Oktober 21, 2026 4:07 p.m. CEST

Anreize für Airlines

Flughafen BER schafft Lärmzuschlag ab – was das jetzt bedeutet

21.10.2026 – 14:25 UhrLesedauer: 2 Min.

Ein Flugzeug (Archivbild): Spätabendliche Starts und Landungen am BER werden für die Fluggesellschaften künftig günstiger. (Quelle: Soeren Stache/dpa/dpa-bilder)

Wer spätabends in Berlin landet oder startet, zahlt bisher extra. Das soll sich ändern – und gleichzeitig steigen die Entgelte in einem anderen Bereich.

Die Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg (FBB) schafft den Lärmzuschlag für Flüge zwischen 22 und 24 Uhr am BER ab. Gleichzeitig steigen die allgemeinen Lärmentgelte um zehn Prozent. Zuvor hatten RBB und der „Tagesspiegel“ berichtet.

Mit der Neuregelung will die FBB Anreize für den Einsatz leiserer Maschinen schaffen. Bislang zahlen Airlines für Starts und Landungen zwischen 22 und 24 Uhr gestaffelte Aufschläge von 100 bis 300 Prozent des eigentlichen Lärmentgelts, unabhängig davon, wie laut das jeweilige Flugzeug ist. Die FBB erklärte dazu: „Bisher zahlen Airlines abends einen Aufschlag, ganz egal, ob ihr Flugzeug leise oder laut ist.“ Diese Aufschläge sollen künftig wegfallen.

Diese Airlines trifft es besonders

Die allgemeinen Lärmentgelte hingegen, die sich nach Größe und Lautstärke der einzelnen Maschinen richten und unabhängig von der Uhrzeit anfallen, steigen um zehn Prozent.

Die FBB begründet die Abschaffung des Abendaufschlags damit, dass er vor allem jene Airlines getroffen habe, die den Flughafen besonders stark nutzen. „Der Abendaufschlag hat fast ausschließlich Airlines getroffen, deren Flugzeuge über Nacht in Berlin bleiben“, teilte die Gesellschaft mit. Entweder hätten die Flugzeuge am BER ihre Basis oder sie starteten frühmorgens zu großen Drehkreuzen. „In beiden Fällen müssen die Flugzeuge abends zurück zum BER, früher landen können sie kaum.“ Der Aufschlag habe daher nicht dazu geführt, dass abends weniger oder leiser geflogen werde, sondern vor allem die Gesellschaften belastet, die für die Anbindung des BER besonders wichtig seien.

Über 30 Flugzeuge in zwei Stunden

Im Schnitt landen den Angaben zufolge 37 Flugzeuge pro Abend zwischen 22 Uhr und Mitternacht am BER. Wie sich diese Zahl künftig entwickelt, hänge laut FBB nicht von den Aufschlägen ab, sondern vom Flugverkehr in Schönefeld insgesamt. „Steigt oder sinkt die Zahl der Flüge insgesamt, entwickelt sich die Zahl der Abendflüge in der Regel entsprechend. Wir erwarten, dass das auch künftig so sein wird“, so die FBB.

Am Nachtflugverbot, das von Mitternacht bis 5 Uhr gilt, ändert sich nichts. Der Lärmaufschlag für Flüge während des Nachtflugverbots bleibt bei 500 Prozent des Lärmentgelts. Das zuständige Infrastrukturministerium des Landes Brandenburg hat die Änderungen bereits genehmigt.

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