boden weist eindeutig eine unnatürliche Form auf, und im Boden ist ein größeres Stück eingebetteter Struktur zu erkennen.

„Wir gehen davon aus, dass der Großteil des Flugzeugs dort abgestürzt ist“, sagte Piotr Piwowarczyk.

Das bedeutet, dass weitere Teile des Flugzeugs mehrere Meter unter der Oberfläche liegen können. Auch das härteste Szenario ist nicht auszuschließen: dass sich die Überreste von Besatzungsmitgliedern möglicherweise noch im Boden befinden.

„Der Standort muss professionell untersucht werden. Wir können nicht ausschließen, dass die Überreste der Besatzung unter der Erde vergraben sind“, betonen Museumsvertreter.

Eine unauffällige Röhre kann eine große Geschichte eröffnen

Manchmal beginnen große Entdeckungen mit kleinen Objekten. In diesem Fall handelte es sich um ein kleines Kupferrohr, das nach der Reinigung eine Markierung offenbarte, die auf britische Luftfahrttechnologie hinwies.

Verbirgt der Wald bei Swinemünde das Wrack einer alliierten Lancaster? Wird es möglich sein, die Namen der Besatzung zu identifizieren? Werden die an Land gefundenen Fragmente mit dem Flügel in Verbindung gebracht, der vor Jahren aus dem Meer gehoben wurde?

Nur weitere archäologische Arbeiten und Gutachten werden diese Fragen beantworten können.

Eines ist jedoch sicher: Die Geschichte dieses Ortes hat gerade begonnen, ein weiteres Geheimnis zu enthüllen. Und alles begann mit einem Mann, der in den Wald ging, um Beeren zu pflücken, und Spuren eines Flugzeugs aus der Zeit des größten Konflikts der Menschheitsgeschichte fand.

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