Juli 20, 2026 6:10 a.m. CEST

„Sehr, sehr spät informiert“

Nach Rücktritt: Kanzler Merz kritisiert Spahn deutlich


Aktualisiert am 19.07.2026 – 15:58 UhrLesedauer: 2 Min.

ZDF-Journalistin Diana Zimmermann begrüßt Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) zum Sommerinterview: Der Kanzler hat Jens Spahn nach dessen Rücktritt kritisiert. (Quelle: Dominik Asbach)

Nach dem Rücktritt von Jens Spahn kritisiert Friedrich Merz dessen Kommunikation. Aus Sicht des Kanzlers hat Spahn zu lange gewartet.

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat die Informationspolitik von Jens Spahn rund um dessen Elternschaft mithilfe einer Leihmutter in den USA kritisiert. „Wir hatten ja alle kaum Gelegenheit, mit ihm darüber zu sprechen. Er hat ja auch die Partei und die Fraktion erst sehr, sehr spät über das alles informiert.“ Und weiter: „Wenn wir Zeit gehabt hätten, hätten wir das in Ruhe besprechen können, aber die Zeit hatten wir nicht.“

Nach Angaben beider Politiker hatte Spahn den Kanzler Ende vergangener Woche über die Elternschaft informiert. Diese Information gab Merz nach eigenen Worten nicht innerhalb der CDU weiter: „Ich bin seinem Wunsch gefolgt und habe ihm die Kommunikation überlassen.“ Ob Spahn ihm gesagt habe, wie er die Nachricht öffentlich machen wolle, verneinte der Kanzler.

  • Rücktritt von Jens Spahn: Versagen auf allen Ebenen
  • Spahn tritt zurück: Merz‘ krasse Fehleinschätzung – ein Kommentar

Spahn und sein Mann Daniel Funke hatten am Mittwoch über die „Bild“-Zeitung bekannt gegeben, mithilfe einer Leihmutter in den USA Eltern geworden zu sein.

Merz: „Habe dem Kind viel Glück gewünscht“

Auf die Frage, was ihm zuerst durch den Kopf gegangen sei, als Spahn ihn informierte, sagte Merz: „Zunächst einmal das Wohl des Kindes. Ich habe dem Kind viel Glück gewünscht und habe mir gedacht: Na ja, hoffentlich geht er kommunikativ damit gut um und erklärt es gut. Aber wir hatten gar nicht so viel Zeit, darüber zu sprechen.“

Mit einer derart großen Empörungswelle habe er nicht gerechnet, sagte Merz weiter – „zumindest nicht in diesem Umfang“. Das habe wahrscheinlich auch mit Spahns Person und mit der Kommunikation zu tun gehabt: „Und da hat es dann ziemlich viel Empörung gegeben.“

Aktie.
Die mobile Version verlassen